Unterrichtsversorgung am Gymnasium im Schuljahr 2025/26 – Freiwilligkeit und Quereinstieg wichtiger Teil der Lösung
Entgegen allen Befürchtungen scheint es der gymnasialen Schulfamilie – von den Eltern über die Schulen bis zur
Ministerin – in einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelungen zu sein, die Unterrichtsversorgung sicherzustellen.
An einem durchschnittlichen Gymnasium gab es aufgrund des Lehrkräftemangels die Herausforderung, den
Bedarf von drei bis vier Vollzeit-Lehrkräften aufzufangen. Einen wesentlichen Beitrag leisteten die Lehrkräfte
und Schulleitungen vor Ort sowie die fortlaufende Qualifizierung von Quereinsteigern.
Auf Grundlage unserer Rückmeldungen von Schulen teilen wir die zuversichtliche Einschätzung des
Kultusministeriums, dass mithilfe eines Bündels von Maßnahmen eine tragfähige Lösung für das kommende
Schuljahr gefunden werden konnte. Ein wichtiger Baustein zur Sicherstellung der Unterrichtsversorgung im nächsten
Schuljahr war der Aufruf an Schulleitungen, Personalräte und Kollegien, solidarische Lösungen vor Ort zu finden.
bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl betont, dass in dieser Hinsicht einiges erreicht worden ist: „Unser Ansatz lag
und liegt auf Freiwilligkeit. Teilzeit-Lehrkräfte waren dazu aufgerufen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mehr Stunden
zu unterrichten. Gleichzeitig müssen Vollzeit- wie Teilzeit-Lehrkräfte von Zusatzaufgaben entlastet werden. Dank des
Zusammenwirkens aller Beteiligten konnte vieles aufgefangen werden. Die gymnasiale Schulfamilie – von den Eltern
über die Schulen bis hin zur Ministerin – hat damit bewiesen, dass man durch gemeinsames „Ziehen an einem Strang“
auch große Herausforderungen bewältigen kann. Dafür möchten wir allen unseren ausdrücklichen Dank aussprechen!“
Ebenso tragen Quereinsteiger wesentlich zur Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr bei. Quereinstieg im
gymnasialen Lehramt bedeutet, dass diese Bewerber einen entsprechenden Hochschulabschluss mitbringen und
aufgrund einer Sondermaßnahme für das reguläre Referendariat zugelassen werden. Schwägerl ist überzeugt von
diesem „bayerischen Weg“: „Wir tun gut daran, Quereinsteiger mit geeigneter fachlicher Qualifikation durch ein
Referendariat auch im Bereich der Erziehungswissenschaften konsequent zu qualifizieren. Es ist wichtig, den Beitrag
dieser Gruppe zur Verringerung des Lehrkräftemangels anzuerkennen.“
An den allermeisten Gymnasien dürfte zu Beginn der Sommerferien noch viel geplant und gerechnet werden,
denn erst nach Abschluss des Einstellungsverfahrens durch das Kultusministerium im August steht die endgültige
Personalversorgung vor Ort fest. Schwägerl resümiert: „Das abgelaufene Schuljahr startete mit großen Sorgen und
Ängsten, welche Folgen die Personallücke mit sich bringen würde. Wir wissen, dass wir im kommenden und auch in
den folgenden Schuljahren personaltechnisch auf Kante genäht sein werden. Deshalb wird der bpv die Entlastung von
Lehrkräften durch De-Implementierung mit einer Überprüfung von On-Top-Aufgaben konsequent weiterverfolgen.
Insgesamt sind wir aber sehr froh, dass das gemeinsam geschnürte Bündel an Maßnahmen Wirkung zeigt.”