FERIENVERSCHIEBUNG STATT -STREICHUNG

Das Schuljahr hat eine Struktur, in der sich Unterrichtsphasen mit Erholungsphasen abwechseln. Dieser Wechsel ist für Schülerinnen und Schüler, aber auch für Lehrkräfte eine wichtige Grundlage dafür, dass Schule erfolgreich gelingt. Dass nun diese Struktur verändert werden soll, stößt beim Bayerischen Philologenverband auf Kritik.

„Die Ankündigung, die Winterferien zu kassieren, kommt zur Unzeit. Dass am Ende der Weihnachtsferien die nachfolgende Zeit zusätzlich belastet wird, wirkt sehr demotivierend – bei Lehrern und Schülern“, stellt Michael Schwägerl, der Vorsitzende des bpv, fest und ergänzt: „Wenn jetzt auch noch dargestellt wird, dass die Streichung der Ferien als Kompensation für pandemiebedingten Unterrichtsausfall gelten soll, dann stimmt das nicht.“ Seit Beginn des Schuljahrs hat an allen Schulen Unterricht stattgefunden, es kam zu keinem bayernweiten Ausfall, bis auf die letzten beiden Tage vor Weihnachten. Gerade die jüngeren Jahrgänge hatten fast durchgehend Präsenzunterricht. Mehr noch: Aufgrund der nicht stattgefundenen Fahrten, Exkursionen, Musik- und Theateraufführungen wurde vielfach sogar mehr Unterricht angeboten als in anderen Jahren.

Technische Ausstattung nachbessern

Vielmehr wirkt die Streichung der Ferien als einfach zu vollziehende Maßnahme, die Tatkraft und Entschlossenheit suggeriert und die privaten Ausflüge in den Ferien eindämmen soll. Im Gegensatz dazu warten die Lehrerinnen und Lehrer immer noch auf positive Nachrichten aus München, dass sie den vorbereiteten Distanzunterricht - der keine Erholung, sondern aufwändiger und anstrengender als Präsenzunterricht ist - technisch sicher durchführen können. „Anstatt handstreichartig Erholungsphasen zu kassieren, muss Bayern endlich besser technisch gerüstet für den Distanzunterricht sein. Die Kolleginnen und Kollegen haben oftmals in der Freizeit Fortbildungen besucht, sich auf private Kosten Hardware angeschafft und Konzepte erstellt. Sie wissen am Freitag nicht, ob und wie die Plattformen am Montag funktionieren, sie werden angewiesen, mebis nur zu bestimmten Zeiten zu benutzen, sie werden ermuntert für Schülerkontakte das Telefon zu benutzen und dann wird ihnen auch noch gesagt, dass in den Winterferien Unterricht nachgeholt werden muss“, stellt Schwägerl fest, „Ich kann jeden verstehen, der sagt: Jetzt reicht’s langsam! Dabei hat die Schule noch gar nicht angefangen. Wir setzen uns dafür ein, dass die unterrichtsfreie Woche nicht gestrichen, sondern verschoben wird. 11 Wochen Lehren und Lernen am Stück sind für alle eine unpädagogische Härte.“