MITTELSTUFE PLUS BENÖTIGT MEHR LEHRERSTELLEN

Pressemitteilung der Referendar- und Jungphilologenvertretung im Bayerischen Philologenverband (rjv)

Mittelstufe PLUS benötigt mehr Lehrerstellen


Die Idee einer neunjährigen Gymnasialzeit kommt bei Eltern und Schülern gut an. Statt der vom Staatsministerium erwarteten 25% meldeten sich 60% für das im kommenden Schuljahr startende Pilotprojekt der Mittelstufe PLUS an. Während zunächst keine Klassenmehrungen erforderlich sind, muss bedacht werden, dass spätestens in vier Jahren eine zusätzliche Jahrgangsstufe an den teilnehmenden Schulen entstehen wird. Dafür sind dementsprechend auch zusätzliche Ressourcen notwendig: „Jetzt brauchen wir eine vorausschauende Personalplanung! In fünf Jahren wird durch die zusätzliche Jahrgangsstufe der Bedarf an Lehrkräften sprunghaft größer. Wir dürfen nicht jetzt hochqualifizierte Lehrkräfte nach dem Referendariat auf die Straße setzen, die später dringend benötigt werden. Dadurch würde der sogenannte Schweinezyklus mit wechselnden Phasen des Bewerbermangels und -überschusses nur noch verschärft!“, kommentiert die Vorsitzende der Referendar- und Jungphilologenvertretung (rjv) im Bayerischen Philologenverband Lisa Fuchs.

Gut ausgebildete Lehrkräfte stehen bereit

Durch die aktuelle Einstellungssituation mit einer zu geringen Übernahmequote haben zahlreiche junge Gymnasiallehrkräfte keine Perspektive auf eine sichere berufliche Zukunft und sehen sich gezwungen, sich vom Lehrberuf abzuwenden. „Zwar räumt das Staatsministerium einen sogenannten Einstellungskorridor auch bei kaum vorhandenem Bedarf in bestimmten Fächern ein, dennoch haben selbst Kollegen mit herausragenden Abschlüssen zum Teil keine Aussicht auf eine feste Stelle beim Staat“, fügt der stellvertretende rjv-Vorsitzende Maximilian Schmieding, der sich selbst am Ende des Referendariats befindet, hinzu, „dabei ist das bayerische Staatsministerium in der Pflicht, schon heute an morgen zu denken und diese Chance zu nutzen!“ Demzufolge darf die Planung nicht erst bei akutem Bedarf beginnen, sondern die politisch Verantwortlichen müssen schon jetzt auf die veränderte Situation reagieren, um die Unterrichtsqualität an den Gymnasien für die Zukunft zu stärken. Auch wenn mit dieser Maßnahme kurzfristig ein scheinbarer Stellenüberhang entstehen würde, könnten gerade die jungen Kollegen verstärkt dazu beitragen, die aktuell drängenden Herausforderungen wie zum Beispiel Beschulung junger Flüchtlinge, Umsetzung der Inklusion, individuelle Förderung sowie Ausbau der Ganztagsbetreuung, zu bewältigen.
„Das überwältigende Interesse an der neunjährigen Gymnasialzeit zeigt, dass die bisherigen Prognosen für den Lehrkräftebedarf überholt sind. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um noch während der Pilotphase die Entwicklung eines von neun Jahren her gedachten Gymnasiums voranzutreiben“, bekräftigte Fuchs unter Verweis auf das Konzept des Philologenverbands aus dem Jahr 2014.

Für den Inhalt verantwortlich:
Benedikt Mayer, Pressesprecher der rjv (0162 100 69 50)
Lisa Fuchs, Vorsitzende der rjv (
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