Zuletzt von seinem Berufsverband geehrt wurde Hugo Hauck im Juni 2024 (siehe auch GiB 05-2024, S. 36) durch den bpv-Ruhestandsreferenten Willi Renner in Veitshöchheim. Über dem Bericht stand: “101 Lebensjahre und 73 Jahre bpv-Mitglied”. Über die Ehrung für 70 Jahre Mitgliedschaft, Hugo Haucks Beitrittsdatum ist der 01.01.1951, berichtete GiB 3-2022, S. 36/37, als Bezirksvorsitzender Peter Stegmann und sein Vorgänger Heiner Ratsch, heute Seniorenvertreter, im Februar 2022 verdiente langjährige Pädagogen auszeichneten. Wenige Tage nach seinem 102. Geburtstag ist Hugo Hauck am 19. März 2025 in Würzburg verstorben.
Über 70 Jahre bpv-Mitglied: Hugo Hauck (Mitte) ist am 19.03.2025 verstorben. Er beschäftigte sich auch im Ruhestand noch mit ostasiatischer Kunst, hier bei der Ehrung für 70 Jahre Mitgliedschaft im Februar 2022 durch Peter Stegmann (links), Bezirksvorsitzender von Unterfranken, und (rechts) sein Vorgänger Heiner Ratsch, heute Seniorenvertreter. (Foto: Wolfgang O. Hugo)
Vor der pädagogischen Laufbahn stand für Hugo Hauck, geboren 1923, die Einberufung mit 17 Jahren, Jagdflieger, Kriegsgefangenschaft in Ägypten, Kanada und England. Erst ab 1947 konnte Hugo Hauck Englisch, Geschichte und Sport in Erlangen und München studieren. Zwei Jahre Assistentenzeit am Hochschulinstitut für Leibesübungen, heute Sportzentrum der Universität Würzburg, folgten. Ab 1954 unterrichtete er am Siebold-Gymnasium Würzburg. Er blieb im Sport engagiert, organisierte Fortbildungen für unterfränkische Sportlehrer, war im Sportbeirat der Stadt, hatte einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule und war Seminarlehrer für Sportlehrer.
1970 berief der Stadtrat von Würzburg Hugo Hauck zum Schulleiter des Mozart-Gymnasiums. 1972 erreichte die damals noch reine Mädchenschule, im Volksmund “Backfisch-Aquarium” genannt, mit 1.218 Schülerinnen die höchste Schülerzahl. Das Gebäude des “Moz” von 1957 an der Ecke Maxstraße/Hofstraße wurde zu klein: Es folgte die Auslagerung von Klassen bei damaligem Lehrermangel, zumal auch das angeschlossene Abendgymnasium großen Zulauf hatte.
Kernstück von Hugo Haucks pädagogischem Konzept war eine leistungsfähige Schule, in der die Schüler nicht ausschließlich Kenntnisse erwerben: Sie sollten darüber hinaus eine Lernatmosphäre vorfinden, die ihnen Freude an der Schule gibt und breit angelegte gymnasiale Bildung ermöglicht. In den 16 Jahren unter Hugo Hauck wird die Kollegstufe (1976) eingeführt und aus der reinen Mädchen- eine koedukative Schule (1977). Das Mozart-Gymnasium war eine der beliebtesten Schulen in Würzburg, als er sie im Herbst 1986 an seinen Nachfolger Ewald Schellenberger übergab. Hugo Hauck verfasste zur 50 Jahr-Feier des “Moz” eine Geschichte der Schule (1987), war Vorsitzender des 1991 gegründeten “Förderverein des Mozart-Gymnasiums”, der versuchte, den Standort des “Moz” an der Residenz zu verteidigen.
Hugo Hauck beschäftigte sich mit ostasiatischer, insbesondere japanischer Kultur. Bei Besuchen vor Ort pflegt er die Verbindung zu japanischen Familien, deren Kinder er einmal an der Schule persönlich betreut hatte. Dem japanischen Germanisten Minoru Nambara half er bei der Neuauflage von dessen Deutsch-Japanischem Wörterbuch.
Wolfgang O. Hugo
Mitgliederversammlung des Bayerischen Philologenverbands im Landkreis Kitzingen
Im Konstitutionssaal des Schlosses Gaibach trafen sich Mitglieder des Bayerischen Philologenverbands (bpv) im Landkreis Kitzingen. Die ständige Stellvertreterin des Franken-Landschulheims Petra Sokol-Pemöller begrüßte neben den versammelten Mitgliedern ihrer Schule auch Lehrkräfte der Gymnasien Kitzingen und Marktbreit.
