Wirtschaftswissenschaften

Landesfachgruppe WR ab 2017

Diese setzt sich seit den Neuwahlen aus folgenden Bezirksfachgruppenleitern zusammen:

StD Richard Berndt, München
StDin Birgit Hollerbach, Oberbayern
OStR Lutz E. Müller, Niederbayern
StRin Julia Lang, Oberpfalz
OStR Nicolas Gäbel, Mittelfranken
OStR Gabriel Meyerhöfer, Unterfranken
StR Matthias Schilling, Schwaben

Die Fachgruppe hat erfreulicherweise somit seit längerer Zeit wieder in allen Bezirken einen Vertreter.

Als Landesfachgruppenvorsitzenden wurde Birgit Hollerbachbestätigt.

Die Kassenführung hat Matthias Schilling übernommen.


Stellungnahme der FG zum LehrplanPLUS



39. Wirtschaftsphilologentagung


Markt und Moral − Ethik in der Ökonomie

Das Thema Wirtschaftsethik, das in diesem Jahr Schwerpunkt der traditionellen Tagung der Wirtschaftsphilologen an den bayerischen Gymnasien Ende September 2018 war, ist brandaktuell: Der Diesel-Skandal in der deutschen Automobilindustrie ist beinahe täglich in den Medien und seit der letzten großen Finanzkrise wird den Finanzmärkten von verschiedensten Seiten Egoismus und Gier vorgeworfen. Vertragen sich also Ökonomie und Moral überhaupt noch? Bereits Aristoteles, der der Ökonomie ihren Namen „Oikonomia“ (Wirtschaft des ganzen Hauses) gab und sie als eigenständige Disziplin auf den Weg brachte, verstand die Ökonomie im umfassenden Sinne als Gesellschaftslehre, die moralischen Prinzipien folgt.

Dabei sind ethische und sozialpolitische Fragestellungen in der Ökonomie nicht nur Themen bei Verbrauchern und Unternehmern, sondern auch Teil des bayerischen Gymnasiallehrplans. Die wiedergewählte wpv-Vorsitzende Birgit Hollerbach erklärte dazu in ihren Grußworten: „Ethik in der Ökonomie zu thematisieren ist für Wirtschafts- und Recht-Lehrkräfte nicht nur eine Verpflichtung, sondern auch eine Chance." Als besondere Gäste durften die Teilnehmer Ministerialrat Dr. Wolfgang Mutter, der das Fach Wirtschaft und Recht am Gymnasium im Bayerischen Kultusministerium vertritt, sowie Michael Schwägerl, den Vorsitzenden des Bayerischen Philologenverbands, begrüßen. Zudem hörten die Anwesenden Grußworte von Prof. Günther G. Goth (bbw) und Prof. Dr. Daniela Wawra (Universität Passau). Der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Matthias Fifka, Vorstand des Instituts für Wirtschaftswissenschaft und Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, stand unter dem Motto „Markt und Moral – Widerspruch, Sozialromantik oder Notwendigkeit“.

Für die rund 300 Teilnehmer der Fortbildungsveranstaltung ging es in den verschiedenen Workshops und Foren um Themen wie „Ist Gesundheit eine gesellschaftliche Aufgabe oder muss die Mitverantwortung des Bürgers neu definiert werden?“, „Gibt es im deutschen Recht eine Pflicht, für regelkonformes Verhalten im Unternehmen zu sorgen?“, „Ist der ‚ehrbare Kaufmann‘ noch aktuell?“, „Was ist der volkswirtschaftliche Nutzen von Banken?“ oder „Wie kann ein Unternehmen nachhaltig auf dem Weltmarkt agieren?“. Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Gesprächsrunde zum Thema „Autonomes Fahren“, bei der Ulrich Chiellino (ADAC) und Prof. Dr. Stefan-Alexander Schneider (Hochschule für angewandte Wissenschaften, Kempten) über verschiedene Aspekte − von den technischen Anforderungen bis zu rechtlichen Gesichtspunkten – diskutierten.

Hinweise und Dokumentationen zu den Vorträgen, Foren und Workshops der Veranstaltung können Sie auf der Homepage der SchuleWirtschaft Akademie des bbw unter www.schulewirtschaft-akademie.de/tagungen/wirtschaftsphilologentagung finden.

