ÜBEREIFER BEI LÄNDERÜBERGREIFENDEM ABITUR

Schüler sind mit vorgesehenen Aufgabenformaten seit Jahren vertraut, deshalb sind zusätzliche Klausuren überflüssig

Als unnötige Zusatzbelastung sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für Lehrkräfte hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt heute die für Herbst 2013 vorgesehenen zusätzlichen Übungsklausuren für das länderübergreifende Abitur bezeichnet: „Die bayerischen Schülerinnen und Schüler kennen die geplanten Formate der ländergemeinsamen Aufgabenteile der Abiturprüfung 2014 seit Jahren und sind mit diesen bestens vertraut. Weder die Aufgaben in Mathematik noch die angekündigte „Sprachmittlungsaufgabe“ in Englisch oder die „Auswertung eines Sachtexts mit anschließendem Erörterungsauftrag“ in Deutsch stellen etwas Neues dar. Vor diesem Hintergrund erscheint die enorme Zusatzbelastung durch drei zusätzliche Klausuren nicht gerechtfertigt!“

Als besonders krass betrachtet Schmidt die Zusatzbelastung der Schülerinnen und Schüler auch durch den geplanten Termin der Übungsklausur in Englisch. Am 05. November 2013 müssen nämlich auch die Seminararbeiten abgegeben werden. „Die Schülerinnen und Schüler sollen sich doch in den Tagen davor voll auf die Fertigstellung ihrer Arbeiten konzentrieren können, sie brauchen diese Zeit,“ erklärte Schmidt. Was die Lehrkräfte anbelangt, erläuterte er die unnötige Mehrbelastung am Beispiel der Deutschlehrerinnen und –lehrer: „Der Korrekturaufwand einschließlich des Verfassens der Notengutachten ist enorm und kann bei zwei Stunden pro Arbeit liegen, also bei 50 Stunden bei einer Kursstärke von 25 Schülerinnen und Schülern; das ist rein zusätzlich und steht in keinerlei Verhältnis zu dem erreichten Nutzen!“

Einen Ausweg sieht Schmidt darin, dass die länderübergreifenden Klausuren zu den im dritten Schulhalbjahr der Qualifikationsphase ohnehin geforderten Schulaufgaben und damit nicht zur Zusatzarbeit werden. „Ein entsprechender Weg wird in Niedersachsen gegangen, wo die länderübergreifenden Klausuren jeweils eine zu schreibende Klausur ersetzen. Es ist nicht zu verstehen, warum ausgerechnet in Bayern eine Angleichung der Anforderungen im Abitur zu völlig überflüssigen Härten für Schüler wie Lehrer führen soll!“