GYMNASIUM KARLSTADT - 2. BEIM DEUTSCHEN SCHULPREIS

Chef des Gymnasiallehrerverbandes Max Schmidt beim Besuch des ausgezeichneten Johann-Schöner-Gymnasiums in Karlstadt:

„IHRE INNOVATIONSKRAFT UND LEISTUNGSFÄHIGKEIT SOLLTE AUF ALLE SCHULARTEN AUSSTRAHLEN“

Als „im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnetes Beispiel für die Innovationskraft und die Leistungsfähigkeit der bayerischen Gymnasien“ hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt das Karlstädter Johann-Schöner-Gymnasium gelobt. Bei seinem Besuch des Zweitplatzierten des hochdotierten Deutschen Schulpreises informierte Schulleiter Albert Häusler den bpv-Vorsitzenden und dessen Stellvertreter Walter Fronczek (Friedrich-List Gymnasium Gemünden) aus erster Hand über die vielfältigen Projekte und Initiativen der Schule im Rahmen der inneren Schulentwicklung. Dabei legte Häusler Wert auf die Feststellung: „Wir sind eine ganz normale Schule. Unsere Schüler kommen aus allen gesellschaftlichen Schichten.“ Ausgangspunkt für das Gelingen von Bildung sind für Häusler die Verbindung von klassisch-gymnasialer Wissensvermittlung und modernem Methodentraining. Diese gingen im Karlstädter Lehrerkollegium mit der bewussten Verantwortung für jeden einzelnen Schüler einher und dem gemeinsamen Ziel, möglichst alle erfolgreich zu einem Schulabschluss zu führen. „Unsere beim Deutschen Schulpreis nicht zum ersten Mal gewürdigten Erfolge sind nicht das Ergebnis von Hexerei. Was wir hier in Karlstadt machen, ist so oder ähnlich sicher auch an anderen Gymnasien in ganz Bayern zu finden. Entscheidend ist, dass man als Schulleiter das hohe Maß an Eigenverantwortung und die Gestaltungsmöglichkeiten zielgerichtet zu nutzen versteht, die wir an unseren bayerischen Gymnasien haben. Dazu kommen für mich kollegiale Führungsstrukturen und ein partnerschaftliches Miteinander mit Schülern und Eltern mit klar definierten Aufgabenbereichen und Verantwortlichkeiten. Und wenn dann alle Beteiligten – von der Schulleitung über die Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler und die Eltern bis hin zur verantwortlichen Kommune und unserem Ministerium an einem Strang ziehen, dann stellt sich der Erfolg auch über kurz oder lang ein“, skizziert OStD Häusler das Erfolgesrezept seiner Schule.

Schmidt: Anschauungsunterricht für zeitgemäße und lebendige Bildung

Der bpv-Vorsitzende Schmidt bedankte sich bei Schulleiter Häusler mit den Worten: „Neben einem beeindruckenden Einblick in das Schulleben des Johann-Schöner-Gymnasiums nehme ich aus Karlstadt als Erkenntnis mit: Für unsere bayerischen Gymnasien sollte es nicht damit getan sein, gute Ideen zu haben und sie innerhalb der eigenen vier Wände umzusetzen. Man sollte auch selbstbewusst darüber sprechen, um sie bekannt zu machen. Nationale und internationale Wettbewerbe bieten dafür eine gute Möglichkeit. Ich kann nur unsere bayerischen Gymnasien dazu ermutigen, die sich bietenden Chancen noch stärker zu nutzen, ihre besonderen Leistungen einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren.“
Im Interesse der Weiterentwicklung aller bayerischen Schularten wünschte der bpv-Vorsitzende Schmidt OStD Häusler abschließend nicht nur interessierte Besucher aus der eigenen Schulart: „Schön wäre es, wenn auch Vertreter anderer Schularten nach Karlstadt kommen, um sich über die Prinzipien und Konzepte des modernen bayerischen Gymnasiums zu informieren. Hier würden sie wunderbaren Anschauungsunterricht dafür finden, wie zeitgemäß und lebendig Schule und Bildung sein können. Solche Innovationskraft und Leistungsfähigkeit sollte auf alle Schularten ausstrahlen können.“

Info

Der zweite Platz beim Deutschen Schulpreis stellt die Krönung vorangegangener Erfolge und Leistungen des Gymnasiums dar. Das Johann-Schöner Gymnasium

  • ist seit 1999 Mitglied im Netzwerk „Innovativer Schulen“ der Bertelsmann-Stiftung und seit 2001 im MINT-Excellence-Center der Stiftung der Deutschen Wirtschaft,
  • gewann 2003 den Bildungspreis des BDI und erhielt den i.s.i. Innovationspreis des Bildungspaktes Bayern und des Kultusministeriums,
  • erarbeitete 2006-2009 im Rahmen der Initiative „Center of Excellence, Zentrum für Schulqualität" richtungsweisende Konzepte für das Erlernen von Kompetenzen im mathematisch-technologischen Bereich und
  • darf sich seit 2009, nach einer externen Evaluation der Bayerischen Qualitätsagentur mit dem Titel einer „Modus-Schule" schmücken.

