OFFENE SCHULEN BRAUCHEN GESUNDE LEHRKRÄFTE


Bayerischer Philologenverband (bpv), der Lehrkräfte an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen vertritt, fordert koordinierte Booster-Impfungen sowie kostenfreie PCR-Tests für Lehrkräfte

Die Krankenhausampel in Bayern steht auf Rot und weiter verschärfte Corona-Maßnahmen treten in Kraft. Die Maskenpflicht in Schulen – so hinderlich sie auch ist – wurde zur Sicherung des Präsenzunterrichts in der heutigen Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung bis auf Weiteres verlängert. Doch was offene Schulen auch brauchen, sind gesunde Lehrkräfte. Angesichts der zahlreichen Kontakte jeden Tag und der zunehmenden Ausbrüche an Schulen muss der Gesundheitsschutz von Lehrkräften jetzt wieder in den Blick genommen werden. Es ist höchste Zeit für die Koordination von Booster-Impfungen sowie eine durchdachte Test-Strategie, die Infektionen frühzeitig erkennt und eindämmt.

Booster-Impfungen von bayerischen Lehrkräften müssen jetzt angegangen werden

Der Großteil der geimpften Lehrerinnen und Lehrer an den Gymnasien und Beruflichen Oberschulen galt im Frühsommer bis Sommer 2021 als vollständig geimpft. Eine Booster-Impfung soll sechs Monate nach dem vollständigen Impfschutz verabreicht werden. Dieser Zeitpunkt rückt für Zehntausende von Lehrkräften in Bayern näher. Bisher ist aber noch unklar, wie die Auffrischungsimpfungen überhaupt organisiert und durchgeführt werden sollen. bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl erinnert an die erste Impfserie: „Damit es bei den Booster-Impfungen nicht wieder zu Verzögerungen kommt, ist eine frühzeitige Koordination und Organisation nötig. An den bayerischen Gymnasien und Beruflichen Oberschulen sind nahezu 95 Prozent der Kolleginnen und Kollegen geimpft. Dementsprechend hoch dürfte die Bereitschaft in der Lehrerschaft sein, den eigenen Impfschutz vor dem Winter auffrischen zu lassen. Denn nach wie vor bedeutet das Unterrichten an den weiterführenden Schulen täglich zahlreiche Kontakte mit Kindern und Jugendlichen, von denen viele nicht geimpft sind oder sich noch nicht impfen lassen können. Die Lehrkräfte dürfen bei den Booster-Impfungen nicht auf sich allein gestellt sein. Wir brauchen in den nächsten, entscheidenden Wochen koordinierte Impfangebote speziell für diese Berufsgruppe!“

Kostenfreie PCR-Tests für Lehrkräfte bei einem Ausbruch dringend geboten

Mit zunehmenden Corona-Ausbrüchen an Schulen gehört auch die Kostenpflichtigkeit von PCR-Tests für unterrichtendes Personal auf den Prüfstand. Positive Fälle werden an den Schulen in den nächsten Wochen weiterhin alltäglich sein und vermutlich noch zunehmen. Selbst bei einem Corona-Ausbruch in einer ihrer Klassen können sich Lehrkräfte ohne Symptome aber keinem kostenfreien PCR-Test unterziehen. „Bei einem Ausbruch testen sich die Lehrkräfte aktuell in der Regel anhand täglicher Selbsttests. Angesichts der hohen Impfquote unter Lehrerinnen und Lehrern macht es absolut Sinn, in einem solchen Falle einen kostenfreien, sensibleren PCR-Test zu ermöglichen. Diese Maßnahme würde erheblich zu einem Mehr an Sicherheit beitragen - für die Lehrkräfte selbst sowie für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen,” untermauert Schwägerl seine Forderung.