Prof. emer. Dr. Diethard Baron

Fortbildungsangebot:

Epigenetik
Aktuelle Forschung zur Epigenetik und schulpraktische Relevanz

Abstract:
Die Epigenetik Epigenetik befasst sich mit der Steuerung von Genen durch meistens äussere Einflüsse wie Ernährung, Rauchen, Stress, Traumata, Sport oder Umweltgifte. Epigenetische Steuerungsmechanismen sind Histon-Modifizierung, Chromatin-Modellierung, DNA-Methylierung, Chromosomen-Verteilung, mikroRNA und RNA-Methylierung. Epigenetische Modifizierungen am Erbgut sind reversibel und können auf nachfolgende Generationen vererbt werden. Im Plastik vorkommende Gift wie Phthalate, Terephthalate, Bisphenol A oder Perfluoroctansäure stören als endocrine Disruptoren Hormonkreisläufe und verändern die DNA-Methylierung, was zur Entstehung von Krankheiten wie Adipositas führen kann. Das DNA-Methylierungsmuster an 353 Positionen im Genom ändert sich mit dem Alter und verrät bis auf wenige Monate genau unser Alter. Dies wird bereits forensisch und klinisch angewendet und ermöglicht Aussagen über die Resistenzbildung bei Krebszellen. Die Immunschwäche bei ISS-Astronauten beruht auf einer veränderten Methylierung von Immungenen, die für immunaktivierende Cytokine kodieren. Fehler im Epigenom treten bei vielen Krankheiten wie Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen, Diabetes oder Fettleibigkeit auf. Anhand tumorspezifischer DNA-Methylierungsmuster oder mikroRNAs lassen sich Darm-, Lungen- und Brustkrebs epigenetisch diagnostizieren. Bisher sind neun epigenetisch wirksame Medikamente zur Krebstherapie zugelasen. Sie korrigieren die gestörte Steuerung der Krebszelle.

 

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