Unter dem Titel “Bildung in der Kultur der Digitalität” hielt Tilo Hemmert, Referent für Digitalisierung und Statistik im bpv, einen Impulsvortrag. Ausgangspunkt war das Buch “KI 2041: Zehn Zukunftsvisionen” von Kai Fu Lee, in dem der chinesischstämmige Autor prognostiziert, dass künftig “abgesehen vom Unterrichten (…) auch andere Bildungsaufgaben wie Planung, Leistungsmessung und sogar Vorlesungen an KI delegiert werden.” KI werde “Lernen viel effektiver, ansprechender und unterhaltsamer machen”, so die Zukunftsvision von Lee. Hemmert zeigte dagegen auf, dass KI zwar Teile der reinen Wissensvermittlung und des Übens übernehmen könne, aber Bildung von jungen Menschen an Gymnasien weitaus mehr umfasst. Dabei legte er besonderen Wert auf eine “achtsame Digitalisierung”, die es den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, auch in Zeiten der Digitalität reale Erfahrungen zu sammeln und ihre emotionale Intelligenz zu entwickeln. Kinder müssten in Zukunft ein Recht auf eine analoge Kindheit haben, um Kopf, Herz und Hand gleichermaßen durch reale Erlebnisse im dreidimensionalen Raum zu schulen. Gleichzeitig sprach sich Hemmert für eine offene Fehlerkultur aus. Schon immer habe Lernen und wissenschaftliches Arbeiten nach der “Trial & Error-Methode” funktioniert: Fehler sind Helfer (Anagramm), wenn man konstruktiv mit ihnen umgeht.
Im Anschluss informierte Wilhelm Renner, Referent für Ruhestandsfragen im bpv, die Anwesenden über “Versorgungsfragen in allen Lebenslagen”. Er erläuterte anschaulich die Zusammenhänge zwischen Dienstzeiten, Teilzeitbeschäftigung und Pensionsansprüchen. Besonders hob er die Compass-Pflegeberatung hervor, ein kostenfreies Angebot zur Unterstützung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. Trotz der Möglichkeit, Pensionsansprüche online über authega zu berechnen, empfahl er den Mitgliedern, sich individuell beraten zu lassen, um die letzten Dienstjahre optimal zu gestalten.
Das Bild zeigt die Referenten und geehrten Verbandsmitglieder (von links): Wilhelm Renner, Tilo Hemmert, Birgit Pauli-Wagner, Dominik Ruh, Monika Schneider, Petra Sokol-Pemöller, Claus Kleinert, Thomas Linder sowie Peter Stegmann. (Foto: bpv)
Den Abschluss der Versammlung bildete die Ehrung langjähriger Mitglieder für ihre Treue durch den Bezirksvorsitzenden Peter Stegmann. Für 25 Jahre Verbandszugehörigkeit ausgezeichnet wurden Rainer Gall, Monika Schneider (Markbreit), Claus Kleinert (Kitzingen), Petra Sokol-Pemöller, Thomas Linder und Dominik Ruh (Gaibach). Verabschiedet wurde außerdem Birgit Pauli-Wagner, langjährige Obfrau am Franken-Landschulheim, die stets sehr aktiv Nachwuchsförderung für den Verband betrieben hat. Die Delegierten Stephanie Ebert (Franken-Landschulheim Schloss Gaibach) und Matthias Horn (Armin-Knab-Gymnasium Kitzingen) luden alle Mitglieder ein, den Dialog über die Zukunft der Bildung fortzusetzen.
Stephanie Ebert und Matthias Horn
Hohe Resonanz bei drei Informationsveranstaltungen mit Willi Renner – anschließend: Mitgliederversammlungen mit Ehrungen
Gewohnt fachkundig, souverän und kurzweilig informierte Wilhelm Renner an drei Terminen in Schweinfurt, Aschaffenburg und Würzburg zu wichtigen dienstrechtlichen Fragen rund um die Versorgung: den Zeitpunkt der Ruhestandsversetzung, Modelle des vorzeitigen Ruhestandsbeginns, Auswirkungen von Teilzeit und Beurlaubung auf das Ruhegehalt, Anrechnung von Kindern und Erziehungszeiten, Teildienstfähigkeit uvm. Sein Ziel, dass die Anwesenden am Ende des Vortrags die ungefähre Höhe ihres zukünftigen Ruhegehalts berechnen können, dürfte er weitestgehend erreicht haben. Anschließend fanden in Schweinfurt und Aschaffenburg Mitgliederversammlungen statt, in deren Verlauf Kolleginnen und Kollegen für 25 oder 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden:
Ehrung am 19.02.2025 in Schweinfurt (von links): Marcel Sztukowski, Martina Greithanner, Ralf Hartmann (alle Joh.-Philipp-von-Schönborn-Gymn. Münnerstadt), Silke Beutner (Del., Olympia-Morata-Gymnasium SW), Ellen Dotterweich,Christian Hanel (Del.), Dr. Rainer Dietrich (alle Alexander-von-Humboldt-Gymn. SW), Peter Stegmann (Bez.vors.), Wilhelm Renner (Referent) (Foto: Irmgard Wech)
Ehrung am 20.02.2025 in Aschaffenburg (von links): Wilhelm Renner, Cornelia Fischer (Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg), Jochen Wöhlte (Hanns-Seidel-Gymn. Hösbach), Petra von Ludowig (FDG), Melanie Maga-Hess (Hanns-Seidel-Gymn. Hösbach), Peter Stegmann (Bez.vors.), Karin Hebeler (FDG), Petra Voß (JEG Elsenfeld), Sonja Schramm (FDG), Silke Wucherpfennig (HSG Hösbach), Hildegard Ehrismann-Klinger (FDG) (Foto: Nikolaus Volland)
Peter Stegmann, Bezirksvorsitzender
Die unterfränkische Bezirksversammlung am 19. März 2025 in Würzburg stand im Zeichen des Lehrermangels und der absolut notwendigen Reduzierung von Belastungen für die Lehrkräfte im täglichen Dienst. 1.100 Vollzeitstellen sind nach Prognosen des Kultusministeriums nicht besetzt, im Frühjahr 2026 steht mit dem 13. Jahrgang das erste Abitur im neuen G9 ins Haus. Angesichts dieser Situation gilt es, mögliche Entlastungen vor Ort zu entdecken und umzusetzen. Peter Stegmann zeigte mögliche Ansätze für Entlastungen vor Ort auf und ließ die Vorschläge von den Delegierten in Gruppenarbeit diskutieren, bewerten und im Plenum vortragen.
