Archiv

Bezirksversammlung in GroßheirGroßheirath


Bezirksversammlung des bpv-Oberfranken in Großheirath

Anfang April fand die zweitägige Bezirksversammlung des bpv-Oberfranken in Großheirath statt. Neben den Delegierten, Obleuten, Fachgruppenleitern, Personalräten und Referenten hieß der Bezirksvorsitzende Peter Drescher besonders unser Ehrenmitglied Alfons Neudecker und den Seniorenvertreter Hubert Wicklein herzlich willkommen.


Bericht des Bezirksvorsitzenden

Peter Drescher gab einen kurzen Überblick zu den zahlreichen Terminen, die er wahrgenommen habe. Dazu zählten u.a. die traditionelle Bamberger Mitgliederversammlung, auf der auch wieder einige Mitgliederehrungen durchgeführt werden konnte. Auch beim Bildungsbeirat sei er aktiv gewesen und habe den Hauptvorstand bei verschiedenen Gelegenheiten vertreten.

Peter Drescher bezeichnete die mittlerweile begonnene Wiedereinführung des G9 als einen Riesenerfolg des Verbandes. Es seien aber noch einige offene Fragen zu klären, wie z. B. die Umsetzung der “Überholspur” und die Gestaltung der neuen Oberstufe. Hierbei sollte es die Möglichkeit einer Profilierungsoption geben, die für den einzelnen Schüler einen echten Mehrwert darstelle, ohne zu einer Überfrachtung zu führen.
Die personelle Veränderung an der Spitze des KM habe zunächst eine Findungsphase der neuen Verantwortlichen erfordert. Grundsätzlich bewertete der Bezirksvorsitzende die Zusammenarbeit als sehr vielversprechend. Ein Problem stelle aber die Übernahme des Vorsitzes im Bildungsausschuss durch ein Mitglied der AfD-Fraktion.


Aktuelles zur Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums

Der Verbandsvorsitzende Michael Schwägerl freute sich, vor den Teilnehmern der oberfränkischen Bezirksversammlung sprechen zu können. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand der Weiterentwicklungsprozess des bayerischen Gymnasiums. Er wies auf die intensiven Kontakte zum neuen Minister hin, der seine Arbeit mit einem ausgeprägten Optimismus angegangen sei. Das KM habe in seiner Arbeit freie Hand, es gebe dabei wenig politischen Einfluss.

Das bereits in den Jahrgangsstufen 5 und 6 eingeführte neunjährige Gymnasium werde in den Unterschieden erst sehr langsam zu spüren sein. Der vorgesehenen “Überholspur” solle man eine Chance geben, dass sie u.a. auch einige Vorteile wie kleine Gruppengrößen, Stundenkontingente mit sich brächte. In zwei Jahren würden dafür die ersten Beratungen für Schülerinnen und Schüler stattfinden. Dabei sei es gut zu überlegen, wen man diese Form empfehlen solle und welche Anreize es geben könne.

Die Gestaltung 11. Jahrgangsstufe sei noch relativ unklar. Erst nach der weitergehenden Konzeption der Klassen 12 und 13 sei diese endgültig darstellbar. Momentan gebe es diesbezüglich einen intensiven Gesprächsprozess. Es gelte ein Gleichgewicht zwischen starrer Festlegung und maximaler Wahlfreiheit zu finden. Die im G8 vielfach beklagte Schwächung der Naturwissenschaften solle dabei revidiert werden. Eine größere Gleichwertigkeit der Fächer stehe dabei ebenso im Raum, wie die Wahl von zwei Vertiefungsfächern mit jeweils 5 Unterrichtsstunden. Die Wahlmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler sollten ausgebaut werden. Auch die Regelungen bezüglich der Abiturprüfungsfächer sei noch in der Diskussion. Die Beibehaltung von Deutsch und Mathematik als für alle verpflichtend schriftliche Prüfungsfächer sei so wahrscheinlich nicht haltbar. Die Zukunft des bisherigen W-Seminars sei noch unklar. Es solle nach Möglichkeit beibehalten werden, stehe aber in einem gewissen Konflikt zur Einführung der Vertiefungsfächer. Grundsätzlich werde sich aber viel bei der Gestaltung der Oberstufe im Sinne der Verbandspositionen erreichen lassen.

Die bis 2025 benötigten 1000 zusätzlichen Stellen seien momentan “auf Eis gelegt”. Nur was konkret im Koalitionsvertrag stehe, werde auch umgesetzt.

