KMK-BESCHLUSS ZU ABI-STANDARDS ÜBERLEGT UMSETZEN!

Max Schmidt sicher: „Ein einheitliches Bundesabitur wird es nicht geben“
„Das Ziel der KMK, über bundesweit geltende Standards zu mehr Vergleichbarkeit in den Abituranforderungen der Bundesländer zu kommen, ist grundsätzlich begrüßenswert“, kommentiert der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt die heute in Hamburg verkündete Einigung der Länder auf bundesweit einheitliche Normen für die Reifeprüfung. „Bei optimaler Umsetzung kann dies der Beginn eines gemeinsamen Weges zu größerer Bildungsgerechtigkeit zwischen und zugleich mehr Bildungsqualität in einigen Bundesländern sein. Die Qualität sollte konsequent darauf ausgerichtet werden, dass das Abitur überall eine allgemeine Hochschulreife mit der entsprechenden Studierfähigkeit sicherstellt. Dann würden viele Abiturienten in Deutschland von dieser Initiative profitieren“, formuliert Schmidt die Hoffnungen aus bayerischer Sicht.

Deutschlandweit zeitgleiche Abiturprüfungen organisatorisch nicht machbar
Nach Ansicht des bpv-Vorsitzenden wird das Ziel, länderübergreifende Abiture bzw. Abiturteile zu etablieren, nicht dazu führen, dass zukünftig die Prüfungen zeitgleich in allen Bundesländern abgelegt werden: „Dagegen sprechen die unterschiedliche Terminierung der Ferien wie die von Land zu Land differierende Verteilung des Unterrichtsstoffs.“ Zugleich sprach er sich dafür aus, die unterschiedlichen Traditionen der einzelnen Bundesländer bei den Aufgabenstellungen zu berücksichtigen: „Die Erfahrungen bei internationalen Leistungstests haben gezeigt, dass die Vergleichbarkeit und Gleichwertigkeit von Aufgaben(teilen) auch mit unterschiedlich formulierten Aufgabenstellungen erreicht werden können! Ich bin mir sicher: Auch die Standards werden nicht dazu führen, dass die länderspezifischen Abiturprüfungen durch ein flächendeckendes Bundesabi abgelöst werden. Und das ist auch gut so.“

Abschließend bekräftigte Schmidt die Forderung der Gymnasiallehrerschaft, das Unterfangen zunächst bis zum Ende und in all seinen Facetten zu durchdenken: „Sonst besteht das Risiko, dass das Bestreben nach mehr Gerechtigkeit für unsere Schüler das genaue Gegenteil bewirkt!“

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Peter Missy, Bayerischer Philologenverband, E-Mail: bpv@bpv.de, Tel. 089-7461630