bpv-Volleyballturnier: Titelverteidigung in würdigem Finale
Das diesjährige Finale des bpv-Volleyballturniers in Würzburg bot Sport auf höchstem Niveau - und am Ende ein bekanntes Siegerteam: Das Röntgen-Gymnasium Würzburg verteidigte seinen Titel erfolgreich. Doch der Weg dorthin war alles andere als einfach.
Im spannenden Endspiel trafen die Würzburger auf das Team aus Burglengenfeld, das sich im Verlauf des Turniers durch enorme mannschaftliche Geschlossenheit und spielerische Konstanz ausgezeichnet hatte. Mit taktischer Disziplin, großer Einsatzbereitschaft und sichtbarem Teamgeist verlangten sie dem Titelverteidiger alles ab. Würzburg hingegen hatte sich mühsam durch die Vorrunde und das Halbfinale gekämpft. Knappe Spielverläufe und starke Gegner forderten dem Team einiges ab. Doch im entscheidenden Moment zeigte das Röntgen-Gymnasium Nervenstärke, Routine und individuelle Klasse - und sicherte sich schließlich knapp, aber verdient erneut den Turniersieg.
Das Turnier stand wie gewohnt unter dem Zeichen der Fairness und des sportlichen Miteinanders. Auch der modifizierte Turniermodus trug dazu bei, dass sich alle Teams auf Augenhöhe begegneten: Es mussten stets gemischte Mannschaften auf dem Feld stehen - mit mindestens zwei Frauen pro Team gleichzeitig im Spielbetrieb. Diese Regel fördert die Chancengleichheit und stärkt den Teamgeist. Eine weitere Neuerung war die erstmalige Teilnahme von bis zu zwei Referendarinnen oder Referendaren pro Schule. Mit dieser Regeländerung möchte der Verband bewusst jungen Lehrkräften Raum geben, sich im schulischen und sportlichen Kollegium stärker zu vernetzen und frühzeitig Teil des traditionsreichen Turniers zu werden - eine Entscheidung, die von allen Beteiligten positiv aufgenommen wurde.
Das gesamte Turnier war geprägt von großem Sportsgeist, gegenseitigem Respekt und einer beeindruckenden Spielqualität. Auf dem Feld wurde um jeden Punkt gekämpft, daneben dominierten freundschaftlicher Umgang und die Freude am gemeinsamen Sport. Ein gelungener Ausklang fand sich im nahegelegenen Biergarten, wo Spielerinnen und Spieler, Betreuer und Organisatoren bei sommerlichem Wetter den Tag Revue passieren ließen. Bei kühlen Getränken und vielen guten Gesprächen bot sich reichlich Gelegenheit zum Austausch zwischen den teilnehmenden Schulen und Bezirken - ein stimmungsvoller Abschluss eines rundum gelungenen Turniertags.
Alexander Suckow und Semir Kamhawi, 1./2. Vorsitz der Fachgruppe Sport
bpv-Umfrage zu Schulsport: Das Fach in der Schule stärken
März 2023
Sport steht für Gesundheit, Enthusiasmus, Leistung und Lebensfreude. Seine Rolle ist gerade im Schulalltag sehr wichtig. Eine bpv-Umfrage zeigt, wie es um den Sport an Gymnasien und FOSBOS in Bayern bestellt ist und was sich für das Fach verändern muss.

(Foto: drobotdean / Freepik)
Das Fach Sport nimmt eine zentrale Rolle im Fächerkanon aller Schularten ein und gibt aktuell Anlass, sich mit seinen Voraussetzungen und Unterrichtsrealitäten näher zu beschäftigen. Der vierte Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht zum Thema „Gesundheit, Leistung und Gesellschaft“ zeigt, dass eine Intensivierung der Bewegungskomponente im Schulalltag signifikant zu Steigerungen der Aufmerksamkeit und Konzentration führt. Gerade nach den Pandemiejahren, in denen die Schülerinnen und Schüler unter Bewegungsmangel gelitten und psychisch-soziale Probleme zugenommen haben, ist der Sportunterricht für den Alltag noch wichtiger.
Eine Umfrage der Fachgruppe Sport des Bayerischen Philologenverbandes, an der sich rund 160 Gymnasien und FOSBOS beteiligt haben, zeigt in Ausschnitten die schwierige Situation des Sportunterrichts an den weiterführenden Schulen in Bayern.
