BPV ZU DEN PLÄNEN DES KULTUSMINISTERIUMS

Philologenverband zu den heute vorgestellten Plänen des Kultusministeriums

Abitur und Streichung der Klausuren

Michael Schwägerl, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands (bpv) erläutert: „Ich begrüße die Entscheidung des Ministeriums, ab sofort auf Leistungsnachweise in den Abschlussklassen zu verzichten. Das ist eine sehr wichtige Regelung, mit der sich die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte jetzt voll auf das Abitur konzentrieren können. Die Zeit der Ungewissheit hat hier ein Ende, alle können nun gemeinsam an ihrem Ziel – dem Abitur – arbeiten. Angesichts der aktuellen Situation ist es für alle Beteiligten am Gymnasium von Vorteil, wenn die schriftlichen Abiturprüfungen vor den Pfingstferien stattfinden und die mündlichen danach. Die Ferien dienen Schülern und Lehrern zur Vorbereitung auf das Kolloquium und verringern auf Lehrerseite den Zeitdruck bei der Korrektur.

Masken in der Schule

„Den größten Stellenwert bei allen Entscheidungen müssen Gesundheit und Hygiene haben. Gerade auf den Gängen oder in der Aula kann es aber mitunter, auch wenn nur Abiturienten da sind, sehr eng zugehen. Deswegen raten wir allen Beteiligten dringend, in solchen Bereichen eine Maske zu benutzen. Der Minister hat ja heute angekündigt, dass diese zur Verfügung gestellt werden“, so Schwägerl.

Risikogruppen und Lehrkräfte

Schwägerl weiter: „Natürlich werden auch wir Lehrkräfte in dieser Situation unseren Dienst leisten. Dennoch muss man hier die Risikogruppen wie Vorerkrankte oder Schwangere im Blick haben. Daneben dürfen aber auch diejenigen nicht vergessen werden, die zuhause Kontakt zu Risikogruppen haben, weil sie zum Beispiel ihre Eltern pflegen. Einzel- und Härtefall-Lösungen müssen möglich bleiben. Auch die Kinderbetreuung ist eine Herausforderung, weil Lehrkräfte zum sonstigen Bereich der kritischen Infrastruktur gehören, wenn sie vor Ort unterrichten und Prüfungen abhalten müssen. Insofern müssen auch sie Zugang zur Notbetreuung haben.“

Sorge um die Situation an Beruflichen Oberschulen

„Mit Sorge beobachten wir die Lage an den Beruflichen Oberschulen, wo fast 50 Prozent der Schüler in Abschlussklassen sind. Ein großzügiges Aufteilen der Kurse im Schulgebäude ist schon allein wegen der Schülerzahl nicht so einfach möglich. Wir erwarten uns hier deutliche Regelungen, wie der Betrieb entzerrt werden kann, denn an den Beruflichen Oberschulen beginnt das Abitur erst Mitte Juni – es liegen also mehr als sechs Wochen Unterricht vor den Beteiligten. Hier besteht die Möglichkeit einer Art Blended Lerning – also einer Mischung aus Präsenzunterricht und Online-Lernen von zuhause.“, ergänzt Schwägerl.

Lehrpläne und Schulaufgaben

„Dass jetzt über eine Anpassung der Lehrinhalte nachgedacht werden muss, liegt auf der Hand, der Minister hat das heute auch angekündigt. Das nimmt viel Druck aus der ohnehin schon schwierigen Situation der Schüler und Eltern. Zumal die jüngeren Schüler ja weiterhin von zuhause lernen sollen. Auch bei den noch ausstehenden Schulaufgaben und anderen Leistungsnachweisen muss aus unserer Sicht über eine Reduktion nachgedacht werden“, so Schwägerl abschließend.


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