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Lehrkräften bleibt immer weniger Zeit für guten Unterricht

Lehrkräfte müssen sich mit zu vielen bürokratischen Aufgaben auseinandersetzen - zulasten ihres Unterrichts. Das geht aus einer Online-Umfrage des Deutschen Philologenverbandes (DPhV) unter mehr als 3000 Lehrkräften an Gymnasien in ganz Deutschland hervor. Die Auswertung der Ergebnisse für Bayern durch den Bayerischen Philologenverband (bpv) bestätigt dieses Bild.

Demnach schränkt der bürokratische Aufwand bei 77 Prozent der befragten bayerischen Lehrkräfte die Qualität ihres Fachunterrichts ein. Und 86 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen halten den verwaltungstechnischen und unterrichtsfernen Aufwand, den sie zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Klassen- und Fachlehrkräfte bewältigen müssen, für unangemessen und belastend.

Bürokratie an Schulen hat viele Gesichter: Sie beginnt bei der Pflicht zur genauen Dokumentation von pädagogischen Maßnahmen, Sitzungen und Konferenzen, immer mit der juristischen Nachvollziehbarkeit im Hinterkopf. Während der Corona-Testungen an den Schulen war bürokratischer Aufwand zu Beginn einer Unterrichtsstunde an der Tagesordnung: Impfnachweise und Testzertifikate auf ihre Gültigkeit kontrollieren, Genesenen-Nachweise vorzeigen lassen. Daneben zwingen der Datenschutz sowie die Digitalisierung Lehrkräfte wie Schulleitungen dazu, weit mehr Einverständniserklärungen einzuholen als früher: Sei es die Verwendung einer neuen App im Unterricht, bei der sich die Schülerinnen und Schüler namentlich anmelden müssen, oder ein Projekt einer Klasse, das mit Fotos auf der Schul-Homepage veröffentlicht werden soll. Ohne die schriftliche Zustimmung der Eltern, und ab 14 Jahren auch die der Schülerinnen und Schüler, geht es nicht.

Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv, fasst zusammen: „Lehrkräfte brauchen mehr Zeit für den Unterricht und ihre Schülerinnen und Schüler. Der einfachste Weg geht über eine Entlastung bei den bürokratischen Aufgaben. Doch auch Schulleitungen und Verwaltungen ächzen unter immer neuen Vorgaben, Konzepten und Zusatzaufgaben – auch, aber bei weitem nicht nur aufgrund der Pandemie. Gestiegene Anforderungen erfordern dringend mehr Leitungs- und Verwaltungszeit und Bürokratieabbau. Letzteren will der bayerische Kultusminister Prof. Piazolo seit vergangenen Herbst in Form einer Projektgruppe vorantreiben. Die aktuelle Umfrage beweist, dass dieses Vorhaben drängender ist denn je.“

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