NICHT MIT UNS!

Mehrarbeit für die Lehrkräfte, aber keine Stellen für den Nachwuchs: Nicht mit uns!

Der Bayerische Philologenverband protestiert scharf gegen CSU-Vorschläge für Mehrarbeit„Nicht mit uns! Diese Ideen werden zu massiver Empörung in den Lehrerzimmern und zu unserem schärfsten Protest führen“, erklärt der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt zu den gestern Nachmittag bekannt gewordenen Plänen einer Projektgruppe in der CSU-Fraktion des Bayerischen Landtags, nach denen Lehrkräfte wegen des Ausbaus der Ganztagsbetreuung noch mehr Zeit als bisher an den Schulen verbringen sollen – nachmittags und möglicherweise auch in den Ferien. Schmidt stellt fest: „Es scheint den Mitgliedern der Arbeitsgruppe nicht bewusst zu sein, aber: Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten in dieser Zeit bereits, häufiger als früher auch in der Schule: Schon jetzt findet in erheblichem Umfang Nachmittagsunterricht statt. Die verbleibenden unterrichtsfreien Nachmittage werden unbedingt für die häusliche Vor- und Nachbereitung des Unterrichts oder für Projektarbeit gebraucht, in den Ferien werden im großen Umfang Schulaufgaben und Abiturarbeiten korrigiert und für Funktionsträger ist es schon eine Selbstverständlichkeit, während der Ferien Verwaltungsarbeiten in den Schulen erledigen zu müssen. Bereits jetzt fallen für uns neben dem Unterricht mehr Aufsichten als früher an – z.B. in den Mittagspausen der Schüler und nach Unterrichtsende an Bushaltestellen. Zum Teil ist es Usus, dass mehr als vier Wochenstunden an Vertretungspräsenzen verpflichtend sind – zusätzlich! Kurzum: Wir arbeiten bereits am Anschlag, unsere Arbeitszeit lässt sich nicht mehrfach verplanen! Zudem bestätigen sämtliche Arbeitszeituntersuchungen, dass auch unter Berücksichtigung der Ferien die tatsächliche Jahresarbeitszeit von Lehrkräften seit langem weit über der durchschnittlichen Arbeitszeit anderer Arbeitnehmer liegt!

Neue Aufgaben erfordern zusätzliches Personal

Weiter erläutert Schmidt: „Eine Aufgabenausweitung wie der Ausbau der Ganztagsangebote erfordert zusätzliches Personal und keine unrealistische Ausweitung der Arbeitszeit der vorhandenen Beschäftigten. Eine solche Herausforderung durch Mehrarbeit für die eh schon stark belasteten Lehrkräfte an den Schulen bewältigen zu wollen und gleichzeitig Stellen zu streichen und die überwiegende Mehrheit der bestens ausgebildeten Referendarinnen und Referendare nach dem Abschluss ihrer Ausbildung in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, ist aus unserer Sicht einfach nur hanebüchen!“