G8: BPV-ABSAGE AN HALBHERZIGE NACHBESSERUNGEN

bpv erteilt weiteren halbherzigen Nachbesserungen am G8 eine klare Absage

Schmidt: Eine gute Zukunftsperspektive gibt es nur mit einem neuen neunjährigen Gymnasium

Die baldige Vorlage einer klaren Konzeption eines zukunftsorientierten Gymnasiums in Bayern, ausgehend von einem neunjährigen Bildungsgang, hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, Max Schmidt, von der Bayerischen Staatsregierung eingefordert. Er warnte gleichzeitig dringend davor, nach dem absehbar klaren Scheitern des Volksbegehrens der Freien Wähler, das auf einen schwer organisierbaren Parallelbetrieb von G8 und G9 gesetzt habe, die Hände in den Schoß zu legen und sich mit halbherzigen weiteren Flexibilisierungs- und Individualisierungslösungen zu begnügen. Diese würden wie das Flexijahr vor Ort von Schülern und Eltern nicht angenommen und zudem die Gefahr mit sich bringen, dass die einst so klare Gymnasialarchitektur weiter zerrissen wird.

Der Verbandsvorsitzende betonte: „Was wir dringend brauchen an bayerischen Gymnasien, ist eine Ruhe und Verlässlichkeit garantierende Richtungsentscheidung, ein Ende des beständigen Nachbesserns und Korrigierens der negativen Folgen der Schulzeitverkürzung. Wer glaubt, angesichts der breiten Ablehnung in der Bevölkerung gegen die Schulzeitverkürzung und angesichts der Einführung des neunjährigen Gymnasiums in Baden-Württemberg und Hessen mit einem „Weiter so“ durchzukommen, wird sich gründlich täuschen.“

Nach dem Scheitern des Volksbegehrens gebe es, so Schmidt, eine große Chance für eine Konsenslösung zwischen fast allen Parteien und Verbänden für mehr Qualität und Zeit im bayerischen Gymnasium durch ein grundständig neunjähriges Gymnasium mit der Möglichkeit für begabte Schüler, dieses in einem Jahr weniger zu durchlaufen. „Diese Chance darf nicht leichtfertig vertan werden!“, betonte der Verbandschef und verwies auf die kürzlich veröffentlichte Meinungsumfrage, wonach rund 80 Prozent des bayerischen Bevölkerung für eine G9-Lösung sind, wobei wiederum das Modell des Bayerischen Philologenverbands die größte Zustimmung findet.

Für die inhaltliche Konzeption eines auf die Herausforderungen der Zukunft ausgerichteten neunjährigen Bildungsgangs habe, so Schmidt, der Gymnasialkongress des bpv letzte Woche klare Impulse und Hinweise geliefert. Fast alle Professoren dort haben sich für eine Entschleunigung des Gymnasiums und eine Nutzung der gewonnenen Zeit für mehr Bildung ausgesprochen.

Abschließend bekräftigte Schmidt die eindeutige Position seines Verbandes: „Wir werden nicht die Hand reichen für Lösungen, die nicht auf einem neunjährigen Gymnasium für die Mehrheit der Schüler beruhen. Da soll sich die Politik keine falschen Vorstellungen machen.“