ÜBER 180.000 ABITURPRÜFUNGEN AN DEN GYMNASIEN

Über 180.000 Abiturprüfungen an den bayerischen Gymnasien

Mit dem Abitur kommt auch eine arbeitsreiche Zeit für die Lehrkräfte

Wenn nach den Osterferien rund 37.000 bayerische Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien das Abitur ablegen, bedeutet das auch, dass von jedem Prüfling drei schriftliche Arbeiten von zwei Lehrern korrigiert und zwei mündliche Prüfungen mit ebenfalls zwei beteiligten Lehrkräften abgelegt werden. Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbands, dazu: „Wir Lehrkräfte freuen uns natürlich, wenn die Schüler, die wir acht Jahre lang begleitet haben, die allgemeine Hochschulreife ablegen. Gleichwohl ist es aber auch die Zeit, in der wir Lehrer am meisten gefordert sind.“ Der bpv weist darauf hin, dass zu den Prüfungen noch weitere Verpflichtungen wie Schulaufgaben in den anderen Jahrgangsstufen oder der Probeunterricht kommen. Auch die Neuanmeldungen für die 5. Klasse finden im Mai statt. „Wegen der späten Pfingstferien konzentriert sich in diesem Jahr alles auf die Zeit vorher. In den Pfingstferien haben die Abiturienten dann schon alle Prüfungen hinter sich“, erläutert Schwägerl.

Fleiß, Ausdauer und Disziplin statt Abi-Camps

Bezüglich der sogenannten „Abi-Camps“, also kommerziellen Nachhilfeangeboten in den Ferien, relativiert Schwägerl Meldungen, wonach diese die soziale Ungerechtigkeit verstärken: „Wer sich von einer Woche Nachhilfe für 1000 Euro einen Freibrief für das Abitur erwartet, den muss ich enttäuschen. Am selbstständigen Lernen und Vertiefen führt kein Weg vorbei. Und das ist keine Sache des elterlichen Geldbeutels, sondern von Fleiß, Ausdauer und Disziplin. Auf diese kommt es übrigens auch im Studium an.“ Zudem weist der Verband darauf hin, dass durch das Teilhabegesetz der Zugang zur Nachhilfe grundsätzlich auch für Kinder aus sozial schwachen Familien möglich ist. Der Verband empfiehlt bei Schwierigkeiten zunächst die Lehrkräfte als erste Ansprechpartner sowie eigene Angebote der Schulen. Dort werden vielerorts Ferienkurse von ehemaligen Schülern oder Lehrern angeboten, und das ohne wirtschaftliches Interesse.

Die Gründe dafür, dass die Nachhilfeangebote boomen, sind für den Verband vielfältig. Eine Ursache liegt in der Vernetzung. Im Internet erhält der Einzelne zahlreiche Angebote solcher Lerncamps und wird somit unter Druck gesetzt, auch selbst ein solches Repetitorium zu besuchen. Außerdem ist der Anspruch der Schüler an sich selbst, aber auch der ihrer Eltern, gestiegen. Wenn das Abitur zum Regelabschluss wird, kommt es immer mehr auf den Notenschnitt an – und das verursacht bei Eltern und Abiturienten einen vermeintlichen Handlungsdruck. Dazu kommt, dass das Matheabitur im Gegensatz zum alten G9 verpflichtend schriftlich abzulegen ist: Die meisten Zusatzangebote in den Ferien bestehen aus Mathematikübungen.

Doch Abi-Camps hin oder her: In der Abiturprüfung sind die Schülerinnen und Schüler auf sich selbst gestellt, darauf wurden sie von ihren Lehrern vorbereitet. Für die anstehenden Prüfungen wünscht der bpv vor allem Gelassenheit und das Wissen um das eigene Können.


Für den Inhalt verantwortlich:
Carina Bussolera, Pressestelle des bpv (
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