Die durch die Digitalisierungsinitiative des Bundes zur Verfügung stehenden Mittel könnten wegen einer fehlenden Deckungsgleichheit zwischen Bundes- und Landesprogrammen wohl nur verzögert für benötigte Finanzierungen herangezogen werden.

Im Anschluss an die Ausführungen des Verbandsvorsitzenden entwickelte sich eine sehr engagierte und profunde Diskussion in der Bezirksversammlung zu dem Gehörten und weiteren grundsätzlichen Fragen zur Zukunft des bayerischen Gymnasiums.


Aktuelles aus der Berufspolitik und dem HPR

Hauptpersonalrätin Dagmar Bär informierte die Anwesenden zunächst über die vorgesehenen Gehaltserhöhungen, die rückwirkend zum 01.01.19 umgesetzt würden. Auch das Weihnachtsgeld bleibe erhalten und nehme an den Erhöhungen teil, ebenso die Pensionen. Für Referendare werde ebenfalls mehr getan. Eine “Bürgerversicherung” werde es in Bayern auch in Zukunft nicht geben.

Im Bereich der schulischen Funktionen konnten Verbesserungen erreicht werden. So sei z. B. eine Unterschreitung der für eine Funktion benötigten Wochenstundenzahlen um bis zu 20% als Übergangslösung festgelegt worden. Im Sinne einer vorausschauenden Planung könnten auch zusätzliche Mitarbeiterstellen in der Schulleitung besetzt werden. Stellen für Oberstufenkoordinatoren und Systembetreuer seien bereits ein Jahr im Voraus ausschreibbar, damit die benötigte Einarbeitung auch mit einer gesicherten Funktionsübertragung einhergehe.

Zur Förderung der Lehrergesundheit solle ein arbeitsmedizinisches Institut gegründet werden, das u. a. Ansprechpartner für Schulleitungen in jedem Bezirk beinhalte. Insgesamt werde die Thematik in der Öffentlichkeit nicht wirklich wahrgenommen.

Die Staatsregierung plane eine Entfristung und mögliche Überführung in eine verbeamtete Planstelle für langjährig befristete Aushilfslehrkräfte. Dagmar Bär beklagte, dass hierbei die Komplexität der Thematik nicht wirklich ausreichend beachtet werde. Zur Schaffung der Planstellen würden Aushilfsmittel für Schulen gekürzt. Als grundsätzliche Voraussetzung für die Übernahme werde u. a. ein Gesamtnotendurchschnitt von erstem und zweitem Staatsexamen von besser als 3,50 gefordert. Daneben dürfe die Initiative nicht zu Lasten des aktuellen Prüfungsjahrganges bzw. der Warteliste gehen.

Dagmar Bär gab noch einige Hinweise zu Personalplanung für das nächste Schuljahr und verwies auf die entsprechenden Hinweise des HPR. So sei z. B. die Teilzeitmöglichkeit in den Fächern Musik, Kunst und Informatik eingeschränkt.

Abschließend wies sie noch auf das Konzept “Fachlichkeit und Führung” für die Fachbetreuungen hin, zu dem auch eine Handreichung des ISB vor der Veröffentlichung stehe.

v.l.n.r.: Dagmar Scheder, Jochen Späth, Wilhelm Geuther, Annelie Heußel, Rudolf Klotz, der Bezirksvorsitzende Peter Drescher


Ehrung verdienter Mitglieder

Im Rahmen der Klausurtagung ehrte der Bezirksvorsitzende StDin a.D. Dagmar Scheder, StD a.D. Wilhelm Geuther (langjähriger Delegierter) sowie StD a.D. Jochen Späth, (langjähriger Delegierter, stellvertretender Bezirksvorsitzender und -kassier) jeweils für ihre 40-jährige Mitgliedschaft.
StDin a.D. Amelie Heußel erhielt eine Urkunde für 50-jährige, StD a.D. Rudolf Klotz für 60-jährige Mitgliedschaft im Verband.
Der Bezirksvorsitzende würdigte das Engagement der Geehrten für unser Gymnasium und den Verband. Er hoffe, dass alle dem bpv auch in Zukunft die Treue hielten und sich somit für das Wohl der Schülerinnen und Schüler einsetzten.


Bemerkenswertes zur Schulpolitik in Deutschland

Der langjährige Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes (DPhV) und jetzige Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL), Heinz-Peter Meidinger gab einen sehr informativen Einblick in aktuelle Themenfelder der deutschen Bildungspolitik.

