GEGEN RECHTSEXTREMISMUS UND AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT

Die bayerischen Gymnasien leisten einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit!

Der Bayerische Philologenverband (bpv) nimmt Stellung zu den neuesten Ergebnissen der „Mitte“-Studien der Universität Leipzig

„Dass rechtsextremistische Gedanken und ausländerfeindliche Einstellungen in Bayern weiter verbreitet sind als in anderen Bundesländern ist erschreckend und muss uns hellhörig machen!“, erklärt der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) Max Schmidt zu den Ergebnissen der neuesten Veröffentlichung im Rahmen der „Mitte“-Studien der Universität Leipzig. Gleichzeitig wendet sich Schmidt aber gegen die gestern in der Süddeutschen Zeitung durch einen der Leiter der Studie erhobenen Vorwürfe gegen das bayerische Gymnasium: „Zustimmung zum Chauvinismus in Verbindung zu setzen mit dem Leistungsanspruch des Gymnasiums, so wie Oliver Decker dies tut, ist unredlich und unbegründet. Nicht zuletzt steht solch eine Aussage auch in krassem Widerspruch zu den eigenen Forschungsergebnissen. Erst vergangenen November haben im Auftrag der bayerischen Landtagsfraktion der Grünen vorgestellte Ergebnisse der „Mitte“-Studien zu rechtsextremen Einstellungen in Bayern gezeigt, dass Probanden, die Abitur besitzen, auf allen untersuchten Dimensionen weniger zu rechtsextremen Aussagen neigen als Menschen mit formal niedrigerem Bildungsabschluss. Dabei zeigen sich die größten Unterschiede bei der Ausländerfeindlichkeit und beim Chauvinismus. Wieder einmal gilt also: Bildung ist die wirksamste Waffe im Kampf gegen Vorurteile und Rechtsradikalismus!“

Vielfältiger Beitrag des bayerischen Gymnasiums für Toleranz und Völkerverständigung

Der Vorsitzende Schmidt verweist auf den vielfältigen Beitrag, den bayerische Gymnasien in der Erziehung zu Toleranz und Völkerverständigung und in der Werteerziehung leisten: „Viele Schulen sind bei „Schule ohne Rassismus – Schule ohne Gewalt“ engagiert. Die Lehrkräfte vermitteln ein lebendiges Geschichtsbewusstsein und werden so ihrer besonderen Verantwortung und Verpflichtung gerecht, die die Herausforderung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in unserer Geschichte an uns Deutsche stellt. Diese Thematik wird umfangreich behandelt – beispielsweise in der Unterstufe im Deutschunterricht durch entsprechende Lektüren. Ab der Mittelstufe sind Gedenkstättenbesuche im gymnasialen Unterricht fest verankert. An vielen Gymnasien finden Lesungen, Vorträge oder Ausstellungen zu der Thematik statt. Die Vermittlung historischen Wissens, demokratischen und rechtsstaatlichen Bewusstseins, von Empathie für das Individuum und der Achtung der Würde des Menschen sind an den Gymnasien zentrale Anliegen. Der umfangreiche Fremdsprachenunterricht vermittelt interkulturelle Kompetenz. Gymnasiale Schülerinnen und Schüler nehmen vielfältig an internationalem Austausch und interkulturellen Dialogen teil und wohl an jedem Gymnasium verbringen Gastschülerinnen und –schüler aus den verschiedensten Ländern jedes Jahr individuell einen Auslandsaufenthalt bei uns in Bayern. Alle gymnasialen Fächer wirken gemeinsam an der Aufgabe mit, die Schülerinnen und Schüler zu Wachsamkeit und Engagement im demokratischen Rechtsstaat und zu Zivilcourage, kurzum zum mündigen Bürger im demokratischen Rechtsstaat, und zur Achtung vor der Würde des Menschen zu erziehen! Werteerziehung ist schlechthin die zentrale Aufgabe jeglicher Bildung! Das bayerische Gymnasium leistet hier seinen wichtigen Beitrag zu dieser gesamtgesellschaftlichen Aufgabe!“

Der Bayerische Philologenverband ist Mitglied im Bündnis für Toleranz – gegen rechts und im Wertebündnis Bayern der Staatsregierung.