Bezirk Oberfranken

Schule in den Zeiten der Pandemie


HERBSTVERSAMMLUNG DES BEZIRKS OBERFRANKEN IN KLOSTER BANZ

Was in der echten Normalität so ganz selbstverständlich ist, wurde am 25. September 2020 zu etwas Besonderem: eine Bezirksversammlung als Präsenzveranstaltung. So begrüßte der Bezirksvorsitzende Markus Kestler neben zahlreichen Delegierten, Obleuten und Fachgruppenleiterinnen und Fachgruppenleitern besonders seine Vorgänger Peter Drescher und Alfons Neudecker und die Seniorenvertreter Hubert Wicklein und Dr.Ernst Walter sowie den Verbandsvorsitzenden Michael Schwägerl zum Herbsttreffen in der Tagungsstätte der Hanns-Seidel-Stiftung in Kloster Banz unter besonderen Hygienevorgaben.


In seinem Bericht hob der neu gewählte Bezirksvorsitzende hervor, dass seine erste Amtszeit bisher von Corona geprägt sei; überwiegend seien auch die Sitzungen des Hauptvorstandes auf digitalem Weg erfolgt. Er äußerte die Hoffnung, dass Schulen gut durch das Schuljahr kommen mögen; im Augenblick stimmten die Infektionszahlen in Oberfranken optimistisch. Die Rückmeldung aus den Kollegien oberfränkischer Gymnasien sei differenziert, was den Umgang mit Corona anlangt, aber darin spiegele sich die Gesellschaft wider.


Verbandsvorsitzender Michael Schwägerl referierte zu „Schule und Verbandsarbeit in den Zeiten der Corona-Pandemie“. Die Luftreinigung der Klassenräume sei ein wichtiges Anliegen des Verbandes, nach seiner Einschätzung wichtiger als Dienstlaptops. Die Diskussion dazu laufe, aber angesichts der geschätzten Kosten, würden die Mittel von ca. 50 Millionen Euro wohl nicht für eine flächendeckende Ausstattung reichen, deshalb sei es erforderlich, je nach baulichen Gegebenheiten der einzelnen Schulen Prioritäten zu setzen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Corona-Debatte sei das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, wie sie nach dem derzeit gültigen Rahmen-Hygieneplan gefordert sei. Transparente Masken seien zugelassen, sie böten aber keinen Schutz für den Träger selbst, verhinderten jedoch den ungehemmten Tröpfchenausstoß. Die Problematik für den Verband bestehe darin, dass es wie in der Gesellschaft an sich ein breites Spektrum an Meinungen dazu gebe, auch Austritte, weil den einen die Maßnahmen zu locker und den anderen diese als zu streng erschienen.

Was die Schulen auch belaste, sei die Kurzfristigkeit von Entscheidungen, das Ministerium reagiere auf Entscheidungen aus der Staatskanzlei, daher gebe es kultusministerielle Schreiben auch zum Wochenende, die bereits am Wochenanfang umgesetzt werden müssten. Auch der Verband müsse rasch reagieren, daher seien auch für ihn, den Vorsitzenden, teilweise wenig Absprachen möglich, oft nur mit dem geschäftsführenden Vorstand. Wie elementar Schule in der Strukturierung des Alltags sei, habe die Krise erst sichtbar gemacht. Deshalb sei es ein dringendes Anliegen von Ministerpräsident Söder, Wirtschaft, Schule und Kindertagesstätten am Laufen zu halten und einen weiteren Lockdown unbedingt zu vermeiden.

Die Gestaltung der Oberstufe und des Abiturs im G 9 seien regelrecht geräuschlos durch den Ministerrat gegangen; hier habe der Verband sich gut einbringen können. Ein wesentlicher Erfolg sei auch, dass es nun externe Systemadministratoren (sechs bis acht pro Landkreis) geben solle. Schwägerl kritisierte jedoch, dass die Warteliste nicht geleert worden sei; auf 4400 staatliche Schulen entfielen 800 Teamlehrkräfte, die den coronabedingten Ausfall von Lehrkräften kompensieren sollen.

Die Hauptversammlung 2020 werde angesichts des Infektionsgeschehens in München keine Präsenzveranstaltung sein, nach einer virtuellen Lösung werde gesucht.

Zum Ende seines Referats ging der Vorsitzende auf die mediale Präsenz des bpv ein. Sie sei nicht flächendeckend, in verschiedenen Redaktionen sei die Stimmung eher gegen Philologen gerichtet und für Fragestellungen im Bildungsbereich werde meist der BLLV gehört.