Nach einer kurzen Vorstellung seiner Person und seines beruflichen bzw. verbandspolitischen Werdegangs ging er auf die Rolle des Deutschen Lehrerverbandes (DL) in der bildungspolitischen Diskussion ein. Entscheidend sei hier seine Wirksamkeit auf medialer Ebene im Einsatz für ein gegliedertes Schulwesen. Über gute Kontakte zu Presse und Fernsehen sowie zu den Kultusministerien könne hier viel Positives bewirkt werden.
In vielen Bundesländer führe der durch einen z. T. eklatanten Lehrermangel hervorgerufene Rückgriff auf nicht pädagogisch hinreichend qualifizierte Quereinsteiger letztlich zu einer zunehmenden Deprofessionalisierung und Entwertung des Lehrerberufs. Dem sei entschieden entgegenzutreten. Auch wenn sich in unserem Bundesland die Situation anders darstelle, könne sich Bayern nicht völlig Entwicklungen im Bund entziehen. Dies gelte auch für die starke Forderung nach einer “Vereinheitlichung” der Lehrämter bei gleicher Bezahlung aller Lehrkräfte. In einigen Bundesländer sei dies z. T. schon umgesetzt. Weitere wichtige Themen seien das Abitur und sein Stellenwert sowie die praktische Umsetzung der Inklusion an Schulen.

In Bayern spiele Lehrermangel momentan an Grund-, Förder- und Beruflichen Schulen eine Rolle. Die Ursachen hierbei seien unterschiedlich: im Bereich der Grundschulen spielten hier u.a. steigende Kinderzahlen sowie die Folgen der Flüchtlingswelle 2015 eine Rolle. Während in Bayern praktisch kaum Quereinsteiger ohne pädagogische Qualifikation berücksichtigt würden, sehe dies in der übrigen Bundesrepublik häufig anders aus. Heinz-Peter Meidinger warnte in diesem Zusammenhang noch einmal eindringlich vor den negativen Folgen für die Kinder durch diese “fatale Deprofessionalisierung und Abwertung des Lehrerberufs”.
Die Ergebnisse der Arbeitszeitstudie lägen leider noch nicht vor, da sich die Auswertung aufgrund der Komplexität der Materie verzögert habe. Nach ihrem Vorliegen müssten die Ergebnisse aber effektiv in den Medien präsentiert werden. In den verschiedenen Bundesländern werde es hier sicherlich unterschiedliche Strategien geben.

Es gelte grundsätzlich alle Chancen für Gehör in der Öffentlichkeit zu nutzen, z. B. im Hinblick auf Leistungsanforderungen, Qualität in der Bildung etc.

Die insgesamt guten Arbeitsbedingungen für Gymnasiallehrkräfte in Bayern seien zu einem großen Maße der Arbeit des Verbandes zu verdanken.

Im Anschluss an die Ausführungen wurde u. a. die Vergleichbarkeit und Bedeutung des Abiturs als Zulassungsvoraussetzung für die Universität diskutiert.


Gedanken zur Lehrergesundheit

Hauptpersonalrätin Rita Bovenz konnte den Teilnehmern der Bezirksversammlung in Ihrem Vortrag wichtige Überlegungen und Impulse für eine gesundes und starkes Arbeiten und Leben als Lehrerin und Lehrer mitgeben. “7 Grundprinzipien für ein zufriedenes Leben mit einem starken Ich” sowie “Mental stark im Lehrberuf” waren Ihre Ausführungen überschrieben. Sehr engagiert und mit ausgezeichneter Sachkenntnis vermittelte Rita Bovenz, was für ein gelingendes Wirken als Lehrer bei gleichzeitig guter Gesundheit und Lebensfreude wichtig sei.

Zum Abschluss dankte der Bezirksvorsitzende Peter Drescher allen Referentinnen und Referenten für Ihre Beiträge und allen Anwesenden für ihren engagierten und konstruktiven Beitrag zum Gelingen der Bezirksversammlung.

Markus Kestler

Mitgliederversammlung in Bamberg 2019

Mitgliederversammlung in Bamberg

Für den 27. Februar 2019 hatten die Bamberger Delegierten des bpv zu ihrer traditionellen Mitgliederversammlung eingeladen. Viele aktive und einige zu ehrende Mitglieder und Senioren, das älteste Bamberger Mitglied, StD a.D. Theo Gulden, und die Hauptpersonalrätin und Rechtsschutzreferentin StDin Ina Hesse, konnte der Bezirksvorsitzende Peter Drescher des bpv-Oberfranken begrüßen. Er zeigte sich über die große Resonanz sichtlich erfreut.


