MIT EINSER-EXAMEN ZUM ARBEITSAMT

Einstellungssituation: Viele Junglehrer „frustriert bis zum Anschlag“

bpv-Chef Max Schmidt: „Wir können jeden guten Kollegen brauchen!“


„Maßlos enttäuscht, frustriert bis zum Anschlag und immer wieder Existenzangst“ – hat der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt bei einem Gespräch mit Referendarvertretern die verbreitete Stimmungslage unter Nachwuchslehrkräften erlebt. Schuld daran ist die Tatsache, dass viele von ihnen sich aufgrund ihrer hervorragenden Noten nachvollziehbar Hoffnung auf eine Anstellung an einem staatlichen Gymnasium ab Februar gemacht hatten; Hoffnungen, die nun allerdings reihenweise wie Seifenblasen zerplatzt sind: Nur rund 170 Bewerber werden eine Stelle erhalten, in Fächerkombinationen mit Deutsch und Englisch tendieren die Chancen trotz des sogenannten Einstellungskorridors gegen Null. Einigermaßen berechtigte Hoffnungen auf eine „bruchfreie“ Übernahme in den Schuldienst können sich derzeit nur Junglehrer mit den Fächern Mathematik, Physik, Informatik, Kunst und Musik machen. Insgesamt beträgt die Gesamteinstellungsquote rund 20 Prozent.

Dass unter den Abgelehnten nun auch etliche mit besten Prüfungsnoten sind, will auch Philologenchef Max Schmidt nicht in den Kopf: „Es ist ja wahrlich nicht so, dass wir die jungen Kolleginnen und Kollegen nicht gebrauchen könnten; ganz im Gegenteil: Der Ausbau der individuellen Förderung, der weitere Abbau großer Klassen, die Verringerung von Unterrichtsausfall, die Ausweitung des Ganztagsangebotes – all diese Ziele, die sich die Staatsregierung auf die Fahnen geschrieben hat, benötigen ein Plus an Lehrkräften. Und auch an den Beruflichen Oberschulen und den Universitäten könnte die Einstellung qualifizierter Gymnasiallehrer dazu beitragen, die oft prekäre Unterversorgung zu mildern.“ Angesichts der aktuellen Einstellungssituation bezeichnete es Schmidt als „geradezu grotesk“, dass das Ministerium Referendare dazu verurteile, sich selbst die Stellen wegzunehmen: Dadurch, dass aus Kostengründen Referendare während ihrer Ausbildung über Gebühr unterrichten müssten, sinke der derzeit ohnehin geringe Bedarf an Junglehrern noch einmal. Der Bayerische Philologenverband fordert daher zusätzlich, die Unterrichtsverpflichtung von Referendaren spürbar zu senken: „Das wäre nicht nur ein sinnvoller Beitrag zur Erhöhung der Einstellungschancen, sondern auch zur Erhöhung der Qualität der Lehrerausbildung in Bayern!“, betonte Verbandschef Schmidt abschließend.

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Peter Missy, bpv@bpv.de