Als beispielhaft werden unter anderen folgende Karlstadter „Erfindungen“ genannt:

  • KoMet („Koordiniertes Methodentraining“ in der 5.Jahrgangsstufe): Das Fach lehrt sinnvolles Lernen und erleichtert den Einstieg in gymnasiale Methoden.
  • KosMoS („Koordiniertes Modell Sekundarstufe“, ein Kursmodell mit einem Stundenpool, gespeist von den Intensivierungsstunden und Stunden aus dem Wahlunterricht) in den Jahrgangsstufen 7 bis 10: „Wer in einem Fach Lücken hat, kann diese in Förderstunden schließen. Starke Schüler können ihre Kenntnisse in fach- und teilweise sogar stufenübergreifenden "Plus-Kursen" vertiefen: Mathe-Asse grübeln im Kopfrechenkurs, Naturfreunde pflegen den Apothekergarten auf dem Schulgelände, Technik-Freaks bauen einen Roboter. Wer sich für soziale Berufe interessiert, kann im Projekt "Seitenwechsel" gemeinsam mit lernbehinderten Jungen und Mädchen am Leo-Weismantel-Förderzentrum kochen, Musik machen oder Theaterstücke erarbeiten. Für jede Aktivität erhalten die Schüler Zertifikate, die sie in ihrem "Schöner-Ordner" abheften. ‚Die Nachweise haben schon vielen bei Bewerbungen geholfen’, weiß Schulleiter Häusler.“ (Schulporträit, Deutscher Schulpreis)

Der Deutsche Schulpreis

Der Deutsche Schulpreis zeichnet jährlich die besten Schulen Deutschlands aus - Schulen, "die sich den Herausforderungen der Zeit stellen, die mit neuen Konzepten und erfolgreicher Praxis begeistern." Die 230.000 Euro Preisgeld werden von der Robert Bosch-Stiftung und der Heidehof-Stiftung vergeben. Die Entscheidung über die Preisträger fällt eine Expertenjury. Dieses Jahr setzten sich unter 119 Bewerbern zunächst 20 Schulen durch. Diese Schulen wurden von Juryteams besucht und vor Ort geprüft.

Informationen zum Deutschen Schulpreis 2012 unter http://schulpreis.bosch-stiftung.de

Laudatio

Aus der Laudatio zum Deutschen Schulpreis: Johann-Schöner-Gymnasium, Karlstadt

Außergewöhnlich: Nicht eine drohende Katastrophe war der Anlass dazu, dass sich 1998 das Johann-Schöner-Gymnasium auf den steinigen Weg der Schulentwicklung machte und dabei für alle Neuerungen in der Schulfamilie breiten Konsens gefunden hat. Ein achtungsvoller Umgang miteinander, das Vertrauen, das man einander entgegenbringt, die Offenheit, mit der Schwierigkeiten und Probleme angesprochen werden, eine Kultur der gegenseitigen Anerkennung und die Hilfe, die man – wenn nötig – von außen erfährt, sind die Grundlage dieser Erfolgsgeschichte.

Damit möglichst Viele beteiligt und alle Entscheidungen auch für alle Betroffenen transparent sind, wurden die Vorgaben des Schulgesetzes großzügig ausgelegt: Ein Schulforum gibt seine Vorschläge an einen der vier Eltern–Lehrer–Schüler-Arbeitskreise weiter, die eine Art Qualitätszirkel bilden. Diese übermitteln ihre Ergebnisse an die Steuergruppe, die sie der Gesamtkonferenz zur Beschlussfassung vorlegt.

Mit diesem demokratischen Instrumentarium ist es über die Jahre hinweg gelungen, Schulleben und Unterricht neu zu gestalten und den Bedürfnissen der Betroffenen und den Ansprüchen einer sich verändernden Umwelt optimal anzupassen, eng und doch hoch variabel Lerninhalte und Methoden so zu verzahnen, dass das Lernangebot der Schule möglichst vielen Schülern gerecht wird.

Den Erfolg dieser Anstrengungen bestätigen nicht zuletzt auch die überdurchschnittlichen Leistungen in den zentralen Prüfungen. Summa summarum: Zwölf Jahre Schulentwicklung, ganz von unten her, und kein bisschen müde, weder Schüler, noch Eltern oder Lehrer!