Tätigkeitsbericht des Bezirksvorsitzenden

In seinem Kurzbericht ging der Bezirksvorsitzende zuerst auf den Erfolg durch die Einführung des neuen neunjährigen Gymnasiums ein. Derzeit sei die Ausgestaltung der neuen Oberstufe Gegenstand intensiver Diskussionen und Beratungen, an denen der bpv maßgeblich beteiligt ist. Ein Ziel hierbei sei die Etablierung von zwei Vertiefungsfächern. Insgesamt sei ein Konzept mit Maß und Ziel wichtig, das u. a. die Schüler nicht mit zu vielen Unterrichtsstunden überfordere. Die Direktorenvereinigung lege Wert auf ein einfaches System für die kommende Oberstufe, damit auch kleine Gymnasien dies organisatorisch problemlos bewältigen könnten.
Die Bedeutung der “Überholspur”, bei der die 11. Klasse ausgelassen werden könne, wurde ebenfalls vom Bezirksvorsitzenden betont.

Die erstmalige Leitung des Kultusministeriums durch Prof. Piazolo von den Freien Wählern sei aus Sicht des Verbandes unproblematisch, da der neue Minister für das Gymnasium und ein gegliedertes Schulsystem eintrete. Sehr bedenklich sei allerdings der Vorsitz des kulturpolitischen Ausschusses durch einen Abgeordneten der AfD.

Abschließend wurde noch das Thema Digitalisierung in seinen wesentlichen Aspekten kurz beleuchtet.


Aktuelles aus dem Hauptpersonalrat

Hauptpersonalrätin Ina Hesse gab in ihrem Vortrag einen Überblick zu aktuellen Themen ihrer Arbeit. Zunächst ging sie auf die bundesweit angelegte Arbeitszeitstudie ein, die Anfang des Jahres 2018 durchgeführt wurde. In Bayern gab es dabei eine hohe Beteiligung. Aufgrund der Komplexität der unterschiedlichen Schulsysteme sei bisher die Auswertung u. a. durch die Universität Rostock aber noch nicht abgeschlossen.

Die mittlerweile abgeschlossene Beurteilung 2018 sei momentan ein wichtiges Arbeitsfeld des HPR, da viele Kolleginnen und Kollegen Beratungsbedarf diesbezüglich hätten. Ina Hesse erklärte den weiteren Ablauf in der Bearbeitung der Beurteilungen bis zum Abschluss des Verfahrens. Im kommenden Herbst würden die neuen Beurteilungen dann auch für die dann anstehenden Beförderungen herangezogen.

Im Bereich der Fachbetreuungen gewinne das Konzept ,,Fachlichkeit und Führung”, zu dem vor kurzem auch ein Expertengespräch des bpv mit Verantwortlichen des KM und ISB in Nürnberg stattfand, immer mehr an Bedeutung. Im Mittelpunkt stehe dabei ein kollegialer und partizipativer Führungsstil in den einzelnen Fachschaften.
Zur intensiven Einarbeitung sei im Bereich der Oberstufenkoordinatoren und der Systembetreuer auch eine vorgezogene Funktionsübertragung möglich, so dass für die ausgewählten Kandidaten Sicherheit bei der Übernahme der neuen Tätigkeit bestünde.


Ehrung verdienter Mitglieder


Mehrere Kolleginnen und Kollegen konnten vom Bezirksvorsitzenden geehrt werden: Für 40 Jahre treue Mitgliedschaft im bpv wurden geehrt: Maria Haken-Krell, Dagmar Raab, Ottmar Geuß, Werner Heikenwälder, Rainer Hofmann, Detlef Palt, Erhard Pflaum, Klaus Walter.

Für 50 Jahre in Silber wurden geehrt: Heinrich Dobrzanski, Alfred Kotschenreuther, für 60 Jahre Mitgliedschaft in Silber wurde geehrt: Helmut Hoh


Der Bezirksvorsitzende würdigte das Engagement der Geehrten für unser Gymnasium und den Verband. Er hoffe, dass alle dem bpv auch in Zukunft die Treue hielten und sich somit für das Wohl der Schülerinnen und Schüler einsetzten.


Markus Kestler

Bezirksversammlung Oberfranken 05.10.2018

Der Bezirksvorsitzende Peter Drescher konnte zur Herbstversammlung in Würgau eine große Zahl von Delegierten, Obleuten, Fachgruppensprecher sowie Vertreter der Pensionisten begrüßen.

