SCHÜLERRÜCKGANG ALS CHANCE NUTZEN!

SCHÜLERRÜCKGANG IM LÄNDLICHEN RAUM IST HISTORISCH SELTENE CHANCE!

Der Bayerische Philologenverband begrüßt die Maßnahmen des Kultusministeriums zum Erhalt lebendiger Schullandschaften


„Der demografisch bedingte Schülerrückgang im ländlichen Raum ist eine historisch seltene Chance, um durchgreifend Verbesserungen im bayerischen Bildungssystem zu erzielen.“ Mit diesen Worten äußerte sich der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt zur Zielsetzung von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, möglichst viele Schulstandorte im ländlichen Raum zu erhalten. „Wir begrüßen, dass das Kultusministerium sinnvolle Konzepte für den Erhalt lebendiger Schullandschaften im ländlichen Raum vorlegt. Dafür müssen aber auch die Ressourcen, die durch die sinkenden Schülerzahlen frei werden, in den Schulen belassen werden“, fordert Schmidt und verweist damit auf das Versprechen von CSU und FDP im Koalitionsvertrag von 2008. Darin heißt es, dass „die ‚demografische Rendite’, die durch den Rückgang der Schülerzahlen entstehen wird, in vollem Umfang im Bildungssystem bleibt, um die Bedingungen für die Schulen weiter zu verbessern“.

Neben Unterricht in persönlichen Lernatmosphären wie an kleinen Grundschulen und der Mittelschule sieht Schmidt für das Gymnasium am Ende der Mittelstufe Möglichkeiten der Kooperation mit Mittelschule und Realschule. Originärer Partner für das Gymnasium in der Oberstufe ist die eigenständige Fachoberschule. Auch hier können die Kooperationen noch ausgebaut und intensiviert werden. „Zweizügige Gymnasien wären sogar mit nur 400 Schülern in der Fläche problemlos möglich. Die neue Form der gymnasialen Oberstufe ist hierfür bestens geeignet, betont der Vorsitzende weiter.

Eine klare Absage erteilt Schmidt an die angebliche „Allround-Lösung“ der Gemeinschaftsschule. „Diese Schulform ist sozial ungerecht. Schüler lernen an Gemeinschaftsschulen deutlich weniger, ihre Talente werden nicht ausreichend gefördert. Eine solche Minusrechnung ist nicht im Interesse unserer Schüler“, so Schmidt abschließend.