Bei der nachfolgenden Diskussion wurden zahlreiche Fragen, die sich aus der besonderen Zeit in der Schule ergaben, erörtert. So ging es um Datenschutz bei Videokonferenzen bzw. Videounterricht; das Gesicht müsse nicht gezeigt werden, nur Ton und Tafelbild. Mebis und Teams konkurrierten mit bestehenden Schulportalen. Schwägerl führt aus, dass ein Problem bei Mebis sei, dass die Server wegen der Bildübertragung überfordert seien. Das Kultusministerium verhandle mit MS, um Teams fortzuführen (über 31. Dezember hinaus), Ministerpräsident Söder habe eine eigene Schulcloud, die Bayerncloud, beim Schulgipfel angekündigt.

Insgesamt wurden mehr Verlässlichkeit, z. B. in welches System man sich einarbeiten solle, und einheitliche Hygienekonzepte gefordert. Außerdem sollten die zusätzlichen Belastungen, die sich u. a. in einer Mehrung von Aufsichten zeigen, gesehen werden.

Michael Schwägerl wies abschließend darauf hin, dass die Regeln in der Schule strenger seien, weil dies eine staatliche Pflichtveranstaltung sei, sodass eine besondere Fürsorgepflicht herrsche. Wichtig sei es, allen Widersprüchlichkeiten zum Trotz die Akzeptanz der „Entscheider“ zu erhalten, das sei notwendig im demokratischen Prozess.

Nach der Aussprache mit dem Verbandsvorsitzenden machte Markus Kestler darauf aufmerksam, dass es außer Corona auch noch andere wichtige Themen gebe, so das neue G-9-Abitur. Er selbst fände die Stärkung des Profils, z. B. dass bei zwei Fremdsprachen kein Deutsch-Abitur oder bei zwei MINT-Fächern kein Mathematik-Abitur abgelegt werden müsse, attraktiv.

Danach verlasen der Bezirksschatzmeister Thomas Schweida und der Kassenprüfer Jochen Späth ihre Tätigkeitsberichte; der Schatzmeister wurde von der Versammlung einstimmig entlastet.

Nächster Tagesordnungspunkt waren die 2021 anstehenden Wahlen. Bei der HPR-Wahl gebe es, so Kestler, durch die Trennung der Ministerien vier oder fünf statt drei Vertreter/innen des Gymnasiums. Die verbandsinternen Wahlen fänden vom 15. bis 19. März 2021 statt, allerdings ohne Seniorenvertretung, weil diese über Briefwahl organisiert wird.

Für die Hauptversammlung 2021 waren fünf Anträge eingegangen, die diskutiert und über die abgestimmt wurde.

Nach einer angeregten Debatte, wie man Studierende bzw. Berufsanfänger für den Verband gewinnen könne, schloss Markus Kestler die Bezirkstagung.


Anni Krug

Bezirksversammlung in Großheirath

Die zweitägige Bezirksversammlung des bpv-Oberfranken in Großheirath fand in diesem Jahr in besonderen Zeiten statt. Am Morgen noch hatte Ministerpräsident Söder die geplanten Schulschließungen angekündigt, am Nachmittag trafen sich Delegierte, Obleute, Fachgruppenleiter, Personalräte, Seniorenvertreter und Ehrenmitglieder unter Beachtung der gängigen Hygieneregeln zur Frühjahrsversammlung. Der Bezirksvorsitzende Markus Kestler begrüßte alle herzlich und dankte für ihr Kommen.

Bericht des Bezirksvorsitzenden

Der Bezirksvorsitzende gab einen kurzen Überblick zu seinen bisherigen Aktivitäten seit der Amtsübernahme zu Beginn des Jahres, die insbesondere durch eine Einarbeitungsphase und u. a. durch die Knüpfung erster Kontakte, z. B. bei einem Presseinterview, geprägt gewesen sei. Neben der Klausurtagung des Hauptvorstandes war die traditionelle Bamberger Mitgliederversammlung ein erster wichtiger Verbandstermin.

Wiederholung der Bezirkswahlen

Unter der souveränen Leitung des Delegierten Uwe Göbel wurden die Bezirkswahlen durchgeführt, die aus formalen Gründen zu wiederholen waren. Sie erbrachten die gleichen Ergebnisse wie die Wahlen im vergangenen September. Markus Kestler wurde zum Bezirksvorsitzenden und Thomas Schweida zu seinem Stellvertreter und Bezirkskassier gewählt. Auch bei den Kassenprüfern (Jochen Späth und Richard Scheder) gab es keine Veränderungen. Alle Kandidaten nahmen die Wahl gerne an.