Zu Beginn der Versammlung wurde in einer Gedenkminute der Delegierten und Fachgruppenvorsitzenden Ulrike Drescher gedacht, die vor kurzem plötzlich und unerwartet verstorben war (Nachruf in GiB Sept. 2018).

Aktuelles und Tätigkeitsberichte

Der Bezirksvorsitzende gab allen Anwesenden einen detaillierten und kenntnisreichen Überblick zu aktuellen Themen der Schulpolitik und Entwicklungen bei der Ausgestaltung des neuen neunjährigen Gymnasiums. Im Bereich der Lehrerbildung gebe es Tendenzen, u. a. vom momentanem KMK- Vorsitzenden Holter aus Thüringen, die Lehrerbildung nach dem Alter der zu unterrichtenden Kinder auszurichten und damit die bewährte schulartspezifische Ausbildung aufzugeben. Hier wird von Seiten des bpv eine klare Gegenposition vertreten.

Auch die Weiterentwicklung des gegliederten Schulsystems stelle einen wichtigen Aspekt der momentanen Diskussionen in der Schulpolitik dar. Insbesondere im Hinblick auf die bevorstehenden Landtagswahlen existierten hier gewisse Unsicherheiten, da nach den aktuellen Umfragewerten eine Koalitionsregierung in Bayern wahrscheinlich sei. Während die momentane Staatsregierung klar zum gegliederten Schulsystem in seiner momentanen Form stehe, wie vor kurzem auch auf einer Veranstaltung zur Bildungspolitik mit Staatssekretärin Trautner und Staatsministerin Huml in Stegaurach deutlich wurde, könne man bei den möglichen Koalitionspartnern nicht unbedingt davon ausgehen. Die Auswirkungen der Landtagswahl auf die zukünftigen bildungspolitischen Entscheidungen wurden intensiv in der Bezirksversammlung diskutiert. Unabhängig von einer möglichen Regierungskoalition nach den Wahlen sei von Seiten des Verbandes ein sehr klares Eintreten für unser gegliedertes Schulsystem einschließlich einer schulartspezifischen Lehrerbildung nötig.


Zur Weiterentwicklung des neunjährigen Gymnasiums konnte Peter Drescher keine näheren Informationen zur geplanten Überholspur geben, da bisher lediglich die Festlegung auf die 11. Jahrgangstufe fest sei. Alle anderen Details würden im Moment noch erarbeitet.

Für die Gestaltung der neuen Oberstufe wurden von Seiten des bpv wichtige Impulse geliefert und insbesondere im Bildungsbeirat intensiv daran mitgearbeitet. In welcher Form es künftig eventuell zur Etablierung von Basis- bzw. Vertiefungsfächern kommen werde, sei noch unsicher. Wohl angesichts der bevorstehenden Wahl sei hier ein gewisser Stillstand bei den Verhandlungen eingetreten. Bezeichnungen wie „Grund- bzw. Leistungskurs“ aus dem alten G 9 würden auf alle Fälle nicht mehr vorkommen. Die im AK Oberstufe engagierte Delegierte Anni Krug berichtete von den großen Schwierigkeiten, z. B. bei der Festlegung der Stundenzahlen, zu einem tragfähigen Konsens zu kommen. Der Übergang von G 8 zum neuen G 9 wurde intensiv von den Teilnehmern der Bezirksversammlung diskutiert. Hierbei wird u.a. Wert darauf gelegt, dass der Verband sich hier intensiv einbringt, insbesondere z. B. bei den Fragen von Spezialisierung und der Einführung von Vertiefungsfächern.


Es erfolgte ein Aufruf, sich bei der Wahl der Auszubildendenvertretung einzubringen. Ein Vorschlag zur Erleichterung der Abwicklung wäre eine grundsätzliche Organisation der Wahl über die jeweiligen Seminarschulen. Die Weiterentwicklung der Tätigkeit der Fachbetreuer wird Gegenstand eine Tagung in Nürnberg sein.

In seinem Tätigkeitsbericht konnte der Bezirksvorsitzende Peter Drescher zudem wieder einmal von seinem immensen Engagement in verschiedenen Gremien des bpv, wie dem Hauptvorstand, den AKs Satzung, Berufspolitik etc. und darüber hinaus berichten, welches er trotz gesundheitlicher Einschränkungen bewältigen konnte.

