ZUSÄTZLICHE LEHRER FÜR FLÜCHTLINGE

50 Lehrkräfte mehr sind gut, aber noch nicht gut genug

Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt hat die Ankündigung des Kultusministeriums, mit zusätzlichen Mitteln rund 50 Lehrkräfte für den Unterricht von Flüchtlingskindern anzustellen, als erste positive Reaktion auf die vor wenigen Tagen von den Lehrerverbänden erhobene Forderung nach Unterstützung der Schulen bei der Bewältigung des Flüchtlingszustroms gewertet: „Gut, dass die Politik auch sieht, dass die großen Herausforderungen für unsere Schulen durch den anhaltenden Zustrom von Flüchtlingen nur mit zusätzlichen Lehrerstellen bewältigt werden können. Insofern sind die 50 avisierten Lehrerstellen ein hoffnungsvoller Anfang.“ Jetzt zu hoffen, dass mit den avisierten 2,6 Millionen Euro das Flüchtlingsproblem von der Schulseite her gelöst werden könne, sei allerdings ein Trugschluss.

Angesichts der ständig neuen Rekordzahlen an Flüchtlingen fordert Schmidt, sofort mit der gezielten Schulung der entsprechenden Lehrkräfte zu beginnen: „Drei Monate intensiver Schulung muss man schon veranschlagen, um Lehrerinnen und Lehrer das Rüstzeug für einen wirklich qualifizierten Unterricht für diese Kinder und Jugendlichen, die ohne jegliche Deutschkenntnisse zu uns kommen, an die Hand zu geben. Mit der Fortbildung der 50 Kolleginnen und Kollegen sollte daher eher heute als morgen begonnen werden.“ Darüber hinaus, so Schmidt, halte er es für unabwendbar, eine deutlich größere Zahl an Lehrkräften zusätzlich einzustellen und nachzuqualifizieren: „Ich schlage vor, bis auf weiteres alle drei Monate jeweils weitere 50 Lehrerinnen und Lehrer für die Arbeit mit jungen Flüchtlingen und Asylsuchenden auszubilden. Dafür sollte man auf das Reservoir der hervorragend qualifizierten, in großer Zahl zur Verfügung stehenden jungen Gymnasiallehrkräfte zurückgreifen. Denn schon jetzt ist doch absehbar, dass die bislang bewilligten 50 Zusatzlehrer bei weitem nicht ausreichen werden.“

Für den Inhalt verantwortlich:
Peter Missy, Bayerischer Philologenverband, bpv@bpv.de