ABI 2021

Wieviel organisatorischer Aufwand in einer normalen Prüfung steckt

Philologenverband zu den morgen beginnenden Abiturprüfungen

„Das Abi 2021 ist eine besondere normale Prüfung“, fasst Michael Schwägerl, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, zusammen. „Die Abiturientinnen und Abiturienten haben den Großteil ihrer Oberstufenzeit während der Pandemie absolviert. Sie haben es dennoch geschafft, die notwendigen Vorleistungen zu erzielen und sich inhaltlich vollumfänglich auf ihr Abitur vorzubereiten. Dafür gebührt den Absolventen Respekt, ihren Eltern und den Lehrkräften großer Dank“, ergänzt Schwägerl.

Abi 2021 – Leistung mit besonderer Qualität

Der Verbandsvorsitzende weist darauf hin, dass beim Abi 2021 keine qualitativen Abstriche gemacht werden: „Wenn morgen die Prüfungen im Fach Deutsch beginnen, dann ist die Schwierigkeit der Prüfung nicht geringer als in den vergangenen Jahren. Das ist auch richtig, denn die Schülerinnen und Schüler haben hart dafür gearbeitet, einen vollwertigen und vergleichbaren Abschluss zu bekommen. Sie sind nicht zwölf Jahre zur Schule gegangen um dann gesagt zu bekommen, dass das Abitur dieses Jahr ausfällt oder ihnen geschenkt wird. Ganz im Gegenteil: Während der Pandemie Abschlussprüfungen zu schreiben ist eine großartige Leistung.“

Abi 2021 – Enormer organisatorischer Aufwand

Nicht unterschätzen darf man, dass die Durchführung der Abiturprüfungen auch mit einem erheblichen organisatorischen Aufwand an den Schulen verbunden ist. Es gibt eine Vielzahl an getrennten Gruppen, die in verschiedenen Räumen beaufsichtigt werden muss (Getestete, Maskenverweigerer, Quarantäneunterbrecher, Risikogruppen, Testverweigerer, etc.). Deshalb sind um ein Vielfaches mehr Lehrkräfte in der Aufsicht betroffen. ‚Je kleiner die Gruppe, desto niedriger das Risiko‘, lautet die Devise. Schwägerl ergänzt: „Bilder einer Hundertschaft junger Menschen an Tischen in Dreifachturnhallen werden dieses Jahr Seltenheitswert haben. Stattdessen wird an den Schulen vor Ort alles dafür getan, das Risiko für Schüler und Lehrer zu minimieren. Deswegen ist es richtig, die anderen Jahrgangsstufen an den Abiturtagen nicht in die Schulhäuser zu holen. Noch höheren Schutz hätten frühere Impfangebote an die Pädagogen und eine Testpflicht für alle Abiturienten gebracht – diese Chance wurde vertan und das gestiegene Risiko muss jetzt vor Ort durch noch mehr Vorsichtsmaßnahmen aufgefangen werden.“

Abi 2021 – Aufruf zu Solidarität

Abschließend erneuert Schwägerl den Appell, den der bpv letzte Woche zusammen mit Vertretern der Schulgemeinschaft aus allen Schularten formuliert hat: „Gehen wir zusammen getestet in die Abschlussprüfungen. Niemand muss Angst haben, aufgrund eines Positivtests sein Abi nicht ablegen zu können. Es werden Ersatztermine organisiert. Seien wir solidarisch und erhöhen wir gemeinsam die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl, indem niemand ungetestet zur Prüfung erscheint.“


Der ganze Appell ist hier [656 KB] zu finden.