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Statement zur Debatte um vereinfachte Literatur am Gymnasium


Wolfram Janke, stv. bpv-Vorsitzender und Leiter des Referats für Bildungs- und Schulpolitik im bpv, kommentiert die Debatte um vereinfachte Literatur-Klassiker an Berliner Gymnasien:

„Klassische Werke der Literatur in einfacher Sprache zu lesen, kann allenfalls dazu dienen, einen ersten Zugang zum Text zu ermöglichen – wenn auch einen fragwürdigen. Die vereinfachte Fassung gibt vor, das Werk zu sein oder dieses zumindest ersetzen zu können. Schülerinnen und Schüler haben das Recht, mit der Wirklichkeit der kulturellen Überlieferung konfrontiert zu werden und dieser begegnen zu dürfen. Sie dieser Komplexitätserfahrung zu berauben, weil man ihnen zu wenig Verständnisfähigkeit zutraut, ist bevormundend. Es ist an den Deutschlehrkräften, Interesse und Neugierde für ein Werk zu wecken, und wenn dies gelingt, entwickeln die Schülerinnen und Schüler auch Verständnis für den Text. Ein solches kann sich wirklich aber nur in der Auseinandersetzung mit dem Original einstellen. Eine öffentliche Diskussion, die anspruchsvolle literarische Texte als von vornherein zu schwierig für die Schule brandmarkt, erschwert Lehrkräften ihre Arbeit und nimmt Schülerinnen und Schülern Motivation.“

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