Über die Arbeit der Zukunftskommission AK24 berichtete Tanita Glavan nach der Eröffnung der Bezirksversammlung durch Peter Stegmann. Zwei Unterfranken sind mit dabei: Tanita Glavan aus Schweinfurt und Tilo Hemmert aus Ochsenfurt, Referent für Digitalisierung und Statistik im bpv. 6.000 Mitglieder haben an der Befragung teilgenommen, fünf Schwerpunktbereiche bearbeitet und die Ergebnisse wurden an sechs Arbeitskreise weitergegeben. Das zeigt deutlich: Der Philologenverband macht sich fit für die Zukunft.
Das Hauptreferat hielt Julian Lohr, seit nunmehr sechs Jahren Mitglied im Hauptpersonalrat. Er sprach von der schwierigen Beförderungssituation von A13 nach A14 und berichtete vom Erfolg bei der Mehrarbeitsabrechnung, die künftig für alle Beteiligten einfacher und gerechter wird. Die externe Evaluation ist ausgesetzt, für die Beurteilung gibt es normalerweise zwei Unterrichtsbesuche. Er erinnerte an den neuen Service des Verbandes: Den Extra-Newsletter für bpv-Personalräte. Auch Lohr hatte das Thema Lehrergesundheit im Anbetracht der Belastungen im Fokus und zitierte diverse KMS, darunter zur Mehrarbeit (19.12.2024), zur Entbürokratisierung (18.12.2024) und ein Gesamtkonzept, das von Kultusministerin Anna Stolz am 26.02.2025 vorgelegt wurde. Bei seinen Ausführungen zu dem, was der HPR erreichen will, sprach Lohr das Thema “Mehrarbeit” unter einem anderen Aspekt an: Mehrarbeit sei nicht pensionswirksam. Das übersehen viele Kolleginnen und Kollegen. Er verdeutlichte dies an einer Berechnung: Bei Teilzeit bedeuten nur zwei Wochenstunden mehr in zehn Jahren rund 65.000 Euro Bruttoeinkommen und ein Plus von 110 Euro pro Monat bei der Pension.
Digitalisierung ist das Thema von und für Tilo Hemmert, der im Hinblick auf die “Digitale Schule der Zukunft” und die alltäglichen Herausforderungen, wörtlich urteilte: “Das ist kein Selbstläufer.” Warum? Digitalisierung, so Hemmert, ziehe einen Riesen-Rattenschwanz von Problemen hinter sich her, der vor allem viel zusätzliche Arbeit für die Systembetreuer bedeutet. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wann der beste Zeitpunkt für die Einführung von Ipads sei. Das Mobile Device Management müsse betreut werden, das erzeuge wieder (zusätzliche) Arbeit. Das größte Problem aber sei das Ablenkungspotential. Hemmert sieht, so seine persönliche Meinung, den Zeitpunkt ab Klasse 9 für richtig, in der Unterstufe sei es wichtig, pädagogisch zu arbeiten.
Hingewiesen wurde zudem auf die verbandsinternen Wahlen, die vom 02. bis 08. Juni 2025 online stattfinden. Willi Renner, bpv-Referent für Ruhestandsfragen, Senioren und Hinterbliebene war mehrfach in Unterfranken und fand mit seinen Ausführungen in Schweinfurt, Aschaffenburg, Würzburg und Gaibach großes Interesse bei seinen Zuhörern. Verwiesen wurde auf den bpv-Service “Wellhub” für Wellness, einen Beitrag zur Lehrergesundheit. In seinem Schlusswort sprach Bezirksversitzender Peter Stegmann von einer “schwierigen Versorgungslage” und forderte auf, aktiv an der Reduzierung von Belastungen zu arbeiten.
Wolfgang O. Hugo
Ein "volles Haus" konnte Peter Stegmann, Bezirksvorsitzender von Unterfranken, bei der Bezirksversammlung vom 04.-05. Oktober 2024 in Veitshöchheim begrüßen.
