Personalratswahlen 2026: Kandidatinnen & Kandidaten, Forderungen, Wahlinfos

Junge Philologen im Deutschen Philologenverband

Die Jungen Philologen im Deutschen Philologenverband (DPhV) sind die Interessenvertretung aller Studienreferendare, Lehramtsassessoren und Studienräte, die über die Landesverbände der Bundesländer Mitglieder im Deutschen Philologenverband sind. Sie vertreten damit die beruflichen, rechtlichen und sozialen Belange von ungefähr 20.000 jungen Philologinnen und Philologen.

Die Jungen Philologen sind also die Jugendorganisation des Deutschen Philologenverbandes, der bundesweit 80.000 Mitglieder hat. Die Bedeutung der Jungen Philologen innerhalb der Interessenvertretung der Gymnasiallehrkräfte wird einmal durch die Zahl der jungen Mitglieder unterstrichen, zum anderen wird sie dadurch gewürdigt, dass der Vorsitzende der Jungen Philologen im DPhV Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand des Deutschen Philologenverbandes ist, und dass der Vorsitzende der Jungen Philologen im DPhV sowie seine Stellvertreter im Bundesvorstand des Deutschen Philologenverbandes Sitz und Stimme haben.

Die bayerische Referendar- und Jungphilologenvertretung ist mit drei Delegierten bei den Jungen Philologen im DPhV vertreten und kann so die bayerischen Interessen bundesweit voranbringen.

 

Wie arbeiten die Jungen Philologen im DPhV?

Die Jungen Philologen im DPhV setzt sich aus einem Vorstand und der Bundestagung zusammen. Im Bundesvorstand arbeiten neben den beiden Vorsitzenden drei gewählte Beisitzer mit.

Die Bundestagung, die das oberste Beschlussgremium der Jungen Philologen im DPhV darstellt, setzt sich zusammen aus den Vorsitzenden und Delegierten der einzelnen Landes-Arbeitsgemeinschaften, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Namen tragen, z.B. ASS (AG der Studienreferendare und Studienräte im Philologenverband NRW) oder in Bayern rjv (Referendar- und Jungphilologenvertretung).

Die Bundestagung mit insgesamt 15 Landesvorsitzenden und, je nach Größe des Landesverbandes gewichtet, weiteren Delegierten aus allen Landesverbänden tritt zweimal jährlich zusammen, in der Regel im März/April und im September. Bei diesen Gelegenheiten werden die aktuellen Probleme der Jungphilologen diskutiert, von Bundesland zu Bundesland verglichen und politische Forderungen und deren Durchsetzungsmöglichkeiten beraten.

Bei ihren Bundestagungen führen die Jungen Philologen regelmäßig Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bundesministerien, Bundestagsfraktionen, Landesministerien, der KMK, Verbänden und Arbeitsgruppen (z.B. der Seminarlehrer), um ihre Vorstellungen und Ideen direkt an die (politisch) Verantwortlichen weiterzugeben.

Alle drei Jahre wählt die Bundestagung einen neuen Vorstand aus ihrer Mitte. Dieser Vorstand arbeitet weitgehend in Absprache mit dem Vorstand des Deutschen Philologenverbandes, er versteht sich aber in seinen Interventionen zugunsten der jungen Philologen als eigenständige Gruppe innerhalb des Gesamtverbandes, die von sich aus politische Kontakte pflegt und öffentlichkeitswirksam arbeitet.

Die Finanzierung der Arbeit der Jungen Philologen im DPhV ist durch einen eigenständigen Etat gewährleistet, der von der Delegiertenversammlung des Gesamtverbandes festgesetzt wird.

 

Bildungspolitische Leitsätze der Jungen Philologen im DPhV

  • Das gegliederte Schulsystem wird pädagogisch und didaktisch den unterschiedlichen Begabungs- und Neigungsstrukturen am besten gerecht.
  • Spezielles Ziel des Gymnasiums ist die Hinführung der begabten und lernbereiten Schülerinnen und Schüler zur allgemeinen Hochschulreife. Diese Hinführung erfolgt am besten in einem 9-jährigen kontinuierlichen Bildungsgang in einem Gymnasium "aus einem Guss".
  • Das Gymnasium ist auf der Grundlage seines allgemeinbildenden Fächerkanons in der Lage, den wissenschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte gerecht zu werden.

Die Jungen Philologen im DPhV wollen aber zugleich den in der Bundesrepublik Deutschland für die Bildungs-, Schul- und Berufspolitik Verantwortlichen Leitlinien zur Verbesserung unseres Bildungssystems an die Hand geben.


