G8-ABITUR: ERGEBNISSE IN RUHE ANALYSIEREN

Nach dem ersten G8-Abitur:

ERGEBNISSE IN RUHE ANALYSIEREN, DANN KONSEQUENT SCHWACHSTELLEN ANGEHEN – UNVERSTÄNDNIS ÜBER NIEDRIGE EINSTELLUNGSQUOTE

Nach dem ersten G8-Abitur fordert der Bayerische Philologenverband (bpv) Sorgfalt und mehr Gelassenheit in der Diskussion um die Situation an den bayerischen Gymnasien. „Wir warten gespannt auf die Zahlen aus dem Kultusministerium und werden die Analyse konstruktiv begleiten und bei nötigen Handlungsoptionen mitwirken,“ erklärte der bpv-Vorsitzende Max Schmidt.

Stundenausstattung und Intensivierungsstunden in den Fokus nehmen
Außerdem stellte Schmidt fest, dass die verpflichtenden Abiturprüfungsfächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprache in der Mittelstufe durchgehend mit vier Wochenstunden ausgestattet sein müssen. Zusätzlich müsse geprüft werden, ob die Intensivierungsstunden im momentanen Umfang die Erwartungen erfüllten. „Angesichts der einerseits vielen sehr guten Abiturienten, andererseits aber auch der recht hohen Zahl an schwachen Abiturergebnissen ist die freiwillige Belegung von Intensivierungsstunden zu überdenken,“ erläuterte Schmidt.In der ganzen Diskussion gemahnte Schmidt insbesondere zur Besonnenheit: „Wir brauchen keine Schnellschüsse. Schüler, Eltern und Lehrer brauchen Verlässlichkeit. Mittelfristig muss geprüft werden, ob auch bei den G8-Abiturienten die Studierfähigkeit gewährleistet ist. Das geht aber nicht über Nacht, dafür braucht es Zeit.“ Als weiteres wichtiges Arbeitsfeld nannte Schmidt die Hochbegabtenförderung an den Gymnasien und Hochschulen; hier bestehe Handlungsbedarf, gerade auch im Hinblick auf eine Zusammenarbeit, die es ermöglicht, die hochbegabten Abiturienten von Anfang an an den Hochschulen bestmöglich weiterzufördern.

Kritik an niedriger Einstellungsquote zum September
Gleichzeitig wiederholte er die Forderungen seines Verbandes nach der Einstellung weiterer Lehrkräfte zum September und der Absenkung der Klassenstärken: „Es ist weder einseh- noch hinnehmbar, dass Bayern nur einem kleinen Teil der Bewerberinnen und Bewerber eine Stelle an unseren Schulen bieten will. Unsere Gymnasien und Beruflichen Oberschulen haben weiterhin einen großen Nachholbedarf an Lehrkräften. Wir brauchen die jungen Kolleginnen und Kollegen! Denn wir wollen nicht nur den stundenplanmäßigen Unterricht abdecken können, sondern auch bei der individuellen Förderung spürbar vorankommen.“