Das Motto "Wo wir Entlastung erhoffen" zog sich wie ein roter Faden durch die Tagung. Der Dialog mit der Politik gehört zum Wesen der Verbandsarbeit und hat in Unterfranken lange Tradition. So hat Prof. Dr. Walter Eykmann, langjähriger Vorsitzender des Ausschusses für den öffentlichen Dienst, immer noch Kontakt mit "seinem" Verband und im Vorfeld der Landtagswahlen organisierte Unterfranken im April 2023 ein Forum zur Bildungspolitik in Eibelstadt. Bei der Bezirksversammlung in Veitshöchheim eingeladen war der neu in den Landtag gewählte Abgeordnete Björn Jungbauer (CSU), Mitglied im Bildungsausschuss. Zum Thema "Bildung in Zeiten von Digitalisierung und Lehrermangel" entwickelte sich ein lebhafter Dialog zwischen dem Abgeordneten, der vor seiner Wahl zum MdL im Oktober 2023 Polizeibeamter (2004-2014) und dann Bürgermeister von Kirchheim (2014-2023) war, und dem Plenum.
Zwischenergebnisse aus dem "Zukunftsforum", dem AK 24, lieferte Benedikt Karl, früher Pressereferent, seit drei Jahren im Hauptpersonalrat, der darlegen sollte, wie Belastungen reduziert, Bürokratie abgebaut und Lehrkräfte gewonnen werden können. Mit Zahlen und Statistiken ergänzte Tilo Hemmert, der aus Unterfranken stammende bpv-Referent für Digitalisierung und Statistik, die Ausführungen.
Bezirksversammlungen sind aber auch Orte, an denen Rechenschaft abgelegt wird. So berichtete Peter Stegmann über seine Termine und Aktivitäten der vergangenen Monate, Rene Grimmig präsentierte den Kassenbericht für den Bezirk, die Kassenprüfer Klaus Perneker und Johannes Markart bescheinigten eine korrekte Kassenführung und so wurde die unterfränkische Führungsspitze entlastet.
Noch am späten Abend aus Staffelstein/Oberfranken angereist war Vorsitzender Michael Schwägerl, Hauptreferent des Samstagmorgens. Schwägerl erinnerte sich, dass er vor 18 Jahren als frisch gebackener Hauptpersonalrat seinen ersten Auftritt in der Orangerie in Veitshöchheim hatte. "Entlastung" sei auch für ihn ein wichtiges Anliegen, gerade in Zeiten, wo die Unterrichtsversorgung wegen des Lehrermangels schwierig ist. Andererseits hatte gerade der bpv schon vor Jahren eine vorausschauende Einstellungspolitik verlangt, aber die 200 bis 300 in diesem Rahmen integrierten Lehrkräfte sind nur den Tropfen auf dem Stein. Schwägerl thematisierte: Wie kann man Deckungslücken schließen? In dieser Problematik sollen bis Ende des Jahres Vorschläge an die Regierung gehen. Dem Referat von Michael Schwägerl und der Aussprache folgte die Antragsberatung für die HVS in Ingolstadt mit Silke Beutner.
Mit Larissa Zott hat Unterfranken wieder eine Studierendenvertreterin, nachdem während der Corona-Pandemie die bisherige Vertreterin Lara Schanzenbacher ins Referendariat und dann in den Schuldienst gegangen war. Ihre "Mentorin" ist Tanita Glavan, die wieder über erfolgreiche Einführungsveranstaltungen für Jung-Referendare berichten konnte.
Wolfgang O. Hugo
14. Mai 2024
Peter Stegmann, Bezirksvorsitzender, erinnerte bei der Versammlung an die erfolgreiche Hauptversammlung, ausgerichtet im Juli 2023 in Würzburg, sowie daran, dass der Verband klare Maßnahmen gegen den absehbaren Lehrermangel gefordert hat, wie z.B. rechtzeitige 110 Prozent Einstellung oder Konzentration auf das Kerngeschäft. Ein erfreuliches Signal seien die Oberstufen-Budgetzuschläge für kleine Schulen. Was Förderung möglich macht, zeigten dabei zwei junge Musiker zum Auftakt der Ehrungsveranstaltung in Würzburg: Mit fünf Musikstücken verzauberten Rafael Perneker (Gitarre, ab September 2024 in Klasse 5 des MGG) und Anna Perneker (Klarinette, 9. Klasse im Exzellenzzweig des Matthias-Grünewald-Gymnasiums Würzburg) die Gäste. Willi Renner, Referent für Ruhestandsfragen und Pensionisten des Verbandes, informierte kompetent, aber auch humorvoll über die dramatischen Veränderungen beim Orts- und Familienzuschlag und bestätigte einen steigenden Beratungsbedarf bei den Themen Pflege und Beihilfe, denn da gebe es rund 4.800 Vorschriften.
Die Veranstaltung im Erthal-Saal des Gasthofes "Walfisch" in Würzburg war Rahmen für die Ehrung verdienter und treuer Mitglieder. Geehrt wurden: Rainer Wegner (25 Jahre, Riemenschneider-Gymnasium), Christine Martin (40 Jahre, Wirsberg-Gymnasium), Rainer Hubl (50 Jahre, Wirsberg-Gymnasium), Harald Schüßler (40 Jahre, Röntgen-Gymnasium), Fritz Freytag (50 Jahre, Röntgen-Gymnasium), Hans-Peter Dörr (50 Jahre, St. Ursula-Schule), Dr. Horst Hübel (50 Jahre, Friedrich Koenig-Gymnasium), Hilmar Rausch (50 Jahre, Riemenschneider-Gymnasium), Ewald Leibold (60 Jahre, FKG), Dr. Klaus Linsenmeyer (60 Jahre, Friedrich Koenig-Gymnasium).
