KOMMT DER SYSTEMADMINISTRATOR AN DIE SCHULEN?

Im Rahmen des Konjunkturpakets will der Bund jetzt auch IT-Personal an den Schulen finanzieren. In die langjährige Forderung des Bayerischen Philologenverbands (bpv) könnte Bewegung kommen.

Lehrer kümmern sich nebenbei um die IT-Ausstattung

„Wir brauchen dringend IT-Personal an den Schulen. Seit Jahren fordern wir, dass im Rahmen der digitalen Offensiven auch die Wartung und Pflege der schulischen Hardware personell unterstützt wird“, bekräftigt Michael Schwägerl, der Vorsitzende des bpv. Dass der Systembetreuer an den Schulen Bildschirme aufstellt und Updates installiert, ist ein Relikt aus den 90ern. Die Systembetreuer sind eigentlich für pädagogische Konzepte und die Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen zuständig. Die Umsetzung digitaler Konzepte funktioniert nur, wenn die Lehrkraft ins Klassenzimmer kommt, anschaltet und alles funktioniert. Ohne professionelle Betreuung der Hardware wird die Digitalisierung an Bayerns Schulen nicht gelingen. Schulen mit Hunderten von Geräten ohne eigenen IT-Support – in Unternehmen undenkbar.

Merkel: „Können die Lehrer ja nicht nebenbei machen“

Umso erfreulicher nun der Beschluss der Großen Koalition vom Mittwoch: „Der Bund wird sich darüber hinaus in Zukunft pauschaliert bei der Ausbildung und Finanzierung der Administratoren beteiligen, wenn die Länder im Gegenzug die digitale Weiterbildung der Lehrkräfte verstärken.“ Kanzlerin Merkel konkretisierte das nochmals gestern Abend in der ARD: „Wir werden das Personal für Systemadministratoren bezahlen. Die Schulen müssen also Leute einstellen, die die ganze Digitalisierung auch verwalten, das können die Lehrer ja nicht nebenbei machen.“

Bayern: Gespräche zwischen Freistaat und Kommunen festgefahren

Bislang sind in Bayern die Gespräche über Finanzierungsfragen zum Bereich IT-Wartung und -Pflege zwischen dem Freistaat und den kommunalen Sachaufwandsträgern ergebnislos geblieben, jetzt kommt mit dem Bund ein neuer Akteur hinzu. „Hoffentlich kommt Bewegung in die Sache, die Konzepte liegen auf dem Tisch. Schüler und Lehrer brauchen die Unterstützung jetzt, wo das digital gestützte Lernen unumgänglich ist“, mahnt Schwägerl.


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