Sorgen bereiten Peter Drescher der Rückgang der Schülerinnen und Schüler, die Latein lernen. Pro Jahr seien dies an staatlichen Gymnasien ca. 5000 Kinder und Jugendliche weniger. Ein Faktor hierbei sei die zunehmende Beliebtheit von spätbeginnenden Fremdsprachen wie z. B. Spanisch. Ebenfalls kritisch wäre, zumindest außerhalb Bayerns, die deutliche Erhöhung der Zahl von Gesamtschulen, die wiederum mit einem Trend des wohlhabenden Bildungsbürgertums zu Privatschulen verknüpft scheint.


Nach dem Bericht zur finanziellen Lage des Bezirksverbandes bescheinigten die Kassenprüfer dem Bezirkskassier eine exakte und vorbildliche Führung der Kasse und empfahlen seine Entlastung, die dann auch einstimmig erfolgte.

Wahlen zum Bezirksvorsitz

Der Bezirksvorsitzende wies in einem Ausblick bereits auf die Wahlen auf Bezirksebene im Jahr 2019 hin, bei der er aus Altersgründen nicht mehr antreten könne. Ebenfalls seien die anderen Amtsträger zu wählen. Der stellvertretende Bezirksvorsitzende Markus Kestler ermunterte die Anwesenden zur Kandidatur im kommenden Jahr, damit es zu einer echten Auswahl bei der Besetzung der verschiedenen Ämter kommen könne.

Beratung der Anträge

Die Anträge für die Hauptversammlung in Deggendorf wurden intensiv beraten und darüber abgestimmt.

Mit einem großen Dank an alle Anwesenden für ihre engagierte Mitarbeit und die konstruktiven Diskussionen beendete der Bezirksvorsitzende Peter Drescher die Bezirksversammlung.


Markus Kestler



Bezirksversammlung Oberfranken

Am Freitag, 6.10.2017 konnte der Bezirksvorsitzende Peter Drescher im Saal der Brauerei Hartmann in Würgau Delegierte, Obleute und Bezirksfachgruppenleiter, insb. die neu gewählten, sowie den Seniorenvertreter Hubert Wicklein und den ehemaligen Bezirksvorsitzenden Alfons Neudecker begrüßen; er freue sich sehr über die große Zahl der Anwesenden, die sich für den Verband engagieren.

Nach dem Bericht zur finanziellen Lage des Bezirksverbands Oberfranken bescheinigten die Kassenprüfer dem Kassenwart eine akribisch genaue Führung der Bezirkskasse und empfahlen die Entlastung, die einstimmig erfolgte.

Aktuelles und Tätigkeitsbericht

Der Beschluss der Staatsregierung, die gymnasiale Lernzeit ab dem Schuljahr 2018/19 wieder auf neun Jahre auszudehnen, sei sicherlich der größte Erfolg, den der Verband durch zähes Argumentieren erzielen konnte. Ebenfalls positiv sei die Tatsache, dass die 47 Pilotschulen der MittelstufePlus diese bis die neunjährige Lernzeit allgemein greift, weiterführen dürfen. Die Gestaltung der „Überholspur“, d.h. der Möglichkeit für besonders begabte Schülerinnen und Schüler das Abitur nach acht Jahren ablegen und begleitet eine Jahrgangsstufe überspringen zu können, stelle die nächste Aufgabe dar. Ebenfalls werde die Anpassung der Lehrpläne konstruktiv kritisch begleitet, wobei die Konzeption der neuen Stundentafel für einige Fächer nicht unproblematisch, aber durch die Vorgaben der Politik bedingt sei.

Die Stärkung der Gymnasialen Zweige, wobei Koppelungen wieder aufgelöst werden, sollte in der Oberstufe ihre Fortsetzung finden. Ein Vorziehen des P-Seminars in die neue 11. Jahrgangsstufe könnte die Kursphase entlasten. Allgemein sei eine Möglichkeit der Vertiefung in allen Fächern anzustreben.

Die Seniorenvertretung einheitlich zu regeln, dabei das Regionalprinzip aufrechtzuerhalten und den Senioren die ihnen gebührende Wertschätzung entgegenzubringen, habe im Arbeitskreis Geschäftsordnung und Satzung für zeitintensive Vorbereitungsarbeit gesorgt. Schließlich konnte die Wahl der Seniorenvertretungen in den einzelnen Bezirken zeitgleich am 28. Juni 2017 realisiert werden. In Oberfranken wurden OStD a.D. Hubert Wicklein und OStD a.D. Dr. Ernst Walter bei der Versammlung in Bayreuth in das neue Gremium gewählt. Sprecher der oberfränkischen Senioren ist Hubert Wicklein.

