UNTERRICHTSAUSFALL WIRD WEITER ANSTEIGEN!

UNTERRICHTSAUSFALL WIRD OHNE ZUSÄTZLICHE MITTEL UND STELLEN WEITER ANSTEIGEN!

bpv fordert massive Aufstockung der Unterrichtsreserve und der Vertretungsmittel

Als problematisch und sehr angespannt bezeichnet der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt die Lehrerversorgung an den bayerischen Gymnasien. Es gebe eine Reihe von Schulen, die bereits zu Notmaßnahmen wie Unterrichtskürzungen, Klassenzusammenlegungen und angeordneter Mehrarbeit hätten greifen müssen.

Er betont: „Eine mobile Lehrerreserve, die bereits am ersten Schultag voll verplant ist, verdient ihren Namen nicht. Dazu kommt, dass für im laufenden Schuljahr längerfristig ausfallende Lehrkräfte den Schulen maximal 50 Prozent des Ersatzbedarfs an Vertretungsmitteln zugewiesen werden! Wenn dies so bleibt, wird sich trotz aller Anstrengungen der Einzelschulen eine nochmalige Steigerung des Unterrichtsausfalls nicht vermeiden lassen!“

Mit Blick auf die vom Kultusminister heute vorgestellten Zahlen verwies Schmidt darauf, dass der relativ hohe Unterrichtsausfall an den Gymnasien im letzten Schuljahr auch durch Neuerungen im achtjährigen Gymnasium mit verursacht wurde, so z.B. durch die neuen Prüfungsformen in den modernen Fremdsprachen, den verstärkten Nachmittagsunterricht, der nur schwer zu vertreten sei, und durch den vermehrten Aufwand für Fortbildungen. Leider sei dem in der Lehrerversorgung nicht Rechnung getragen worden.

Heftig widersprach der bpv-Vorsitzende dem in der heutigen Süddeutschen Zeitung abgedruckten Vorwurf des Kultusministers, Gymnasiallehrkräfte würden zu wenig Mehrarbeitsstunden geben. Schmidt dazu wörtlich: „Im letzten Schuljahr mussten die bayerischen Gymnasien zwei Abiturjahrgänge bewältigen mit zum Teil extrem kurzen Korrekturzeiten und enormen Belastungsspitzen. Jetzt den Schulleitungen an den Gymnasien vorzuwerfen, sie hätten in diesem Spitzenbelastungsjahr zu wenig Mehrarbeit angeordnet, halte ich für völlig unangebracht. Ein Minister hat auch eine Fürsorgepflicht für seine Beschäftigten!“

Schmidt erneuerte die Forderung des Bayerischen Philologenverbandes nach einer massiven Aufstockung der mobilen Unterrichtsreserve auf mindestens 400 Stellen sowie eine deutliche Aufstockung des Topfes für Vertretungsmittel auf 10 Millionen. Er bekräftigte: „Wir stehen erst am Anfang des Schuljahres. Wenn nicht umgehend zusätzliche Stellen bereit gestellt werden, wird der Unterrichtsausfall in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreichen. Die vom Ministerium angemahnten flexiblen und intelligenten Lösungen vor Ort werden das Problem nicht beheben können!“

Der bpv-Vorsitzende erinnerte abschließend daran, dass der Unterrichtsausfall nicht eine Folge des Lehrermangels sei, - in den meisten Fächern stünden genügend Junglehrer zur Verfügung -, sondern eine Konsequenz fehlender Ressourcen.