Zwölf Philologen wurden bei der Veranstaltung am 14. Mai 2024 in Würzburg geehrt und stellten sich mit den Ehrenden zum Gruppenfoto. Foto: Wolfgang O. Hugo
Besonderen Dank gab es bei der Ehrung für zwei Personen: Monika Zeyer-Müller (40 Jahre, zuletzt Leitende Oberstudiendirektorin am Wirsberg-Gymnasium), sie hat – so Heiner Ratsch in seiner Laudatio wörtlich – "auch als Ministerialbeauftragte ihre verbandspolitische Herkunft nicht vergessen, sondern stets die Qualität des Gymnasiums als gemeinsames Ziel im Auge behalten." Für 60 Jahre Treue zum Verband und jahrzehntelanges Engagement wurde zudem Dr. Helmut Winter (60 Jahre, Röntgen-Gymnasium) geehrt. Winter war von 1971 bis 1999 "Bezirksfürst" in Unterfranken und zeitweise stellvertretender Landesvorsitzender des bpv. Von 1999 bis 2014 wirkte er als Seniorenvertreter. Ohne ihn gäbe es die Ehrungsveranstaltungen nicht: Denn eine seiner ersten Aktionen war die Einführung der Ehrungen. Diese finden seit nunmehr 50 Jahren im "Walfisch" statt und Winter, bewegt von der neuerlichen Ehrung durch "seinen" Verband, meinte in seiner Replik: "Dankbarkeit ist die Erinnerung des Herzens."
Drei Philologen wurden in Würzburg für 60 Jahre Treue zu ihrem Berufsverband geehrt, Ehrende und Geehrte (v.l.): Ewald Leibold, Heiner Ratsch, Dr. Helmut Winter, hinten Peter Stegmann, Dr. Klaus Linsenmeyer, rechts Wilhelm Renner. Foto: Wolfgang O. Hugo
Wolfgang O. Hugo
Am 19. April war die "Zukunftswerkstatt" in Unterfranken zu Gast. Rund 200 Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler diskutierten mit Kultusministerin Anna Stolz sowie Vertretern aus ISB und Kultusministerium "World Café-Modus über zentrale Fragen:
Auch Vertreter des bpv waren vor Ort und beteiligten sich an den Diskussionen. Im Gespräch mit Kultusministerin Anna Stolz betonte Bezirksvorsitzender Peter Stegmann die Notwendigkeit, auch in Zeiten des Lehrermangels Teilzeitmöglichkeiten aufrecht zu erhalten. Einschränkungen dürften nur freiwillig erfolgen. Weitere zentrale Verbandspunkte waren u.a. die qualitätvolle Lehrerbildung, neue Prüfungsformate, der Ausbau multiprofessioneller Teams sowie eine Reduktion der Bürokratie.
Von links: Peter Stegmann (Bezirksvorsitzender), Kultusministerin Anna Stolz, Silke Beutner (Delegierte, OMG Schweinfurt), Irmgard Wech (Delegierte, Bad Königshofen), Tanita Glavan (rjv) (Foto: Tanita Glavan)
März 2024
Die alltägliche Praxis und die Frage von Perspektiven bestimmten die Themen bei der Bezirksversammlung für Unterfranken in Würzburg-Heidingsfeld. Mit Dagmar Bär, der langjährigen stellv. bpv-Vorsitzenden und Hauptpersonalrätin, hatte Bezirksvorsitzender Peter Stegmann eine Hauptreferentin eingeladen, die sachkundig und souverän zur Personalsituation, Teilzeit, letzte Dienstjahre, Stellenhebungen und Beförderungen informieren konnte. Die Diskussion zeigte Mitgliedersorgen, ausgelöst insbesondere durch die aktuell von Teilen der Politik geführte Diskussion über die Teilzeit bei Lehrkräften. Unstrittig ist, dass Personalkapazitäten, insbesondere im Hinblick auf die volle Rückkehr zum G9, gewonnen werden müssen. Deutlich wurde in Würzburg zudem, dass es gut ist, dabei auf Freiwilligkeit zu setzen, etwa mit dem Appell an Lehrkräfte in Teilzeit, zu prüfen, ob sie ihre Stundenzahl erhöhen könnten. Dagmar Bär erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass sie für die Entfristung von Aushilfskräften ist, wofür im Haushalt Stellen geschaffen werden sollten.