 

Junge Philologen: Erste Tagung mit neuem Vorstand in Magdeburg

Vom 05. bis 07. März 2026 fand die erste Bundessitzung der Jungen Philologen (JuPhis) unter dem neuen Vorstand in Magdeburg statt, bei der Bayern wieder einmal stark vertreten war. Den inhaltlichen Auftakt der Tagung machte der Landesvorsitzende des PhV Sachsen-Anhalt, Thomas Gaube, der mit dem Länderbericht des gastgebenden Bundeslandes begann und einen interessanten sowie vielseitigen Einblick in die wichtigsten Bildungsthemen vor Ort bot. Anschließend kam mit der Neurowissenschaftlerin Nine Kompier (M.Sc.), Projektkoordinatorin der Forschungsgruppe Soziale Neurowissenschaften (Max-Planck-Gesellschaft), die erste Referentin, um Edu:Social School vorzustellen. In dem Programm geht es darum, die Lehrkräfte in ihrem Berufsalltag zu stärken. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Arbeit an der inneren Resilienz, an sozialen Kompetenzen und am Wohlbefinden; dies wird über Online-Übungen und Coaching erreicht. Um die Methoden wissenschaftlich noch genauer zu untersuchen, werden auch noch weitere Studienteilnehmer gesucht. Mehr Infos unter https://www.edusocial-project.de/school/

Am Abend wurde ein neues Format ausprobiert, ein sogenannter Länderabend, bei dem Mitglieder und Interessierte aus dem Gastgeberland für ein gegenseitiges Kennenlernen zum Abendessen eingeladen werden. Da bekanntermaßen Gleichaltrige einen leichteren Zugang haben, soll mit diesem Format die Anwesenheit der JuPhis im jeweiligen Landesverband genutzt werden, um junge Lehrkräfte von der Verbandsarbeit zu begeistern. Dieser erste Abend war ein voller Erfolg, da sogar neue Mitglieder für den Landesverband Sachsen-Anhalt gewonnen werden konnten. Möglich war dies auch durch die Unterstützung von Staatssekretär Jürgen Böhm, der sich zu den Tagenden gesellte und sich als ehemaliger Lehrer, Lehrervertreter und Schulleiter als sehr nahbar und offen für die Themen der JuPhis zeigte.

Am zweiten Tag der Arbeitssitzung stand mit dem Austausch mit Bildungsminister Jan Riedel (CDU) ein weiterer Höhepunkt an. Dieser hieß zunächst alle Teilnehmer nochmals herzlich in Magdeburg willkommen und legte in seinen Ausführungen einen Schwerpunkt auf die Frage, was ein besonders gutes Bildungssystem eigentlich ausmache. Eine erste Antwort darauf ist laut Riedel Kontinuität. Vor diesem Hintergrund betonte er vor allem die Demokratieerziehung als ein besonders wichtiges Thema. Diese Erziehung dürfe aber nicht als theoretische Idee verstanden werden, sondern müsse über ein gelebtes Miteinander und direkte Partizipation als Praxis in der Schule vermittelt werden. Auch müsse ein gewisses “Mindset des Gelingens” um sich greifen. Ein "Wie-können-wir-die-Schüler-optimal-fördern?“ soll die Triebfeder des pädagogischen Handelns sein. Hilfsstrukturen sollten flächendeckend im Gymnasium Einzug halten – des Weiteren müssten auch die Sekundarschulen als echte Alternative gestärkt werden. Riedel forderte, dass diese eben keine Verwahranstalten sein dürfen, sondern richtig begleiten und fördern müssen. Man könne nicht die Augen davor verschließen, dass man viele Empfindlichkeiten im System habe: Alle sehen das eigene Kind immer und ausschließlich am Gymnasium. Die Kinder der anderen dürfen indes gerne an andere Schulen gehen. Das Gymnasium müsse darauf reagieren und sich an die Realitäten anpassen, wobei die individuelle Förderung der Kinder im Vordergrund stehen müsse. Die Frage, die sich den Teilnehmern aus JuPhi-Reihen stellte, war, ob das Gymnasium, welches nicht zuletzt der höheren Bildung dienen soll, nicht mit der Integration von „fast allen“, wie es der Minister andeutet, überfordert ist. Droht nicht das Gymnasium so am eigenen Erfolg zu scheitern? Man kann, so war man sich intern einig, nicht alle zum Abitur führen, selbst wenn man Tag und Nacht fördern würde.

Am späteren Nachmittag schloss eine gelungene und betont humoristische Stadtführung das Tagesprogramm ab. Kurz vor der Heimfahrt am Samstag stellte Mitbegründer Dario Nassal im zweiten und abschließenden Fortbildungs-Slot die App Buzzard vor. Dabei handelt es sich um eine Nachrichten-App, die tagesaktuelle politische Themen in einem breiten Diskursrahmen darstellt. So hilft sie dabei, Filterblasen zu vermeiden und die Diskurs- sowie Urteilsfähigkeit zu fördern – beides unabdingbare Voraussetzungen für eine dringend nötige Stärkung der Meinungsfreiheit im Allgemeinen. 

Magdeburg bot den perfekten Rahmen für einen intensiven Austausch zwischen Politik und Praxis, der einmal mehr verdeutlicht hat: Nur durch einen offenen Diskurs und gemeinsames Handeln lässt sich die Zukunft des Gymnasiums erfolgreich gestalten.

Neben diesen vielen großen Programmpunkten gab es auch immer wieder Zeit für Länderberichte, die in die Tagung eingebettet waren. Dabei waren die wichtigsten und (leider) häufig auch wiederkehrenden Themen: 

  • A13 für alle Lehrer heißt häufig: A14 für niemanden mehr! 