Anträge

Die Ergebnisse für die im letzten Jahr vom Bezirk in die HVS eingebrachten Anträge stellte der Bezirksvorsitzende kurz dar. Leider sei nicht bei allen ein ansprechendes Ergebnis erzielt worden. Über die von Kolleginnen und Kollegen eingebrachten Anträge für die HVS in Garmisch-Partenkirchen wurde ausführlich diskutiert und schließlich abgestimmt.

Ausblick

Auf Anregung aus dem Plenum wurden nochmals einige Aspekte zur neuen Stundentafel, der beabsichtigten Stärkung der Fächer, insb. im MINT-Bereich, und zum Schulverwaltungsprogramm ASV thematisiert. Mit der Festsetzung des Termins für die Klausurtagung im Frühjahr und dem Dank an die Anwesenden für ihr hohes Engagement und den intensiven konstruktiven Austausch beendete der Bezirksvorsitzende das Treffen.

Ulrike Drescher

Bezirksversammlung in Großheirath

Bezirksversammlung des bpv-Oberfranken in Großheirath

Aufbruchstimmung: Das neue neunjährige Gymnasium?

Am ersten Frühlingswochenende fand die zweitägige Bezirksversammlung des bpv-Oberfranken in Großheirath statt. Der Sonnenschein harmonierte mit der Stimmung unter den Teilnehmern, die der Bezirksvorsitzende begrüßen konnte. Neben den Delegierten, Obleuten, Fachgruppenleitern und Referenten hieß er besonders den MB für die Gymnasien in Oberfranken Dr. Edmund Neubauer, unsere Ehrenmitglieder Dr. Ernst Walter, Georg Kosuch, Alfons Neudecker und den Seniorenvertreter Hubert Wicklein sowie dessen Vorgänger Norbert Meißner herzlich willkommen. Nach einem kurzen Rückblick auf die HVS in Bamberg und seine Tätigkeit in den letzten Monaten erläuterte der Bezirksvorsitzende kurz die Modalitäten zu den verbandsinternen Wahlen, die in der Woche vom 27. bis 31. März 2017 durchgeführt werden. Besonders erfreut zeigte er sich, dass unter den Mitgliedern für jede verbandsinterne Funktion im Bezirk mindestens ein Kandidat gefunden werden konnte. Für die Wahl der Seniorenvertretung ergeht demnächst eine schriftliche Einladung.

Aufbruchstimmung?

Der Verbandsvorsitzende Michael Schwägerl betonte, dass er die Einladung zur Bezirksversammlung gerne angenommen habe. Zuerst ging er auf das KMS zur Verschiebung der Notenbekanntgabe im Rahmen der Abiturprüfung ein. Deutlich wurde, dass eine nochmalige Änderung für diesen Abiturtermin nicht zu erwarten sei. Dem offenen Brief des Verbandes sei dessen Position zu entnehmen. Die politische Entscheidung in der KMK für länderübergreifende Aufgaben, die einheitliche Standards in den Prüfungen sichern sollen, führe dazu, dass die Abiturtermine nur in einem begrenzten Zeitfenster festzulegen sind, was zu den entsprechenden Korrekturfristen führe.
Bei der Diskussion um die gymnasiale Schulzeit habe sich viel bewegt. Die gesamte Schulfamilie habe sich inzwischen für eine neunjährige Variante ausgesprochen. In einer gemeinsamen Presseerklärung der Landes-Eltern-Vereinigung, der Bayerischen Direktorenvereinigung, des bpv und des Landesschülerrates vom 8. März fordern die Institutionen ein Ende des Zögerns und mahnen eine Grundsatzentscheidung für ein qualitätsvolles Gymnasium an. Detailfragen solle man im nächsten Schritt zeitnah klären. Für die Pilotschulen fordere die LEV eine Entscheidung, die Mittelstufe Plus weiterhin zu ermöglichen, „um den Übergang an diesen Schulen sinnvoll zu gestalten“. Der Landesschülerrat möchte nach der Grundsatzentscheidung für neun Jahre Gymnasialschulzeit eine Veränderung in der Oberstufe, die eine verstärkte Vertiefung und individuelle Profilbildung erlaube.
Über die Dauer der gymnasialen Schulzeit werde wahrscheinlich im Rahmen des „großen Bildungspaketes“, das alle Schularten einbeziehe, noch vor den Osterferien entschieden werden. Somit leben wir momentan in einer spannenden Zeit.