Manchmal hängt am Tagungsort ein Plakat, das zur Thematik der Bezirksversammlung passt, wie in Würzburg in diesem Frühjahr. Dagmar Bär (Mitte) mit Peter Stegmann (links) und seiner neuen Stellvertreterin Silke Beutner (Foto: Wolfgang O. Hugo)
Aktiv ist der Verband auch auf einem anderen Problemfeld: So sind inzwischen zehn Vorschläge für den Abbau von Bürokratie an Kultusministerin Anna Stolz in München unterwegs. Tilo Hemmert, Referent für Digitalisierung und Statistik im bpv, informierte in seinem "Heimatbezirk" über die neue Homepage des Verbandes und die Serviceleistungen. Thema der Bezirksversammlung waren auch das Wahlverhalten der künftigen Kollegiaten bei den Vertiefungsfächern, die bpv-Zukunftswerkstatt, die im April erstmals tagte und andere bildungs- und berufspolitische Fragestellungen. Die unterfränkische Obfrau Tanita Glavan berichtete über erfolgreiche Starthilfe-Veranstaltungen für Referendare, die diesen den Einstieg in den Alltag deutlich erleichtern und sich als wirkungsvoller Beitrag des Verbandes zur Unterstützung junger Lehrkräfte erweisen.
Auf der Suche nach Synergien hatte Bezirksvorsitzender Peter Stegmann mit Dagmar Bär besprochen, das Vernetzungstreffen für tarifbeschäftigte Lehrkräfte an Gymnasien mit der Bezirksversammlung zu verbinden – es wurde eine gelungene Premiere. Vom Bezirkspersonalrat am Landesamt für Schule in Gunzenhausen war Ingrid Bank beim Treffen dabei und vom AK Tarif im bpv Karin Herzum. Unter den Themen, die bei der Premiere in Würzburg besprochen wurden, waren Quereinstieg, Eingruppierung, Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Möglichkeiten für Entfristung und Aufstockung, Altersermäßigungen bei Tarifbeschäftigten und die Situation an Schulen in kirchlicher Trägerschaft. Im Anbetracht des hohen Interesses plant der Verband eine PR-Schulung für Tarifbeschäftigte, angesichts der vielen tarifbeschäftigten Lehrkräfte an staatlichen Gymnasien ein Angebot, das gut angenommen werden dürfte.
Gelungene Premiere in Würzburg: Vernetzungstreffen für tarifbeschäftigte Lehrkräfte an Gymnasien bei der Bezirksversammlung (Foto: Wolfgang O. Hugo)
Wolfgang O. Hugo
Bei der Bezirksversammlung im unterfränkischen Veitshöchheim arbeiteten zahlreiche Delegierte, Obleute und Bezirksfachgruppenleiter eine umfangreiche Tagesordnung zum Auftakt des Schuljahres ab, darunter auch die Neuwahlen für den Bezirksvorstand.
Herbstlicher Sonnenschein begleitete die Bezirksversammlung in Unterfranken, auf der Bezirksvorsitzender Peter Stegmann zu Beginn der Arbeitssitzung dem neuen Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Unterfranken, Dr. Robert Christoph, Gelegenheit gab, sich und seine Ideen vorzustellen. Dr. Christoph war zuletzt über 14 Jahre Schulleiter des Max-Born-Gymnasiums in Germering, vorher Stellvertreter. In seinem Credo spielen Wertschätzung und Entwicklung der Rahmenbedingungen eine große Rolle. Sein Appell: Ein "Geist des Miteinanders".
Dr. Robert Christoph stellte sich als neuer Ministerialbeauftragter in Unterfranken vor. (Bild: Wolfgang O. Hugo)
Hauptpersonalrätin Ina Hesse referierte sachkundig und mit vielen Belegen und Zahlen über die aktuellen Problemstellungen zu Beginn des neuen Schuljahres. Die dienstlichen Beurteilungen gehören zum Tagesgeschäft des HPR, einen Ausblick gab Hesse auf die Beförderungen vom November 2023. Da der Arbeitsmarkt für Lehrkräfte und die Wartelisten ziemlich "abgeräumt" sind, gibt es unter den 620 Neuanfängern in diesem Herbst besonders viele Quereinsteiger, die intensive Betreuung brauchen. Wenig brauchbare Ansätze sieht Hesse, den sich abzeichnenden Lehrermangel zu beheben.
Einen Blick auf die neugestaltete Homepage und aktuelle Zahlen lieferte Tilo Hemmert in seinem "Heimatbezirk". Sein Hinweis: Es gibt vielfältige Informationen im internen Mitgliederbereich.
Silke Beutner (links) übernimmt nach 13 Jahren von Claudia Zipfel (rechts) das Amt der Stellvertreterin des Bezirksvorsitzenden Peter Stegmann. (Bild: Wolfgang O. Hugo)
Bei den anschließenden Neuwahlen im Bezirk Unterfranken wurde Peter Stegmann (Johann-Schöner-Gymnasium Karlstadt) als Vorsitzender bestätigt, neue Stellvertreterin wird Silke Beutner (Olympia-Morata-Gymnasium Schweinfurt), die auf Claudia Zipfel (Friedrich-Koenig-Gymnasium Würzburg) folgt. Stegmann dankte Claudia Zipfel, die seit Juli 2010 seine Stellvertreterin war und sich in 13 Jahren große Verdienste bei den drei Hauptversammlungen in Würzburg, bei der Organisation von Fortbildungen und bei vielen Antragsberatungen erworben hat. Schatzmeister René Grimmig (Siebold-Gymnasium Würzburg) wurde im Amt bestätigt, Kassenprüfer sind künftig Klaus Perneker und Johannes Markart.
