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bpv begrüßt Masterplan Lehrkräftebildung

Der heute von Kultus- und Wissenschaftsministerium vorgelegte Masterplan zur Lehrkräftebildung bringt deutliche Veränderungen mit sich. Eine Expertenkommission hatte im Vorfeld 13 Empfehlungen erarbeitet, die in vielen Punkten aufgegriffen werden. Der bpv sieht sich in seiner Position bestätigt und lobt die Stoßrichtung hin zu mehr und zielgerichteter Praxis, warnt aber auch vor einer Reduktion des Fachwissens. 

bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl erklärt: „Wir freuen uns, dass das Gutachten in beiden Häusern intensiv gelesen wurde und daraus viele Punkte ernsthaft aufgegriffen werden. Das ist mit Blick auf das Schicksal so mancher bundesweiter Gutachten in Zeiten enger Finanzen keine Selbstverständlichkeit. Wir können es nur begrüßen, wenn dadurch die Qualität der Lehrkräftebildung an den bayerischen Universitäten und Schulen weiter gehoben werden. Der entscheidende Faktor ist dabei die notwendige Personal- und Finanzausstattung, zu denen sich Staatsregierung und Landtag in den kommenden Jahren dann auch bekennen müssen.“ 

Die beiden größten Neuerungen im Studium sind aus Sicht des bpv die stärkere Anerkennung von Studienleistungen und Praktikumszeiten durch zusätzliche Leistungspunkte sowie das „Praxisjahr intensiv“. Ziel der Zusammenführung aller Praktika zu einem Praxisjahr ist es, mehr Unterrichtsversuche zu ermöglichen und diese Erfahrungen besser zu reflektieren. Schwägerl kommentiert: „Eine Erhöhung von Praxisanteilen im Studium ist für das Lehramt Gymnasium nur dann zielführend, wenn damit keine Reduktion des Fachwissens verbunden ist. Die Erhöhung der Regelstudienzeit um ein Semester trägt dem Rechnung und berücksichtigt dabei auch den Aufwand der Staatsexamensvorbereitung. Das gibt den Studierenden einen längeren BAFöG-Anspruch und erhöht damit gleichzeitig die Attraktivität des Lehramtsstudiums! Zum anderen gilt: Sinnvolle Praxis im Studium muss kompetent und eng von Expertinnen und Experten begleitet werden. Wenn dies durch die Lehrkräfte an den Schulen erfolgen soll, müssen diese auch entsprechend fortgebildet und zeitlich entlastet werden."

Die beabsichtigten Veränderungen im Referendariat werden vom Vorsitzenden der Referendar- und Jungphilologenvertretung im bpv (rjv), Sebastian Gerber, grundsätzlich positiv bewertet: „Der Wegfall der schriftlichen Hausarbeit schafft zeitliche Freiräume und ermöglicht mehr Flexibilität. Zudem beinhaltet der Masterplan die zeitgemäße und von uns seit langem geforderte Weiterentwicklung des punktuellen Prüfungsformates „Lehrprobe“. Entscheidend ist jetzt, dass das neue Format „Sequenzprüfung“ sinnvoll ausgestaltet wird. Wir werden diese Neuerung konstruktiv begleiten, ebenso wie die angedachte standardisierte Beratung und die systematische Evaluation im Vorbereitungsdienst.“ 

Die angekündigten Änderungen bilden viele der Forderungen des bpv und der rjv ab – ein zusätzliches Semester, der Ersatz der Hausarbeit oder der gezielte Praxisbezug. „Diese Veränderungen müssen nun im Dialog mit den beteiligten Institutionen umgesetzt werden. Für die weitere Ausgestaltung des Prinzips der „Core Practices“ sind jetzt im Rahmen der Modellversuche die beteiligten Universitäten unter Einbeziehung des Vorbereitungsdienstes gefordert. Die Erfahrungen in den medizinischen Studiengängen, wo unter dem Leitbegriff „Entrustable Professional Activities (EPA)“ ein ähnliches Konzept verfolgt wird, zeigen, dass dafür ein langer Atem benötigt wird“, so Schwägerl abschließend.

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