MITTELSTUFE +

Teilweise enormes Elterninteresse an regulär neunjährigem Gymnasium!

Das Interesse von Schülern und Eltern an einer Teilnahme am Pilotversuch ‚Mittelstufe plus‘ während des noch immer laufenden Anmeldeverfahrens ist nach Informationen des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) hoch. An etlichen Versuchsschulen haben sich 50 Prozent und mehr der Eltern dafür ausgesprochen, ihren Kindern eine neunjährige gymnasiale Schulzeit bis zum Abitur zu gönnen; vereinzelt liegen sogar bereits so viele Anmeldungen für den neuen neunjährigen Gymnasialzug vor, dass die G8-Regelzüge gefährdet sind und Anmeldungen für die ‚Mittelstufe plus‘ abgewiesen werden müssen!

Für den bpv-Vorsitzenden Max Schmidt ist der sich abzeichnende Run auf die neunjährigen Züge einerseits eine erfreuliche Bestätigung für den Einsatz seines Verbandes für eine neunjährige Schulzeit, andererseits sieht Schmidt in dem großen Interesse auch den Auftrag an die Politik, allen interessierten Schülern den Zugang zur ‚Mittelstufe plus‘ zu ermöglichen: „Besser, als die Verantwortung über Aufnahme oder Nichtaufnahme an die Lehrer abzuschieben, wäre es, den Schulen zusätzliche Lehrer zur Verfügung zu stellen. Nur so können zuverlässig Ungerechtigkeiten und Ärger bei denjenigen Eltern verhindert werden, deren Kinder unter den von der Politik vorgegebenen Bedingungen jetzt noch abgewiesen werden müssen.“

BLLV-Ideen zur Weiterentwicklung des Gymnasiums ungeeignet


Die heute vom traditionellen Grund- und Hauptschullehrerverband BLLV vorgestellten Pläne für eine grundsätzliche Reform des Gymnasiums lehnt der bpv-Vorsitzende dagegen ab: „Die Ideen des BLLV orientieren sich in weiten Teilen an der schulischen Praxis der Grund- und Mittelschulen. Den besonderen Anforderungen und Zielen des Gymnasiums und den spezifischen Bedürfnissen seiner Schüler und Lehrkräfte werden diese Vorschläge nicht gerecht. Fachinhalte noch weiter zu beschneiden und Fächer aufzulösen, ist z.B. kein Beitrag zur Erhöhung der Studier-, Berufs- und allgemeinen Lebensfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen.“

Schmidt betonte abschließend, dass sein Verband in die beginnende Anhörung zur nächsten gymnasialen Lehrplangeneration, dem LehrplanPlus, offen und ohne Vorbehalte gehe. Oberstes Kriterium für die Stellungnahme seines Verbands sei die Orientierung des neuen Lehrplans an den Schülerinnen und Schülern: „Und hier kommt es vor allem darauf an, dass die Inhalte und die Methoden darauf ausgerichtet sind, Kinder und Jugendliche auf richtige, zeitgemäße Art zu fordern und zu fördern, ohne zu überfordern – um sie zu befähigen, ein im besten Sinne gebildetes Leben in großer Verantwortung für sich und andere führen zu können.“

Für den Inhalt verantwortlich:
Peter Missy, bpv@bpv.de