SACHSEN IST GUT, SELBERMACHEN IST BESSER

Bildung in Bayern:

BAYERISCHER PHILOLOGENVERBAND (BPV) ZUM BAYERISCH-SÄCHSISCHEN ARBEITSKREIS „SCHULE UND BILDUNG“ AUF DER CSU-HERBSTKLAUSUR

„Wenn man die Bildungspolitik in Bayern weiterbringen will, lohnt sich zwar der Blick über den Tellerrand, man sollte die sächsischen Strukturen aber nicht kopflos übernehmen.“ So kommentiert Max Schmidt, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes, den Blick der CSU auf Sachsens Schulsystem während ihrer Herbstklausur in Kloster Banz.

Nicht alles ist Gold, was glänzt„
Das sächsische Schulsystem ist sehr erfolgreich. Doch nicht alles ist Gold, was glänzt“, so Schmidt weiter. Sachsen kämpfe beispielsweise mit einem besonders hohen Anteil an Schulabgängern ohne Abschluss: Mit 11,1 Prozent lag Sachsen 2008 deutlich über dem Bundesdurchschnitt, Bayern (6,4%) verzeichnete dagegen mit Baden-Württemberg (5,6%) die niedrigsten Anteile. „Das zweigliedrige Schulsystem in Sachsen bietet also nicht allen Schülern passgenaue Bildungsmöglichkeiten.“ Und das, obwohl der Anteil an Migrantenschülern, die die Schulen deutlich häufiger ohne Abschluss verlassen, in Sachsen weitaus geringer ist als in Bayern: Während an Bayerns Schulen über 20 Prozent Migrantenschüler unterrichtet und gefördert werden, sind es in Sachsen nur um die 5 Prozent.

Schmidt: „Keinerlei Veranlassung für politisches Umdenken“

Schmidt sieht daher keinerlei Veranlassung für ein politisches Umschwenken auf ein zweigliedriges Schulsystem in Bayern. Im Freistaat funktioniere das Zusammenspiel von Haupt-/Mittelschule, Realschule und Gymnasium, jede Schulart leiste ihren Beitrag, mit Erfolg. „Wenn mein Auto reibungslos funktioniert, bringe ich es doch auch nicht zur Reparatur“, resümiert der Vorsitzende. Sachsen habe zudem gänzlich andere Voraussetzungen was die Schülerzahlen anbelangt. „Der demografische Wandel in Sachsen hat bereits vor vielen Jahren eingesetzt und ist massiv. Bayern ist hiervon meilenweit entfernt.“ Das sächsische Schulsystem ist außerdem deutlich teurer als das bayerische: Für jeden sächsischen Mittelschüler muss der Steuerzahler rund 1000 Euro mehr berappen als in Bayern.

Was man allerdings von Sachsen lernen kann
Was der Blick nach Sachsen jedoch lehren könne, so Schmidt abschließend: „Sachsen hat in den letzten 20 Jahren keine Experimente vollzogen, sondern für Stabilität und Kontinuität an den Schulen gesorgt.“ Zudem unterrichten sächsische Lehrkräfte im Schnitt deutlich weniger Schüler, die Voraussetzungen für individuelle Förderung sind dementsprechend gut.