Gespräch mit MdL Holger Dremel

Als erster Gast konnte der Landtagsabgeordnete Holger Dremel aus Schesslitz (Mitglied des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes) begrüßt werden. Der sehr kompetente Gesprächspartner beeindruckte die Anwesenden mit viel Sachkenntnis, Erfahrung und Empathie. Zahlreiche Anliegen des Verbandes und seiner Mitglieder, z. B. im Hinblick auf das Festhalten an der Qualität des bayerischen Abiturs, der differenzierten Lehrerbildung oder auch der Besoldung, wurden in einer engagierten und interessanten Diskussion erörtert. Herr Dremel sagte zu, die angesprochenen Themen und Anliegen bei seiner Arbeit im Landtag zu berücksichtigen. Der Bezirksvorsitzende dankte Herrn Dremel für sein Kommen und die engagierte Diskussion. Man vereinbarte, auch weiterhin im Gespräch zu bleiben.

Die Arbeit der rjv

T. Bittner erläuterte den Anwesenden Wesen und Entwicklung der ,,Zweitqualifikation” für ausgebildete Gymnasiallehrkräfte ohne Anstellungsangebot, um ihnen eine Perspektive der Arbeit an Grund-, Mittel- und Förderschulen zu ermöglichen. Im Januar 2020 würden ca. 1400 Lehrkräfte an dieser Maßnahme teilnehmen. Von Seiten des Verbandes wurden auch bereits Vorbereitungsangebote für den Einstieg an Grundschulen angeboten, die gerne angenommen wurden. S. Ansley und Ph. Trommer gaben den Anwesenden u. a. Einblicke in die allgemeine Arbeit der rjv und in die Starthilfen für Referendare. Ein wichtiger Aspekt sei die Kontaktaufnahme mit den Studierenden an den unterschiedlichen Universitäten, um zukünftige Referendare schon früh für die Verbandsarbeit zu gewinnen. Die intensive Diskussion zu den verschiedenen Aspekten zeigte das rege Interesse der Anwesenden an der Arbeit der rjv. Mit einem kleinen Geschenk dankte der Bezirksvorsitzende Markus Kestler dem Referententeam.

Würdigung des langjährigen Bezirksvorsitzenden Peter Drescher

Ein besonderer Höhepunkt der Frühjahrstagung war die Würdigung des bisherigen Bezirksvorsitzenden Peter Drescher. Mit Empathie und Herzblut, unermüdlichem Engagement, äußerst kompetent und eloquent hat dieser 12 Jahre lang den Bezirk geführt und seine Anliegen mit Nachdruck und Erfolg vertreten. Wobei auch der Humor niemals zu kurz kam. Neben der Arbeit im Hauptvorstand (für drei Jahre auch im Geschäftsführenden Vorstand) war Peter Drescher u. a. auch in den Arbeitskreisen Berufspolitik, Satzung und Geschäftsführung aktiv. Darüber hinaus leitete er den AK Direktoren. Als ein Höhepunkt seines Einsatzes für den Verband kann die HVS 2016 in Bamberg hervorgehoben werden, die zweite HVS, die er sehr beeindruckend und erfolgreich organisiert hatte. Unter sehr großem Applaus erhielt Peter Drescher von seinem Nachfolger ein kleines Geschenk als Zeichen des Dankes und der Anerkennung seines beeindruckenden Wirkens.

Lehrerarbeit im Wandel

Der Vorsitzende des bpv, Michael Schwägerl, übernahm persönlich die Aufgabe, die lange erwarteten Ergebnisse der Studie ,,Lehrerarbeit im Wandel” in der Bezirksversammlung zu erläutern, die kurz zuvor veröffentlicht wurden. Auf die Präsentation folgte eine sehr engagierte Diskussion über die Ergebnisse und die daraus zu ziehenden Konsequenzen für die zukünftige Verbandsarbeit. Eine der wesentlichen Forderungen war die Schaffung weiterer Entlastungen für die Lehrkräfte.
(Eine gute Zusammenfassung der Ergebnisse und Forderungen des bpv bietet die PE https://www.bpv.de/presse-aktuelles/pressearchiv/presse-2020/bpv-warnt-belastungsbogen-nicht-ueberspannen.html vom 09.03.20)

Aktuelles aus dem HPR

Erstmals zu einer Bezirksversammlung in Oberfranken konnte Julian Lohr begrüßt werden, der vor kurzem für Rita Bovenz in den HPR nachgerückt war. Neben dem aktuell im Mittelpunkt stehenden Thema Corona-Virus und dem Umgang damit an den Schulen wurden u. a. auch die Umsetzung der Masern-Impfpflicht sowie das Betriebliche Eingliederungs-Management nach längerer Abwesenheit besprochen und diskutiert.

Zum Abschluss dankte der Bezirksvorsitzende Markus Kestler allen Referentinnen und Referenten für ihre Beiträge und allen Anwesenden für ihren engagierten und konstruktiven Beitrag zum Gelingen der Bezirksversammlung.