Die Ehrungsveranstaltung für verdiente Mitglieder am 19. Juli in Würzburg fand großes Echo nicht nur im GiB (siehe Ausgabe 06_2023, S. 33), sondern auch in der Regionalpresse Main-Post/ Volksblatt: Fünfspaltig mit zwei Fotos wurde darüber im Lokalteil am 08.08.2023 berichtet, unter der Überschrift: "Warnung vor gravierendem Lehrermangel."
Wolfgang O. Hugo
Juli 2023
Von Wertschätzung für Lehrkräfte ist viel die Rede in diesen Zeiten nach der Corona-Pandemie und vor den Wahlen. Echte Wertschätzung erleben können die Teilnehmer an Ehrungsveranstaltungen, wie sie in Unterfranken Tradition haben. Nach pandemiebedingter Unterbrechung konnte Peter Stegmann, Bezirksvorsitzender von Unterfranken, Mitte Juli im Erthal-Saal des Hotels Walfisch in Würzburg wieder eine bunte Mischung treuer und verdienter Kolleginnen und Kollegen begrüßen.
Es gab bei der unterfränkischen Ehrungsveranstaltung neben aktuellen Informationen auch einen fruchtbaren Dialog zwischen aktiven und nicht mehr aktiven Pädagogen. Zufriedene Gesichter und dankende Worte machten deutlich, dass diese Veranstaltungsart einer Berufsorganisation würdig ist, die im Dienst an jungen Menschen und der Vermittlung von Wissen und Vorbereitung auf das Leben steht. Diesen Gedanken griff Willi Renner auf, der Infos für aktive Lehrende ebenso wie Ruheständler dabei hatte. Die Besoldungsordnung hat sich zum 01. April 2023 geändert, neu gestaltet wurden Orts- und Familienzuschlag. Entscheidend für die sieben Ortsklassen ist der Wohn- und nicht der Dienstort. Auch die Pflege (ab Pflegegrad 2) wird besser berücksichtigt. Beim Thema Tarifverträge und deren Umsetzung wurde Renner deutlich: "Pensionisten dürfen nicht abgekoppelt werden." Er hofft, dass der Tarifabschluss des Bundes im Herbst von den Ländern übernommen wird, so der Referent für Ruhestandsfragen, Senioren und Hinterbliebene.
Zu Beginn der Ehrungsveranstaltung hatte Peter Stegmann die zu ehrenden Mitglieder und besonders Prof. Dr. Walter Eykmann, Ehrensenator der Universität Würzburg und langjähriger Vorsitzender des Ausschusses für den Öffentlichen Dienst im Bayerischen Landtag begrüßt. Stegmann erinnerte an die Hauptversammlung von Anfang Juli und schilderte die aktuelle Situation bei den Themen Lehrermangel sowie Lehrerbildung. Er erinnerte daran, dass der bpv bereits 2017 "vorsorgliche Einstellungen" gefordert hatte, wenn im Schuljahr 2025/26 das neue G9 vollständig sein wird. Gebraucht werden sie auch wegen der neuen Lehrpläne und der Digitalisierung. Bei der Lehrerbildung gelte es beim Schlagwort „Flexibilisierung“ vorsichtig zu sein, denn es bestehe die Gefahr, dass das Niveau sinkt. Für den bpv gelte deshalb: Den "Einheitslehrer" darf es nicht geben.
Der bpv ehrte langjährige Mitglieder aus Unterfranken. Zwei von ihnen halten dem Verband seit 60 Jahren die Treue: Klaus Weinberger (links) dankte dem Verband für den Einsatz für Gymnasiallehrer an Universitäten. Neuphilologe Peter Borufka (rechts) war nicht nur lange Seminarlehrer, sondern wirkte rund eineinhalb Jahrzehnte als Seminarlehrer-Vertreter im bpv (Fotos: Wolfgang O. Hugo).
Nach den Referaten folgten die Ehrungen. Geehrt wurden für 25 Jahre Verbandsmitgliedschaft: Gerd Michaeli, Irene Sontheimer und Nicolas Gonzalez-Balzar (Riemenschneider-Gymnasium), Christine Schneider, Annette Mettenleitner, Christian Raith sowie Karen und Helge Flöter (Wirsberg-Gymnasium). Für 40 Jahre Verbandsmitgliedschaft: Christiana Wagner Schneider (Matthias-Grünewald-Gymnasium), Jutta Weschta (St. Ursula-Schule) und für 50 Jahre Mitgliedschaft: Christian Steinert, Reiner Janssen, Werner Krimmer (alle Friedrich-Koenig-Gymnasium). Für 60 Jahre Verbandsmitgliedschaft wurden Peter Borufka (Wirsberg-Gymnasium) und Klaus Weinberger (Universität Würzburg) ausgezeichnet.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den drei Musikerinnen Laura Perneker, Philomena Moritz und Gerda Traub des Exzellenz-Zweigs des Matthias-Grünewald-Gymnasiums Würzburg.
Wolfgang O. Hugo
April 2023
Lokalpolitiker von Grünen, SPD, FDP und Freien Wähler diskutierten bei der Bezirksversammlung in Eibelstadt über die Herausforderungen für Bildung und Schule angesichts des Lehrermangels. bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl, HPR Benedikt Karl sowie Tilo Hemmert, Referent für Digitalisierung und Statistik, hielten zudem Vorträge.
