STUFENWEISE ÖFFNUNG ABER NICHT NUR IN DEN SCHULEN

Der Bayerische Philologenverband (bpv) hält eine stufenweise Öffnung der Schulen für vertretbar, weist aber darauf hin, dass dann gleichzeitig auch andere gesellschaftliche Bereiche wieder hochgefahren werden müssen.

Michael Schwägerl, der Vorsitzende des bpv, erläutert: „Eine komplette Öffnung der Schulen am 20. April ist momentan nicht vorstellbar. Und für eine stufenweise Öffnung, wie sie momentan diskutiert wird, braucht es vor Ort genügend Planungszeit. Dabei steht die gesundheitliche Sicherheit der Schüler-innen und Lehrer-innen immer im Mittelpunkt der Überlegungen. Gleichwohl möchten wir aber auch alle Möglichkeiten nutzen, um das Abitur 2020 an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen durchzuführen.”

Öffnung braucht Raum und Zeit

Schwägerl konkretisiert: „Im Gegensatz zur abrupten Schließung braucht eine stufenweise Öffnung der Schulen zeitlichen Vorlauf und Planung. Hier darf nicht überstürzt und unvorbereitet gehandelt werden. Das betrifft zum Beispiel die Schaffung der nötigen hygienischen Voraussetzungen durch die Sachaufwandsträger, die Organisation genügend großer Räume vor Ort oder den Transport der Schüler. Erst recht, wenn weitere Schutzmaßnahmen, zum Beispiel Masken, erforderlich werden. Oberstes Ziel ist weiterhin die Minimierung persönlicher Kontakte. Das kann zum Beispiel über spezielle Stundenpläne sichergestellt werden, eine Entzerrung bei der Raumbelegung, die Halbierung von Kursen oder einen Vorlesungsbetrieb mit genügend Abstand.”

Der bpv sieht eine Öffnung der Schulen für die Abschlussklassen zudem nur dann als vertretbar an, wenn auch andere Bereiche des öffentlichen Lebens geöffnet werden, beispielsweise im Einzelhandel. “Andere Länder zeigen, dass sich das schrittweise Hochfahren nicht nur auf die Schulen beschränken darf. Lehrkräfte und Abiturienten dürfen nicht zum Experimentierfeld der Virologie werden“, schließt Schwägerl ab.