JAHRESZEUGNIS:

Folgen der Pandemie im Blick behalten!

Zum Schuljahresende steht das Jahreszeugnis an. Nach zwei Schuljahren ist es das erste, das wieder auf einer regulären Notengebung basiert. Doch der Bayerische Philologenverband (bpv) warnt: Wie es in den Jugendlichen nach zweieinhalb Jahren Corona-Pandemie wirklich aussieht, steht nicht im Zeugnis!

bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl bezeichnet den Abschluss dieses Schuljahres als „Kraftakt“ für alle Beteiligten: „Lange Abwesenheiten aufgrund von Quarantäne und Krankheit haben Lernenden wie Lehrenden viel abverlangt. Denn trotz der Beeinträchtigungen durch die Pandemie wurden Unterricht und Leistungserhebungen weitgehend normal durchgeführt. Das hatte oftmals mehrere Nachholtermine zur Folge, was die Schulorganisation vielerorts fast an ihre Grenzen gebracht hat. Daher ist das Jahreszeugnis als Erfolg der ganzen Schulfamilie zu sehen. Es liefert eine ganzheitliche und fundierte Rückmeldung über die erbrachten Leistungen und zeigt auf, wo noch Lücken bestehen. Gymnasien und Berufliche Oberschulen bieten umfassende Beratungsangebote dazu. Das Zeugnis soll als Wegweiser gesehen werden, wie der Bildungsweg erfolgreich weiter gestaltet werden kann.“

In ganz Bayern fällt jedoch in den Konferenzen zum Ende des Schuljahres eines auf: Bei einer zunehmenden Anzahl von Schülerinnen und Schülern bereiten nicht vornehmlich die Leistungen Sorgen. Psychosoziale Probleme verschiedenster Art manifestieren sich oder treten mehr und mehr zu Tage. Schwägerl zeigt sich besorgt: „Wie Umfragen des bpv in der Vergangenheit bereits gezeigt haben, sprechen wir hier von bis zu einer Handvoll Jugendlichen – pro Klasse! Das Feld reicht von Motivationsschwierigkeiten über unterschiedlichste Ängste bis hin zu psychischen Krankheitsbildern, die den Schulbesuch in Präsenz zeitweise unmöglich machen. Corona-bedingte Lücken sind eine Herausforderung, die psychosozialen Folgen der Pandemie aber die noch weitreichendere. Beide Bereiche dürfen nicht in Vergessenheit geraten! Die Schulen brauchen weiterhin die entsprechenden Ressourcen zum Aufholen und Unterstützen! Nun gilt es aber zunächst, in den Sommerferien neue Kräfte zu sammeln und sich zu erholen.“