Hochschule, Lehrerbildung und Studierendenvertretung

Michael Demel, Referatsleiter VI, informierte über die Zielsetzung seines Referats, über die Kontakte zu Hochschulen, Hochschul- bzw. Hochschullehrerverbänden, die Planung, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen an den Universitäten sowie die Betreuung der Studierendenvertretung. In Zusammenarbeit mit dem Referat IV werden Informationsschriften und Faltblätter entwickelt.
Möglichkeiten, wie die Studierenden mit Ziel Gymnasiallehramt einen Masterabschluss erlangen können, werden intensiv diskutiert. An einer schulartbezogenen Lehrerbildung werde festgehalten, ebenso am zweijährigen Referendariat und an Fortbildungsangeboten für Kolleginnen und Kollegen.

Anregungen zur Mitgliederwerbung von den Teilnehmern der Bezirksversammlung nahm Herr Demel gerne auf.

Ehrungen und Verabschiedungen

Im Rahmen der Klausurtagung ehrte der Bezirksvorsitzende StD a.D . Walter Gerner sowie StD a.D. Norbert Moschall, langjähriger Delegierter, jeweils für ihre 40-jährige Mitgliedschaft.
Für StD a.D. Arno Liebhaber und StD Richard Scheder, beide über viele Jahre Delegierte für Bamberg bzw. Hof, endet mit Ablauf des Schuljahres ihre aktive Verbandsarbeit; ihnen dankte der Bezirksvorsitzende für ihr Engagement, das sie für den Verband über viele Jahre hinweg aufgebracht haben. Außerdem erhielt StD Thomas Schweida eine Urkunde und Ehrennadel in Gold für 25-jährige Mitgliedschaft und seinen Einsatz für den Verband.

Bildungsbeirat (BB) – Bildungspolitik – Wolfram Janke referiert

Der Bildungsbeirat, dem die Landesfachgruppenvorsitzenden, die die Fächervielfalt im Gymnasium als zentrales Merkmal widerspiegeln, die Sachverständigen aus den Bereichen Schulpsychologie, Beratung, Referendare und Jungphilologen, Hochschuldidaktik, Seminarlehrkräfte sowie Berufliche Oberschulen und der Referatsleiter für Bildungs- und Schulpolitik Wolfram Janke angehören, prüft und diskutiert alle wichtigen bildungs- und schulpolitischen Fragen. Das Expertengremium verfasse nach eingehender Beratung u. A. Stellungnahmen zu Lehrplänen, Schulordnungs- oder Gesetzesänderungen. Dass in Bayern ein Kompetenzbegriff verankert wurde, der an Wissen anknüpft , sei das Verdienst des BB und des bpv.

Diskussion um das Gymnasium

Der Bezirksvorsitzende zeigte sich sehr erfreut, dass MdL Michael Hofmann, Mitglied im Ausschuss und im Arbeitskreis der CSU-Fraktion für Bildung und Kultus, aus dem Stimmkreis Forchheim, der kurzfristigen Einladung zur Teilnahme an der Tagung in Großheirath gefolgt sei. Herr Hofmann berichtete von einer intensiven Diskussion innerhalb der Fraktion zur Bildungspolitik, die ein klares Votum für den Erhalt des mehrgliedrigen Schulsystems und eines qualitätsvollen Gymnasiums ergeben habe. Für das Gymnasium sei eine generelle neunjährige Schulzeit denkbar, wobei jedoch eine „Überholspur“ für Schülerinnen und Schüler, die in acht Jahren zum Abitur gelangen wollen, „eingebaut“ sein müsse. Grundsätzlich fordern die Politiker eine intensivere politische Bildung und eine Stärkung der Informatik, wobei die Umsetzung noch nicht geklärt sei, es müsse nicht unbedingt in eigene Fächern münden. Das Bewusstsein, dass verschiedene Schul- und Berufsabschlüsse wertvoll seien, muss gestärkt werden. Auch müsse die Durchlässigkeit zwischen den Schularten erhalten bzw. ausgebaut werden.
Im Anschluss diskutierte MdL Hofmann sehr offen und kontrovers mit den Versammlungsteilnehmern, was diese positiv mit ihrem Schlussapplaus goutierten.
Eine informative und von konstruktiven Gesprächen geprägte Bezirksversammlung endet mit dem Eindruck, dass der Aufbruch gelingen könne.

Ulrike Drescher

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.