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Übertritt in Bayern: Lehrkräfte am Gymnasium sehen schwindende Passung – bpv fordert mehr Vergleichbarkeit

Anlässlich der Ausgabe der Übertrittszeugnisse für Bayerns Grundschüler veröffentlicht der bpv die Ergebnisse einer großen Umfrage unter Lehrkräften an Gymnasien. Die Ergebnisse verdeutlichen u.a. einen wachsenden Abstand zwischen den Anforderungen der gymnasialen Laufbahn und dem Leistungsstand der ankommenden Schülerinnen und Schüler. 

An der Umfrage nahmen über 1.800 Lehrkräfte teil, die derzeit in 5. und 6. Klassen unterrichten – die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: 94 Prozent der befragten Lehrkräfte berichten von einem gesunkenen Leistungsniveau der ankommenden Fünftklässler. Besonders die Basiskompetenzen bereiten Grund zur Sorge: Nur 39 Prozent bewerten die Lesekompetenz und lediglich 29 Prozent die Rechtschreibkompetenz als für das Gymnasium ausreichend. Auch in Mathematik schätzen nur 41 Prozent der Lehrkräfte die Rechenkompetenz als tragfähig für den gymnasialen Erfolg ein. 

„Passgenauigkeit ist Voraussetzung für Schulerfolg“ 

Für bpv-Vorsitzenden Michael Schwägerl sind diese Zahlen ein klarer Beleg für die deutlich gestiegene Heterogenität: “Häufiger als früher kommen Schülerinnen und Schüler an das Gymnasium, für die diese Laufbahn nicht passend ist. Das wiederum führt zu Frustrationen und Misserfolgserlebnissen bei Schülerinnen und Schülern, die im vielgliedrigen Schulsystem passgenauere Angebote finden könnten.” Ein Nebeneffekt ist eine hohe Arbeitsbelastung: 79 Prozent der Lehrkräfte geben einen hohen Zeitaufwand für die individuelle Betreuung der Unterstufenschüler an. “Die Kolleginnen und Kollegen tun ihr Möglichstes und unterstützen, wo sie können. Auch angesichts wachsender Klassenstärken durch den Lehrkräftemangel stößt die individuelle Förderung aber an ihre Grenzen”, meint Schwägerl. 

Positives Potenzial und Forderung nach mehr Vergleichbarkeit 

Trotz der kritischen Bilanz gibt es einen Lichtblick: Weit über 80 Prozent der Lehrkräfte bescheinigen den Schülerinnen und Schülern einen deutlichen Leistungswillen. Schwägerl betont: “Die Bereitschaft, Leistung zu zeigen und dadurch Selbstwirksamkeit zu erleben, ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die gymnasiale Laufbahn. Dieses Potenzial nehmen unsere Lehrkräfte sehr wohl wahr.”

Auch mit Blick auf die regional sehr unterschiedliche relative Verteilung der gymnasialen Eignung in den Übertrittsgutachten fordert der bpv ein Nachdenken über mögliche Reformen des Übertritts. Im Schuljahr 2024/25 lag die Quote beispielsweise in Altötting bei ca. 40 Prozent, während in Starnberg ca. 2/3 der Schülerinnen und Schüler eine Empfehlung für das Gymnasium erhielten. “Ein erster Lösungsansatz könnten landesweite Aufgabenpools sein, aus denen Grundschullehrkräfte für die Gestaltung der Übertrittsproben schöpfen können. Dies würde die Vergleichbarkeit erhöhen und die Lehrkräfte an den Grundschulen spürbar entlasten”, schließt Schwägerl.

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