Exemplarisch dafür stehen die Umfrageergebnisse zum Schwimmunterricht. Obwohl Schwimmen in allen Jahrgangsstufen im Lehrplan fest verankert ist, findet seine Durchführung nicht regelmäßig an allen Schulen statt (Grafik B3). Schwimmen in den Jahrgangsstufen 5 und 6 noch 78 bzw. 70 Prozent der Schüler, nimmt dies ab der 7. Jahrgangsstufe rapide ab. In der gesamten Mittelstufe schwimmen nur noch unter 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Sportunterricht.
Die Gründe dafür sind vielfältig. Einer der Hauptgründe liegt in den maroden oder fehlenden Schwimmbädern (44 Prozent, Grafik B1). Ein Notstand, dessen Behebung seit Jahren von den Sportlehrkräften gemeinsam mit dem Bayerischen Aktionsbündnis für den Schulsport und dem Deutschen Sportlehrerverband gefordert wird und der sich in der steigenden Nichtschwimmerquote in der Gesellschaft widerspiegelt.
Starke Einschränkung bei Hallennutzung
Zwar ist es generell um die Verfügbarkeit der Außensportanlagen und der Sporthallen an den Schulen besser bestellt als bei den Schwimmbädern (Grafik B1), doch kann der Wert der uneingeschränkten Nutzung der Sporthallen in diesem Schuljahr nicht bestätigt werden (Grafik B2). Dass nur 33 Prozent der Schulen diese ohne Einschränkungen nutzen können, ist ein alarmierendes Signal und behindert ein kontinuierliches und konstantes Unterrichten.
Wenn die Sporthalle nicht zur Verfügung steht, heißt das konkret: ausweichen in andere Räume und Orte, improvisieren, arbeiten unter erschwerten Bedingungen oder ein Ausfall des Sportunterrichts. Eine Belegung der Sporthallen mit geflüchteten Menschen erfolgt nach den Angaben vom März 2023 in nur vier Prozent der Fälle. Es sollte auch zukünftig das Aufstellen von Containern und Leichtbauhallen einer Belegung der Sporthalle vorgezogen werden.
Was muss sich ändern?
Bei der Befragung der Sport-Fachleiter der Schulen wurde deutlich, dass die in den 1990er Jahren reduzierte Stundentafel von vier auf zwei Wochenstunden dringend überdacht werden muss, um den Kindern und Jugendlichen ausreichend Bewegung und einen differenzierten Sportunterricht ermöglichen zu können. Hierbei wären auch zusätzliche Budgetstunden für den Wahlunterricht eine Lösung.
Zudem sehen die Umfrageteilnehmer die Schulträger und staatlichen Institutionen in der Pfl icht, die Sportstätten und deren Ausstattungen zu pfl egen und zu sanieren und die Fremdbelegungen der Sport- und Schwimmhallen zu Unterrichtszeiten deutlich zu reduzieren. Gerade bei Schulneubauten muss auch der Bau einer Schwimmhalle bedacht werden.
Den Spagat zwischen den hohen Ansprüchen an den Schulsport und den tatsächlichen Voraussetzungen im Schulalltag bewältigen unsere Sportfachlehrkräfte seit Jahren täglich mit viel Organisationsgeschick und Kreativität. Es wäre an der Zeit, jetzt möglichst effektiv und kontinuierlich entgegenzusteuern. Das Fach Sport verdient im Kontext der Schule mehr Beachtung und Wertschätzung.
Alle Mitglieder der Schulfamilie, die Verantwortlichen in den jeweiligen Behörden und die Politik könnten Einfl uss auf die zukünftige Situation des Faches Sport nehmen. Die konkreten Schritte wären zusammenfassend: ausreichende Bewegungsangebote für die Kinder und Jugendlichen, intakte Sportstätten und zusätzliche Sportlehrkräfte mit einem vertieften Studium.
Es wäre daher wünschenswert, das Fach Sport in der ganzheitlichen Bildung zu stärken, denn „sich Bewegen bringt Segen“ und hält sowohl den Körper als auch den Geist gesund.
Lenka Schäfer, Vorsitzende der Fachgruppe Sport