  • Die Belastung für Lehrkräfte nimmt in allen Bundesländern zu – ein Ausgleich ist nicht in Sicht. 

  • Bildung kostet Geld und die Zuständigen agieren nach dem Motto “Streich – Strich – gestrichen!”, sprich: Es gibt kein Problem, sei es auch noch so komplex, auf das die Antwort nicht der Rotstift ist. 

Die nächste Tagung der Jungen Philologen wird vom 17. bis 19. September 2026 in Schwerin stattfinden.

Quirin Borchert


 

Der bpv stark vertreten: Wahltagung der Jungen Philologen im DPhV

Der neu gewählte Bundesvorstand der Jungen Philologen (v.l.n.r.): Dominik Lörzel, Maximilian Röhricht, Georg Hoffmann, Heike Kühn, Matthias Schilling, Quirin Borchert. Foto: privat

 

Die Frühjahrstagung 2024 der Jungen Philologen im Deutschen Philologenverband stand ganz im Zeichen der Vorstandswahlen. Die Jungen Philologen bestätigten ihren alten und neuen Vorstand: Als Vorsitzender wurde Georg Hoffmann (PhV NW), als Stellvertreterin Heike Kühn (PhV MV) und als Beisitzer Dominik Lörzel, Matthias Schilling (beide bpv) und Maximilian Röhricht (PhV BW) im Amt bestätigt. Zusätzlich in das nun sechsköpfige Vorstandsteam aufgenommen wurde der ehemalige rjv-Vorsitzende Quirin Borchert (bpv). Damit ist der Bayerische Philologenverband bei den Jungen Philologen im DPhV stark vertreten.

Auch in Zukunft wird sich das Vorstandsteam für die Belange angehender und junger Lehrkräfte einsetzen. "Die Bündelung und Koordinierung der Aktivitäten der Jungen Philologen aller Landesverbände ist unglaublich wichtig, um sich entgegen dem bundesweiten, bunten Flickenteppich für einheitlichere und bessere Rahmenbedingungen in der Lehrerausbildung stark zu machen und jungen Lehrkräften eine gute berufliche Perspektive zu ermöglichen", erklärt Hoffmann.

 

Das duale Lehramtsstudium als Weg aus der Krise?

Vor diesem Hintergrund nutzten die Jungen Philologen die Gelegenheit, um in Potsdam mit der Bundesvorsitzenden des DPhV, Susanne Lin-Klitzing, und Tobias Dünow, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, über den Modellversuch des dualen Lehramtsstudiums ins Gespräch zu kommen. Der Staatssekretär machte deutlich, dass die aktuelle Mangelsituation Lösungsansätze nötig mache, die die Attraktivität steigerten, um mehr Lehrkräfte für den Lehrerberuf zu gewinnen und diese auch zügiger in die Schulen zu bekommen. Zur Behebung des Lehrermangels oder zur Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufes ist dieser Reformversuch aus Sicht der Jungen Philologen jedoch ungeeignet.

 

Die Jungen Philologen diskutierten auf ihrer Bundestagung in Potsdam. Foto: privat

 

Praxisanteile sind nicht Kernelement des Lehramtsstudiums

Die Attraktivität des Lehrerberufs hängt größtenteils an den Rahmenbedingungen im Berufsalltag und der Lehrerbildung. "Diese zu verbessern habe man über viele Jahre versäumt und die Lehrerausbildung stattdessen kaputtgespart", so Hoffmann. Junge Lehrkräfte benötigen als Grundlage ein fundiertes fachwissenschaftliches, fachdidaktisches und bildungswissenschaftliches Studium mit Praxisanteilen und guten Rahmenbedingungen im Referendariat. Praxisanteile sind Bestandteil und nicht Kernelement des Lehramtsstudiums. "Die Lösung des Problems kann nicht der schnelle Weg in die Unterrichtspraxis sein, das führt zu einer Deprofessionalisierung der Lehrkräftebildung", ergänzte Susanne Lin-Klitzing. "Bei aller Not dürfe der Ausnahmefall nicht zu einer anhaltenden Erosion der Qualität führen. Dann werde die Ausnahme irgendwann zu einer schlechten Regel", mahnte die Bundesvorsitzende an.

Um den Lehrkräftemangel nachhaltig und wirksam zu bekämpfen, sind zielführende Maßnahmen in allen drei Phasen der Lehrkräftebildung und spürbare Entlastungen im Berufsalltag notwendig. Gute Schulen brauchen gut ausgebildete Lehrkräfte und angehende Lehrkräfte brauchen gute Rahmenbedingungen in der Lehrerausbildung. Dazu gehört auch eine gute berufliche Perspektive an einem attraktiven Arbeitsplatz. Der Dienstherr muss hier in den Ländern seine Anstrengungen deutlich erhöhen, um mit den Arbeitsbedingungen in anderen Berufen Schritt halten zu können. Dafür werden sich die Jungen Philologen im DPhV auch weiterhin einsetzen.

Georg Hoffmann, Matthias Schilling


 

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