POST VOM BUNDESPRÄSIDENTEN

Bei den Bundesjugendspielen gibt es nur Gewinner

Wenn es in den Leichtathletikwettkämpfen um Hundertstelsekunden beim Sprint oder um Zentimeter beim Weitsprung geht, dann liegt olympisches Flair in der Luft, meint Michael Schwägerl. Er ist Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes (bpv), der die Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen vertritt.

„Die Bundesjugendspiele sind wichtiger Bestandteil der letzten Schulwochen. Die meisten Schulaufgaben sind geschrieben und Referate gehalten, jetzt zeigen die Schülerinnen und Schüler im Sport, was sie können. Die Teilnehmer erfahren sofort, was sie geleistet haben: Die Freude über eine schnelle Runde folgt unmittelbar, genauso wie die Enttäuschung über einen ungültigen Sprung. Deswegen ist der Wettbewerbsgedanke im schulischen Sportunterricht wichtig: Wo, wenn nicht im geschützten Raum Schule kann der Umgang mit Erfolg und auch Misserfolg, kann das Messen mit anderen trainiert werden? Hier erfahren die Schüler, dass Nicht-Gewinnen kein Scheitern ist. Wer nicht zufrieden ist, kann mithilfe der Sportlehrkräfte seine Leistung analysieren und nicht nur sprichwörtlich einen neuen Anlauf starten. Genau dafür braucht es den Erfahrungsort Schule und die Bundesjugendspiele. Und deswegen gewinnen nicht nur die Kinder und Jugendlichen, die die Ehrenurkunde des Bundespräsidenten bekommen, sondern alle“, erläutert Schwägerl.

Neben dem sportlichen Wettbewerb in den Individualsportarten sind auch Spiele elementarer Bestandteil des schulischen Sportunterrichts. Dazu gehört Völkerball. Dass dieses Spiel Ausgrenzung und Unterdrückung einzelner Schüler fördere, weist Lenka Schäfer zurück. Die Fachgruppenvorsitzende Sport im bpv und langjährige Sportlehrerin ergänzt: „Wir Sportlehrkräfte wissen, wie wir Bloßstellungen vermeiden und die Schüler zu Toleranz und gegenseitiger Unterstützung erziehen. Die Kolleginnen und Kollegen wenden im Sportunterricht ein breites Repertoire an, zu dem Völkerball gehört, aber genauso auch kooperative Spiele. Aus diesem Repertoire schöpfen sie mit Augenmaß und Überblick.“

So stehen die letzten Schulwochen vor den Ferien an den Gymnasien ganz im Zeichen der Talente: Künstlerisch begabte Schüler verschönern den Schulhof, die Musiktalente kann man beim Schulkonzert bewundern, die Theatercracks stehen auf der Bühne und die Sportler bekommen die Ehrenurkunde bei den Bundesjugendspielen überreicht. „Wie gut, dass wir diese Zeit im Schuljahr haben“, schließt Schwägerl.