LEHRERMANGEL: "STILLE RESERVE" AKTIVIEREN!

Erstes Ergebnis einer bpv-Umfrage mit fast 5.000 Teilnehmern

Der Bayerische Philologenverband (bpv) hat seine Mitglieder zum Thema Arbeiten in Vollzeit und Teilzeit befragt. Eine erste Auswertung der fast 5.000 Rückmeldungen zeigt: Hinderungsgründe für eine Erhöhung der Teilzeit sind zuvorderst die gestiegenen außerunterrichtlichen Belastungen. Um den Lehrermangel abzumildern, fordert der bpv daher mehr Unterstützungskräfte an den Schulen und eine deutliche Entlastung der Lehrkräfte von unterrichtsfernen Tätigkeiten.

Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer arbeiten in Teilzeit oder denken darüber nach, Teilzeit zu beantragen. bpv-Vorsitzender Michael Schwägerl erklärt: „In den Lehrerzimmern schlummert eine „stille Reserve“ an Lehrpersonal. Es arbeitet in Teilzeit und wäre unter den richtigen Bedingungen bereit, Stunden aufzustocken. Mit unserer Umfrage wollen wir herausfinden, was sich dafür ändern müsste. Bei einer ersten Durchsicht der Ergebnisse fällt auf: In Hinblick auf die Planbarkeit des Einsatzes und damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat sich an den Schulen vor Ort bereits vieles getan. Die am häufigsten genannten Motive, nicht aufzustocken und mehr zu arbeiten, sind anderer Natur.“

Weit über die Hälfte der Lehrkräfte in Teilzeit geben zusätzliche Organisations- und Verwaltungsaufgaben sowie eine Vielzahl schulischer Termine außerhalb des Unterrichts als Hinderungsgründe an. Dazu kommen der Korrekturaufwand, auch aufgrund nachgeholter Leistungsnachweise, und Vertretungen. Beides hat im vergangenen Schuljahr aufgrund von häufigen und lang andauernden Fehlzeiten deutlich zugenommen. Schwägerl erläutert: „Klarer könnte das Ergebnis nicht sein: Die Kolleginnen und Kollegen wollen unterrichten und möchten dafür ausreichend Zeit haben. Zusätzliche Projekte an den Schulen, geforderte Konzepte, die externe Evaluation, Fachsitzungen, Schulveranstaltungen, Dienstbesprechungen – je mehr gesellschaftliche und bildungspolitische Anliegen an die Schulen herangetragen werden, desto mehr gerät das Kerngeschäft des Unterrichtens in den Hintergrund. Um die „stille Reserve“ zu aktivieren, braucht es strukturelle Veränderungen von oben durch mehr Unterstützungskräfte sowohl in den Sekretariaten, als auch in fachspezifischen Bereichen, zum Beispiel Laboranten oder Fachkräfte im IT-Bereich. Die „Teilzeit-Rechnung“ ist ganz einfach: Weniger Zeit für Zusatzaufgaben bei den Unterrichtenden schafft mehr Zeit für Unterricht und somit für Schülerinnen und Schüler! “

Die detaillierten Ergebnisse der Mitgliederumfrage werden Anfang September in einer Pressekonferenz präsentiert.

Näheres zu möglichen Maßnahmen, wie man dem Lehrermangel entgegentreten könnte, finden Sie im berufspolitischen Papier des bpv:

https://www.bpv.de/downloads/positionspapier-berufspolitik_hvs2022.pdf