Prof. emer. Dr. Diethard Baron

Fortbildungsangebot:

Epigenetik
Aktuelle Forschung zur Epigenetik und schulpraktische Relevanz

Abstract:
Die Epigenetik befasst sich mit der Steuerung von Genen durch meistens äussere Einflüsse wie Ernährung, Rauchen, Stress, Traumata, Sport oder Umweltgifte. Epigenetische Steuerungsmechanismen sind Histon-Modifizierung, Chromatin-Modellierung, DNA-Methylierung, Chromosomen-Positionierung, mikroRNA und RNA-Methylierung. Epigenetische Modifizierungen am Erbgut sind reversibel und können auf nachfolgende Generationen vererbt werden. Im Plastik vorkommende Gift wie Phthalate, Terephthalate, Bisphenol A oder Perfluoroctansäure stören als endocrine Disruptoren Hormonkreisläufe und verändern das DNA-Methylierungsmuster, was zur Entstehung von Krankheiten wie Adipositas führen kann. Saisonale Rhythmen kontrollieren epigenetisch etwa 5.000 Gene des Menschen. Das DNA-Methylierungsmuster ändert sich mit dem Alter und verrät bis auf wenige Monate genau unser Alter. Dies wird bereits forensisch angewendet. Die Immunschwäche bei ISS-Astronauten beruht auf einer veränderten Methylierung von Immungenen, die für immunaktivierende Cytokine kodieren. Fehler im Epigenom treten bei vielen Krankheiten wie Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen, Diabetes oder Fettleibigkeit auf. Anhand tumorspezifischer DNA-Methylierungsmuster oder mikroRNAs lassen sich Darm-, Lungen- und Brustkrebs epigenetisch diagnostizieren. Auf der Ebene der Epigenetik wirkende Krebsmedikamente korrigieren die gestörte Steuerung der Krebszelle.

 

VORTRAG: Mikrobiom und Krankheiten >>>

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