Nachdem die Gymnasiallehrkräfte in der 1. und 2. Phase der Lehrerbildung schulartspezifisch auf hohem Niveau ausgebildet wurden, findet in der 3. Phase die individuelle und kontinuierliche Weiterbildung statt.
Weiterbildung – Schlüssel zu schnellen Veränderungen
Die 3. Phase der Lehrerbildung nimmt mit ihren raschen Gestaltungsmöglichkeiten eine zentrale Schlüsselstellung für die Implementierung neuer fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Erkenntnisse ein: Sie ist das flexible Bindeglied zwischen einer konstant hochwertigen 1. und 2. Phase der Lehrerbildung und den sich wandelnden schulischen und gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen gymnasiale Bildung stattfindet.
Ziele der Fort- und Weiterbildungen
Fort- und Weiterbildungen tragen dazu bei, das hohe Maß der Professionalisierung zu sichern und weiterzuentwickeln. Durch berufsbegleitende schulinterne, regionale und überregionale Fortbildungsmaßnahmen wird die Diagnosefähigkeit der Gymnasiallehrkräfte gesteigert; sie werden so in die Lage versetzt, Schülerinnen und Schüler entsprechend den schulischen und gesellschaftlichen Veränderungen individuell und zeitgemäß zu fördern.
Weiterbildungsinhalte – Spezielle Pädagogik und Fachdidaktik
Im Rahmen der Fort- und Weiterbildungen werden insbesondere pädagogische und fachdidaktische Fähigkeiten gefördert, die sich an den konkreten Situationen der jeweiligen Gymnasien und Beruflichen Oberschulen orientieren, an denen die Lehrkräfte arbeiten. Dies können spezielle pädagogische und fachdidaktische Fähigkeiten für die Inklusion von Schülern mit Behinderungen im Regelschulalltag oder für die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund sein. Die Durchführung dieser Weiterbildungsmaßnahmen in der 3. Phase der Lehrerbildung ist sinnvoll, da so den Lehrkräften bei der Bewältigung konkreter Aufgaben und Schwierigkeiten des Schulalltags geholfen wird.
Weitere wichtige Inhalte der Fort- und Weiterbildungen sind:
Organisation der Lehrerfort- und -weiterbildungen
Die schulinternen Lehrerfortbildungen werden von Philologinnen und Philologen vor Ort oder externen Experten geleitet und aus einem eigens dafür geschaffenen Budget finanziert. Die regionale Weiterqualifizierung sollte durch die MB-Dienststellen in Abstimmung mit den Universitäten erfolgen. Die Organisation der überregionalen Lehrerfortbildungen ist Aufgabe des Staates. Sie sollten vor allem der Weiterbildung der Lehrkräfte in fachlichen Bereichen und für konkrete Aufgaben bzw. Funktionen dienen. Der Trend, fachwissenschaftliche Fortbildungen auf einzelne Tage oder Nachmittage zu drängen, muss gestoppt werden. Eine fundierte Weiterbildung an Fachinstituten bzw. Fortbildungsakademien an mehreren aufeinander folgenden Tagen sollte die Regel sein.
Führungspositionen
Die Übernahme von Schulleitungsaufgaben erfordert neben einer erfolgreichen Berufspraxis vertiefte Kenntnisse in den Bereichen Schulmanagement, Schulverwaltung und Schulrecht. Zum Erwerb dieser Qualifikation sind entsprechende Fortbildungen nötig. Den Erwerb von Zusatz- und Sonderqualifikationen (Schulleitung, Schulentwicklung etc.) in Form von „spezialisierenden Masterabschlüssen“ zu organisieren, lehnt der bpv ab, da diese Qualifikationen nicht in rein universitären Studiengängen vermittelbar sind.