Markus Kestler

Bezirksversammlung in Würgau am 20.09.2019

Der Bezirksvorsitzende Peter Drescher konnte zur Herbstversammlung in Würgau eine große Zahl von Delegierten, Obleuten, Fachgruppensprecher sowie Thomas Bittner als Vertreter der rjv begrüßen.

Aktuelles und Tätigkeitsberichte

Der Bezirksvorsitzende gab allen Anwesenden einen kurzen Überblick zu aktuellen Themen der Schulpolitik und Entwicklungen bei der Ausgestaltung des neuen neunjährigen Gymnasiums. Im Mittelpunkt stehe dabei momentan die Neukonzeption der Oberstufe, die in groben Zügen geplant sei und bei der es wohl ein Vertiefungsfach geben werde. Weitere Details würden aber noch festgelegt. Dieser Prozess werde vom bpv mit großem Engagement begleitet.

Im Hinblick auf die wiederholten Demonstrationen der „Fridays for Future“ Bewegung äußerte sich Peter Drescher kritisch zu den praktischen Auswirkungen auf den Schulbetrieb, z. B. bei nur doppelstündig am Freitag in der Q 12 zu unterrichtenden Fächern. Er zeigte sich daher erfreut über die jetzt deutliche Positionierung des Kultusministers. Er schlage jetzt härtere Töne im Hinblick auf das Fehlen im Unterricht an, da ja das zentrale Ziel der medialen Aufmerksamkeit für die Ziele der Demonstranten bereits erreicht sei.

Anschließend wurden die jüngst in den Medien veröffentlichten und hinterfragten, sehr guten Abiturschnitte in vielen Bundesländern und die sich daraus ergebenden Konsequenzen diskutiert. Insbesondere die verstärkten Forderungen nach einem bundesweiten, „gerechten“ Zentralabitur könnten zu einer Gefährdung des Qualitätsanspruchs des bayerischen Abiturs führen.

Der Bezirksvorsitzende Peter Drescher blickte zum Abschluss seines Tätigkeitsberichts nur kurz und kursorisch auf seine langjährige Arbeit in diesem Amt zurück. Alle Anwesenden dankten dem scheidenden Bezirksvorsitzenden für sein überragendes, von Herzblut getragenes und erfolgreiches Engagement u. a. in unterschiedlichen Arbeitskreisen sowie auf Bezirks- und Landesebene mit einem langanhaltenden Applaus.

Nach dem Bericht zur finanziellen Lage des Bezirksverbandes bescheinigten die Kassenprüfer dem Bezirkskassier eine exakte und vorbildliche Führung der Kasse und empfahlen seine Entlastung, die dann auch einstimmig erfolgte.

Neuwahlen

Im Mittelpunkt der Versammlung standen die Wahlen für die Ämter auf Bezirksebene. Der bisherige Bezirksvorsitzende Peter Drescher konnte aus Altersgründen nicht mehr antreten. Als Kandidat für den Bezirksvorsitz wurde sein Stellvertreter, Markus Kestler, von mehreren Schulen vorgeschlagen. Er stellte sich allen Wahlberechtigten vor, indem er insbesondere seine bisherigen Tätigkeiten und zukünftigen Ziele für die Arbeit im bpv skizzierte. In der anschließenden Wahl wurde er bei nur einer Enthaltung von allen übrigen Wählerinnen und Wähler zum neuen Bezirksvorsitzenden von Oberfranken gewählt.

Als Stellvertreter wurde Thomas Schweida mit einem identischen Ergebnis gewählt. Er wird zudem sein bisheriges Amt als Bezirkskassier weiter ausüben, was von der Bezirksversammlung einstimmig und dankbar unterstützt wurde. Jochen Späth und Richard Scheder werden das Amt als Kassenprüfer auf Wunsch der Wahlberechtigten ebenfalls weiter wahrnehmen. Peter Drescher dankte allen Kandidaten für ihr Engagement und beglückwünschte sie zur erfolgreichen Wahl.

Beratung der Anträge und Diskussion

Die Anträge für die Hauptversammlung in Nürnberg wurden intensiv beraten und darüber abgestimmt. Zudem wurden verschiedene Themenbereiche, wie z. B. Persönlichkeitsrechte und Datenschutz bei der Nutzung von digitalen Infoportalen an den Schulen oder die Belastung der Kollegien durch die Wahrnehmung von Elternzeit, intensiv diskutiert.

Mit einem großen Dank an alle Anwesenden für ihre engagierte Mitarbeit und die konstruktiven Beiträge beendete der Bezirksvorsitzende Peter Drescher die Bezirksversammlung.


Markus Kestler