FLÄCHENDECKENDE UND REGELMÄßIGE TESTS?

Die Realität an den Schulen sieht anders aus

Michael Schwägerl, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv), kommentiert die heutigen Aussagen von Ministerpräsident Söder und Kultusminister Piazolo: „Auf der Presskonferenz ist der Eindruck entstanden, dass seit dieser Woche an den Schulen flächendeckende und regelmäßige Tests stattfinden. Dies können wir nicht bestätigen. Unsere Rückmeldungen zeigen: An vielen Schulen sind keine Selbsttests vorhanden, da helfen auch keine Zuständigkeitsfragen. An den Schulen zählt: Ist sicherer Unterricht gewährleistet? Die Antwort auf diese Frage lautet viel zu oft: „Nein“. Die Situation ist: Gegenüber Dezember hat sich vielerorts nichts geändert. Ganz im Gegenteil: Die Inzidenzzahlen sind oft sogar noch höher und das Risiko durch die Mutationen ist gestiegen.“

Auch den Vergleich mit Österreich kann der Verbandsvorsitzende so nicht stehen lassen: „Wer auf Österreich verweist, der muss auch sagen: Dort gelten seit Wochen eine regelmäßige Testpflicht sowie eine FFP2-Maskenpflicht für ältere Schüler und Lehrer. Der Dienstherr stellt seinem Personal zudem ausreichend FFP2-Masken bereit. Wer sich nicht testet, darf nicht ins Klassenzimmer. Davon sind wir in Bayern meilenweit entfernt. Das Ziel muss sein: Am Unterricht im Klassenzimmer nehmen nur negativ getestete Personen teil.“

„Seit einem Jahr findet Schule in der Pandemie statt. Schüler, Lehrer, Eltern und Ministerium haben in dieser Zeit vieles gelernt und auch der Unterricht hat sich verändert. Unterrichtsmethoden sind immer abhängig von den gegebenen Rahmenbedingungen, wir werden auch Positives aus Corona mitnehmen können. Der Wille zur Veränderung ist da. Was aber momentan das Wichtigste ist: Wir brauchen Sicherheit an den Schulen. Mit Angst um die eigene Gesundheit lässt sich nicht lernen und nicht lehren“, schließt Schwägerl ab.