STATT 25 BIS ZU 75 PROZENT ANMELDUNGEN

Zulauf zur Mittelstufe plus dokumentiert Elternwillen nach mehr Zeit für Bildung

Philologenverband: Ministerium sollte allen interessierten Schülern an Modellschulen längere Schulzeit ermöglichen

Bis zu 75 Prozent der Siebtklässler an den Mittelstufe plus-Versuchsschulen wollen im kommenden Schuljahr die Chance auf eine neunjährige Gymnasialzeit wahrnehmen. Das ist das übereinstimmende Ergebnis aktueller Recherchen des Bayerischen Philologenverban-des und mehrerer Zeitungen während des laufenden Anmeldeverfahrens. Quoten unter 50 Prozent sind dabei eher die Ausnahme.

Damit liegt das tatsächliche Interesse am neunjährigen Gymnasialzug etwa doppelt so hoch wie die seinerzeitige "prognostische Annahme" des Kultusministeriums. Durch das große Interesse von Eltern und Schülern, das Abitur regulär nach 9 Jahren ablegen zu können, kann an einzelnen Schulen sogar das Zustandekommen von G8-Klassen in Frage stehen.

Die hohe Nachfrage sieht bpv-Vorsitzender Max Schmidt als Bestätigung der Einschätzung seines Verbandes, dass eine Mehrheit der Eltern und Schüler mehr Zeit für gymnasiale Bildung wolle. Insofern freue man sich über den Erfolg der Mittelstufe plus, auch wenn man selbst als Verband ein anderes Modell, das eines neuen neunjährigen Gymnasiums, präfe-riert habe.

Vor dem Hintergrund der hohen Anmeldezahlen fordert der Bayerische Philologenverband (bpv) die Politik dazu auf, es den Schulen durch eine Verbesserung der Rahmenbedin-gungen zu ermöglichen, alle Schüler, die wollen, in die Mittelstufe plus aufzunehmen.
Insbesondere geht es darum, mit Budgetzuschlägen für mehr Lehrer Schulen in der Modell-phase in die Lage zu versetzen, auch kleinere Klassen und Gruppen zu bilden.

"Kultusminister Spaenle hat kürzlich im Landtag betont, wie sehr ihm dieser Pilotversuch am Herzen liegt. Damit er gelingen kann, sollten die politischen Vorgaben, die die Gestaltungs-möglichkeiten der Versuchsschulen einengen, gelockert und dem großen Interesse ange-passt werden. Insbesondere die Maßgabe, dass die Gymnasien keine zusätzlichen Klassen bilden und kein zusätzliches Lehrpersonal für die Schüler der Mittelstufe plus erhalten, stellt einige Schulen vor schwer lösbare Probleme. Hier müsste nachgebessert werden", fordert der Vorsitzende des Gymnasiallehrerverbandes Max Schmidt.

Er machte darauf aufmerksam, dass sonst ein Gerechtigkeitsproblem entstehen würde. An der einen Schule müssten interessierte Schüler abgelehnt werden, vorgeblich aus pädagogi-schen Gründen, in Wirklichkeit aber wegen der hohen Nachfrage, an anderen Schulen könne dagegen jeder, der wolle, in die Mittelstufe plus. Das sei den Eltern nur schwer zu vermitteln.

Für den Inhalt verantwortlich:
Peter Missy, bpv@bpv.de