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Einstellungszahlen am Gymnasium: Beruf attraktiver machen – sonst droht Lehrermangel auf Jahre

905 Neueinstellungen an Bayerns Gymnasien – und dennoch bleibt der Lehrkräftemangel spürbar. Besonders in den Naturwissenschaften und an nicht-staatlichen Gymnasien macht sich das bemerkbar. Die rjv warnt: Ohne attraktivere Rahmenbedingungen droht der Mangel sich weiter zu verschärfen.

Zum neuen Schuljahr gibt es 905 Neueinstellungen an bayerischen Gymnasien* und damit Volleinstellung in allen Fächern. Eine scheinbar erfreuliche Nachricht, die jedoch nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass der Bedarf in vielen Fächern, insbesondere in den Naturwissenschaften, nicht immer passgenau gedeckt werden konnte. „Wenn beispielsweise eine Schule eine Lehrkraft für Mathematik und Informatik angefordert hat, aber kein entsprechender Bewerber verfügbar war, konnte es sein, dass sie stattdessen zum Beispiel eine Lehrkraft mit Sport und Englisch zugewiesen bekommen hat und nun intern verschieben muss“, verdeutlicht Alexander Steenpaß, Vorsitzender der Referendar- und Jungphilologenvertretung (rjv) im bpv, die Situation. 

Besonders betroffen sind kommunale und private Gymnasien, die auf staatliche Absolventinnen und Absolventen angewiesen sind. Wenn diese jedoch beinahe alle ein staatliches Angebot erhalten, bleiben dort freie Stellen mitunter unbesetzt.

Obwohl die Absolventen-Zahl im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist (2024: 433, aktuell rund 550 Bewerber), reicht das bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Laut Lehrerbedarfsprognose summiert sich die Deckungslücke am Gymnasium bis 2035 auf über 1.400 Vollzeit-Lehrkräfte. Steenpaß warnt: „Die Mangelsituation wird uns langfristig begleiten, wenn wir den Beruf nicht endlich attraktiver machen!“ Er fordert daher entschlossene Maßnahmen schon ab dem Berufsstart: Weniger Bürokratie, weniger Zusatzaufgaben – und mehr Zeit für das Wesentliche, nämlich die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern.

*Zum Hintergrund: Von 549 Bewerbern aus dem aktuellen Jahrgang und 572 freien Bewerbern erhielten 905 eine Planstelle, insgesamt wurden 1074 Angebote unterbreitet. 53 wurden von der Warteliste eingestellt. Von diesen insgesamt 1191 Bewerbern erhielten 1074 (90,2%) ein Angebot (inkl. Nachrücker), 905 (85%) nahmen es an. 32 Planstellen konnten zusätzlich im Bereich der Beruflichen Oberschulen und Wirtschaftsschulen für Gymnasiallehrer geschaffen werden.

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