Sie waren dabei in Eibelstadt (von links): Tilo Hemmert, Maili Wagner (Freie Wähler), Kerstin Celina (Bündnis 90/Die Grünen), dahinter Peter Stegmann, Dr. Helmut Kaltenhauser (FDP), Volkmar Halbleib (SPD), dahinter Benedikt Karl und bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl.
Bei Schlagzeilen wie „Künstliche Intelligenz an Schulen als Gefahr, Mehrheit der Deutschen ist skeptisch gegenüber Einsatz von ChatGPT und Co. im Unterricht“ (WELT), „ChatGPT, wie soll man dich regulieren?“, „Jede Lehrkraft muss sich mit ChatGPT befassen“ und „Wer hat Angst vor ChatGPT?“ (alle drei FAZ) ist es gut, wenn man von Tilo Hemmert, Referent für Digitalisierung und Statistik im bpv, „aufgeklärt“ wird. Größte Aufmerksamkeit fand daher seine Präsentation „ChatGPT und Schule – didaktische und ethische Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz“ bei der zweitägigen Bezirksversammlung in Eibelstadt bei Würzburg. Zuerst ließ er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entscheiden „Fakt oder Fake?“ Am Ende formulierte er seine Forderungen, darunter ein Update der Lehrpläne und der Fragestellung: Was ist Bildung? Was müssen Schüler künftig können?
Vor der Landtagswahl am 08. Oktober 2023 hatte Peter Stegmann Vertreter der Parteien zu einem bildungspolitischen Podiumsgespräch eingeladen – Thema: „Bildung und Schule vor großen Herausforderungen.“ Dabei waren: Kerstin Celina (Bündnis 90/Die Grünen), Volkmar Halbleib (SPD), Dr. Helmut Kaltenhauser (FDP), Maili Wagner (Freie Wähler); Berthold Rüth (CSU) musste kurzfristig absagen. Michael Schwägerl, Benedikt Karl und Tilo Hemmert lieferten Kurzstatements. Alle Politiker betonten ihre Wertschätzung der Arbeit der Philologen („Bildung hat ihren Preis und Wert“), alle sind beunruhigt angesichts des Lehrermangels. Bei ihren Äußerungen zum längeren gemeinsamen Studium für alle Schularten müssen sie nach Beiträgen aus dem Plenum erkennen, dass eine spätere Differenzierung in der Lehrerbildung und eine damit verbundene reduzierte Fachlichkeit aufgeschreckt hat. Einig sind sie sich, dass die Attraktivität des Lehrerberufs gesteigert werden muss, u.a. durch Entlastung von Verwaltungsaufgaben.
Eröffnet hatte die Reihe der Referate Benedikt Karl mit aktuellen Informationen aus dem Hauptpersonalrat (HPR), der daran erinnerte, dass der Bayerische Philologenverband schon immer gefordert hatte, vorausschauend einzustellen. Besorgniserregend ist die Einstellungssituation bei fallenden Lehramtsabsolventen-Zahlen. Auch zum Thema „Anwerben von Lehrkräften aus anderen Bundesländern“ gibt es eine aktuelle Schlagzeile: „Gekommen, um zu pendeln“ (SZ 20.04.2023, in der Unterzeile: In ganz Deutschland fehlen Pädagogen. Markus Söder versucht sie mit großen Versprechen nach Bayern zu locken.“) Das Referat des bpv-Vorsitzenden Michael Schwägerl „Wir haben viel zu verlieren – Lehrerbildung und A13 für alle“ bildete den Übergang zur Podiumsdiskussion. Verbandschef Michael Schwägerl warnte unter anderem davor, das Referendariat zu verkürzen und dafür ein Praxis-Semester einzuführen.
Nach der Beratung der Anträge für die Hauptversammlung 2023 in Würzburg mit der stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Claudia Zipfel M.A. und dem Referat von Tilo Hemmert hatte Ulrike Schneider, Pressereferentin im bpv und in Würzburg gebürtige Unterfränkin, ein „Heimspiel“ beim Thema: „Der bpv in Medien und Presse“. Sie legte dar, welche Medien vom Verband „bespielt“ werden, unter anderem durch die klassische Pressearbeit. Der bpv arbeitet zudem zusätzlich mit Sozialen Medien wie Twitter, um schnell auf aktuelle Themen reagieren zu können. Als Rückmeldung konnte sie mitnehmen, dass nach Beobachtungen der Delegierten und Obleute der bpv inzwischen häufiger in den Medien zitiert wird.
Nina Zieglmeier (Riemenschneider-Gymnasium Würzburg) und Tanita Glavan (RöntgenGymnasium Würzburg) von der rjv berichteten über ihre intensive Arbeit mit Starthilfe-Veranstaltungen. Weitere Themen waren die Vorbereitungen für die Hauptversammlung, die vom 06. bis 08.Juli 2023 in Würzburg stattfindet, die Ehrung verdienter langjähriger Mitglieder (Juli 2023) und die Herbsttagung mit den Wahlen zum Bezirksvorstand (Oktober 2023).
Wolfgang O. Hugo