EINSTELLUNGSKORRIDOR AM GYMNASIUM ERWEITERN

Koalitionsvertrag umsetzen, Einstellungskorridor am Gymnasium erweitern

Vor der Kabinettsklausur: Philologenverband befürchtet Engpässe in der Lehrerversorgung und fordert eine vorausschauende Einstellung

Im Vorfeld der Klausurtagung des bayerischen Kabinetts in St. Quirin appelliert der Bayerische Philologenverband (bpv), der die Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen vertritt, an die Staatsregierung, einen Einstellungskorridor am Gymnasium zu schaffen, der bereits jetzt den Spitzenbedarf 2025 in den Blick nimmt. Der Verband erinnert dabei an den Koalitionsvertrag, in dem festgeschrieben ist, dass CSU und Freie Wähler bis 2023 5000 Lehrkräfte neu einstellen möchten und der Aufwuchs schnell beginnen soll.

Im Februar beenden an den bayerischen Gymnasien ca. 600 hoch motivierte Referendarinnen und Referendare ihre Ausbildung. Für diese stehen momentan aber nur 180 Stellen an den 321 staatlichen Gymnasien zur Verfügung, 200 junge Gymnasiallehrer werden zusätzlich an den Grund- und Mittelschulen gebraucht. Rund 30 Prozent werden also dort arbeiten, wofür sie ausgebildet wurden. Spätestens 2025 wird es am Gymnasium aber wegen des G9 einen enormen Mehrbedarf an Lehrerinnen und Lehrern geben, es droht ein personeller Engpass. Daher fordert der bpv einen breiteren Einstellungskorridor, um bereits jetzt die besten Absolventen an die Schulen zu bringen. Gleichzeitig können so Klassen verkleinert und integrierte und mobile Reserve erweitert werden, um Unterrichtsausfälle zu 100 Prozent abzudecken. Das kommt dem Unterricht und den Schülern zugute und stärkt das Bildungsniveau in Bayern.

Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv, kommentiert: „Der Freistaat nimmt einen Spitzenplatz in der Bildung ein. Das liegt auch an den hervorragend qualifizierten Lehrkräften. Wer den jungen und hoch motivierten Lehrern jetzt einen Korb gibt, braucht sich nicht wundern, wenn sie in sechs Jahren nicht mehr zur Verfügung stehen, weil sie in anderen Bundesländern oder Schularten unterrichten. Jetzt muss der Einstellungskorridor vergrößert werden, wir brauchen die jungen Lehrer und die jungen Lehrer brauchen eine echte berufliche Perspektive."