Matthias Schilling


Aktuelle Themen


Landesfachgruppe Wirtschaft und Recht tagt zu aktuellen Themen

Am 15. und 16. März 2018 traf sich die Landesfachgruppe Wirtschaft und Recht zur Klausurtagung in Stegaurach. Neben den wieder- bzw. neu gewählten Bezirksfachgruppenleitern konnte die Landesfachgruppenvorsitzende StDin Ulrike Drescher zwei Gäste begrüßen: StD a.D. Harald Schwager und OStDin Ulrike Wombacher, die bis August 2017 als Bezirksfachgruppenleiter amtierten. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass seit Jahren wieder in jedem der acht Bezirke eine Bezirksfachgruppenleiterin bzw. ein –leiter gewählt werden konnte.

Situation des Faches im neuen G9

Nach dem Bericht der Landesfachgruppenvorsitzenden über die Arbeit im Bildungsbeirat und dem berufspolitischen Arbeitskreis widmeten sich die Teilnehmer der Situation des Faches im neuen bayerischen Gymnasium G9. Durch die Verschiebung der Unterrichtsstunden von der 9. und 10. in die 10. und 11. Jahrgangsstufe ist WR für die Schülerinnen und Schüler, die es in der Oberstufe belegen, nahtlos präsent. Außerdem stehen ältere Schüler den Themen aufgeschlossener gegenüber, wenngleich einige Unterrichtsgegenstände sicherlich sehr gut in der 9. Jahrgangsstufe angesiedelt waren. Die neuen Module zur Beruflichen Orientierung, die in die Hände der WR-Lehrkräfte gehören, lassen eine erste fachliche Begegnung mit WR in der 9. Jahrgangsstufe zu. Selbst wenn Schülerpraktika nicht verpflichtend vorgeschrieben sind, sollten sie angestrebt werden, ermöglichen sie doch die Begegnung mit Wirtschaftsunternehmen und das Hineinschnuppern in die Berufswelt. Unterstützende Unterlagen und Fortbildungen für die Kolleginnen und Kollegen, die Module zur beruflichen Orientierung unterrichten, sollten dafür sorgen, dass der Unterricht wirklich aktuell erteilt wird. Die Einladung von Experten aus Personalabteilungen ist für die Behandlung des Bewerbungsverfahrens eigentlich unerlässlich.
Die Überlegungen zur Weiterentwicklung der Oberstufe im neuen neunjährigen Gymnasium sowie die mögliche Lehrplananpassung regten eine intensive Diskussion an. Sehr begrüßt würde eine mögliche Vertiefung von Inhalten in der Oberstufe sowie die Ausweitung von Themen aus der Betriebswirtschaftslehre, um das Kompetenzstrukturmodell vollständig zu vermitteln. Während die Konsumenten-, Arbeitnehmer- und Staatsbürgerperspektive endsprechenden Raum einnähme, sei die Unternehmensperspektive unterrepräsentiert . Ferner solle die Zuordnung von Wirtschaftsinformatik am wirtschaftswissenschaftlichen Gymnasium zum gpr-Bereich angestrebt werden, da dies eine Chance darstelle, dieses Fach aufzuwerten.

Engagement der Landesfachgruppe

Bei den Fortbildungsangeboten auf Bezirksebene wird eine enge Zusammenarbeit mit den MB-Dienststellen unerlässlich sein. Anregungen zu möglichen Themen wurden erarbeitet. Außerdem könnte sich die Fachgruppe einen Beitrag zu einer Fortbildung zur Digitalisierung vorstellen, wenngleich der letzte Wirtschaftsphilologentag in Passau 2017 sich der Vielfalt dieses Komplexes widmete. Die neue Datenschutzgrundverordnung, die Mitte des Jahres in Kraft tritt, böte hier besondere Anknüpfungspunkte.
Über das Motto des Wirtschaftsphilologentages 2018 in Passau „Markt und Moral“ informierte Frau Hollerbach. Über die Themen der Workshops und Foren sei noch nicht endgültig entschieden. Eine Moderatorentätigkeit der Mitglieder werde angestrebt.

Dank und Verabschiedungen

Mit StD a.D. Harald Schwager verabschiedete die Landesfachgruppenvorsitzende den langjährigen Kassenwart und Bezirksfachgruppenvorsitzenden Mittelfrankens, der stets seine Erfahrung und konstruktive Anregungen in die Arbeit der Landesfachgruppe eingebracht hatte. Ebenso werde in Zukunft der analytische Sachverstand und die kritischen Beiträge von OStDin Ulrike Wombacher, die in Unterfranken nicht mehr kandidierte, der Gruppe fehlen. Beide wurden mit einem kleinen Geschenk bedacht.
Nach einer intensiven Tagung mit vielen Anregungen und Diskussionen verabschiedeten sich die Teilnehmer, die in gewohnter Weise weiterhin eng zusammenarbeiten wollen, am Samstagnachmittag aus Stegaurach.

Ulrike Drescher


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