FRISCHERE LUFT IN BAYERNS KLASSENZIMMERN

Schnell handeln, genau messen, gezielt investieren

Philologenverband zum 50 Millionen-Programm der Staatsregierung

Der Bayerische Philologenverband (bpv) begrüßt die angekündigten Investitionen im Bereich der Lufthygiene in Klassenzimmern, mahnt aber angesichts der drängenden Zeit rasche Lösungen vor Ort an.

Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv, meint: „Seit Längerem fordern wir technische Lösungen zur Verbesserung der Lufthygiene in Klassenzimmern. Insofern freuen wir uns über diese Initiative der Staatsregierung. Ziel muss sein, an allen Schulen die Virenlast durch Luftaustausch massiv zu verringern, was mittelfristig nur durch den Einbau von raumlufttechnischen Anlagen erreicht wird. Wegen der Planungen und Ausführungen ist das aber zu spät für die kommende Heizperiode, die Zeit drängt jetzt. Kurzfristig kann nur durch richtiges Lüften und mobile Luftreiniger eine Verminderung der Virenlast in Klassenzimmern erreicht werden.”

Zweistufiges Vorgehen

Der bpv empfiehlt der Politik ein zweistufiges Vorgehen:

1. Es müssen durch die Sachaufwandsträger dringend bestehende Mängel an den Gebäuden beseitigt werden. Noch immer gibt es Schulgebäude mit abmontierten Fensterbeschlägen, verschlossenen Fenstern und Türen oder in Kippstellung arretierten Fenstern.

2. Durch CO2-Messgeräte muss an Schulen die Lüftungsleistung in allen Räumen erfasst und untersucht werden. Es braucht eine datengestützte Bewertung, ob Räume effektiv gelüftet werden können. Darüber hinaus unterstützen die CO2-Messungen Lehrkräfte, Schüler und Schulleitungen bei den unmittelbaren Lüftungsmaßnahmen.

Anschaffung von Luftreinigern für besonders schlecht belüftete Räume

Mobile Raumluftreiniger sind eine schnelle und effektive Zwischenlösung: Diese mindern die Risiken für Lehrkräfte und Schüler gezielt da, wo sie am größten sind. So können auch Angehörige von Risikogruppen sicherer unterrichten. Schwägerl schränkt jedoch ein: „Mobile Raumluftreiniger sind kein Ersatz für richtiges Lüften und raumlufttechnische Anlagen. Sie können aber dort helfen, wo beides momentan nicht möglich ist. Deswegen fordern wir jetzt: Bauliche Mängel schnell beseitigen, alle Räume mit CO2-Messgeräten erfassen und dann gezielt dort in mobile Geräte investieren, wo nicht genug gelüftet werden kann. Wenn bereits jetzt klar ist, dass keine Belüftung möglich ist, sollten sofort Raumluftreiniger zum Einsatz kommen. Für die Zukunft ist jedoch eine kontinuierliche Frischluftzufuhr in den Klassenzimmern das oberste Ziel.”

Die neue Formel: AHA + L

Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, dass auch an den Schulen die AHA-Regel durch das Lüften ergänzt wird. „An den Schulen wird die AHA-Regel bereits erfolgreich praktiziert. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler halten sich an die Regeln und nehmen viele Einschränkungen in Kauf, damit der Präsenzunterricht weiterhin möglich ist. Jetzt muss noch für dauerhaft frische Luft in den Klassenzimmern gesorgt werden“, schließt Schwägerl ab.